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Mondkolumne 

Vollmond im Stier: Stilvoll zurück zu unseren eigenen Schatten

Der aktuelle Vollmond bringt einiges an Chaos mit sich, schreibt unsere Astrologin Alexandra Kruse. Zeit, uns mit unangenehmen Dingen (Finanzen!) auseinanderzusetzen – aber auch zu schauen, was uns gerade gut tut.

Die partielle Mondfinsternis, die mit dem Vollmond im Stier am 19. November 2021 um 9.58 Uhr beginnt, ist die längste seit dem – Oops! – 15. Jahrhundert: drei Stunden und 28 Minuten. Nicht mehr und nicht weniger als ein riesiges Portal in die tiefsten Tiefen unserer Seele. Was jetzt passiert, ist der Anfang eines Entwicklungsprozesses. Es braucht noch mehr Zeit, Druck und Dunkelheit, bis wir ganz verstehen werden, was genau in unseren Seelen wiedergeboren und transformiert werden möchte. Deep Shit. Wer denkt, Vollmond ist krass, darf lernen: Eklipsen sind krasser – echte Game-Changer.

«Ich habe immer geglaubt, und ich glaube immer noch, dass wir allem, ob es Glück oder Unglück bringt, dass wir allem was uns in den Weg kommt, insgesamt immer einen Sinn geben und es in etwas Wertvolles verwandeln können.» Ein Originalzitat von Hermann Hesse. Ein bisschen Schlaumeier kann man jetzt gut gebrauchen. Wahlweise auch Gangster Rap. Boah. Der momentane Cosmic Vibe kann einen schon mal an Grenzen bringen, von den man nicht wusste, dass man sie hat.

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Es ist mit allem zu rechnen – als Stier oder Skorpion sowieso

Mein Telefon klingelte mich heute um 8 nach 8 wach, am «Tag ohne Kind» (dem Privileg einer alleinerziehenden Mutter), wegen vergessener Turnhose und Hustensirup. Und es sei Besuchsmorgen. Wenn das erste Wort, das man laut am Telefon zu seinem eigenen Sohn sagt, «Fuck» ist, weiss man, was die Stunde geschlagen hat. Jedenfalls rannte ich in einem rosa Flokatimantel über meiner 24/7-Homewear mit einem Becher Tee in der Hand in die Schule.

Sofort hatte ich all die schrecklichen, eigenen Schulgeschichten auf Wiedervorlage, die sich irgendwann mal vor knapp 40 Jahren ereigneten. Getriggert durch Mandarinen und zarten Kinderschweiss. Dazu die Info, dass es dieses Jahr überdurchschnittlich viele Kopfläuse gibt und dass mein Kind viel kann, ausser 1000 Meter in Zentimeter umrechnen. Was voll okay ist.

So oder ähnlich chaotisch wird es anderen vermutlich auch gehen. Der Vollmond diese Woche leitet die berühmt-berüchtigte Eclipse Season ein. Einen Zeitraum von vier Wochen plus, in denen wenig so geht, wie geplant. In den seltensten Fällen kommt man so wieder raus, wie man rein geht. Es ist mit allem zu rechnen. Als Stier oder Skorpion sowieso. Stiere haben gerade die vermutlich grösste Herausforderung vor sich – und Menschen mit den folgenden Geburtsdaten: 14.5.–23.5. Stier/Zwillinge, 16.8.–25.8. Löwe/Jungfrau, 16.11.–25.11. Skorpion/Schütze, 12.2.–21.2. Wassermann/Fische. Have fun, guys!

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In der Achterbahn – und es gibt kein Zurück

Die Zeichen Stier und Skorpion sind die beiden Pole eines gemeinsamen Themas und das eine kann nicht ohne das andere existieren. In unserem natürlichen Umfeld kann jetzt nur das vergehen, was sechs Monate zuvor der quicklebendige Ausdruck des Stier-Archetyps war: Was in die Fülle drängte, in die Be- und Ergreifbarkeit. Aus der Erde zurück in die Erde.

Das skorpionische Prinzip erfüllt damit eine wichtige und auch knallharte Aufgabe in diesem wilden Tanz von Werden und Vergehen, Leben und Sterben, Festhalten und Loslassen, Eigenständigkeit und Abhängigkeit, mein Tanzbereich und dein Tanzbereich – zwischen Behalten und Wegschmeissen, zwischen Drama und Sachebene.

