Angela (34): "Ich fühle mich reingezwängt ins Frausein, das stimmt für mich nicht"
In unserer Rubrik "Bodybuilding" zeigt sich eine Person nackt und spricht über das Verhältnis zu ihrem Körper. Diesmal spricht Angela (34) über Schwangerschaft