Es ist wichtig, dass wir diese Achse jetzt gut begreifen und vor allem verstehen, dass wir in einem Wandlungsprozess sind, von dem es kein Zurück mehr geben kann. Wir sitzen in der Achterbahn, Point of no Return. Und Simsalabim und #nopressure.

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Eine neue, glasklare Perspektive

Diese Mondfinsternis beeinflusst unsere nächsten Jahre, es ist nämlich die erste auf der Achse Stier/Skorpion und davon kommen noch zwei. Finsternisse kommen nämlich immer als Team aus Sonnen- und Mondfinsternis. Eine Staffel hat jeweils drei Folgen, eine in jeder Saison. Klar? Egal. Jedenfalls sind wir zudem noch bis zum 21. März in einem Saturnjahr, deswegen fühlt sich auch so viel an wie eine Mathe-Matura bei gleichzeitiger Hardcore-Verliebtheit und konstantem Acid-Hangover.

Ab März sind wir dann in einem kunterbunten Jupiterjahr und Jupiter macht alles grösser, leider auch die unbequemen Dinge. Deswegen ist es smart, jetzt ein paar Dinge aus der Welt zu schaffen (bitte keinen Mord begehen!). Es gilt, eine neue, glasklare Perspektive auf das zu gewinnen, was wir lieber verstecken, für was wir uns schämen und was lieber nicht sichtbar werden soll.

Ob wir lieber Top oder Bottom sind, lieber Wahrheit oder Pflicht wollen, Macarons oder Schnaps mögen. Jedes Leben wird aus dem Dunkeln geboren, #fact. Nur indem wir unsere eigene Dunkelheit anerkennen und unseren Schatten mutig ins Gesicht schauen, können wir wachsen. Die Skorpion-Sonne will möglichst viele Geheimnisse beleuchten und der Stier einfach nur chillen.

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1.

Whatever the f*** makes you happy. In meinem Fall: Serien mit möglichst vielen Schiessereien. «Queen of South» erschien mir passend. Immerhin redet die Hauptdarstellerin mit ihrem Geist, während sie ein mexikanisches Drogenkartell auseinandernimmt. Und einen Vibrator auf dem Schreibtisch stehen hat. Das Privileg einer auf allen Ebenen freien Autorin. Vollmonde sind Höhepunkte.

2.

Verantwortung für die eigenen Finanzen übernehmen, sich weiterbilden (zum Beispiel hier), endlich Rechnungen schreiben – oder bezahlen. An die Altersvorsorge denken. Die ganzen richtig unbequemen Sachen facen, genau hinschauen. Freude und Geld sind riesige Themen. Bei Stier-Energien geht es immer um Geld, bei Stier generell immer um die Venus und der Tag der Venus ist Freitag.

3.

Den eigenen Wert definieren: Billig war gestern. Wir dürfen lernen, spannungsgeladene Systeme zu hinterfragen und unser Wertesystem gründlich auseinanderzunehmen. Was ist für uns wirklich wertvoll, was davon haben wir stumpf übernommen und was sind unsere wahren eigenen Werte?

4.

Mit dem Körper verbunden bleiben, irgendwie. Auch über Gesundheitsfragen etwas tiefer nachdenken. Welches Thema liegt – jenseits der Genetik «in der Familie» und vor allem: Warum? Was ist mir meine Gesundheit wert? Meine Ernährung? Wie bio bin ich wirklich? Wo lüge ich mich an? Nur weil Wodka und Pommes vegan und plant-based sind, heisst das eben noch lange nichts.

5.

Sich fragen, was im Herbst 2002 (der letzten Finsternis im Stier) los war und was zu dieser Zeit wichtig war. Logischerweise – und hoffentlich – haben wir uns in den letzten 19 Jahren entwickelt. Und doch kann die Frage Hinweise geben. Skorpion liebt Rätsel!

6.

Anerkennen, das absolut niemand die ganze Wahrheit kennt, keiner den absoluten Durchblick hat und sich viele Dinge zwischen Himmel und Erde nie ganz aufklären lassen werden. Forever Mystery. Forever Magic.

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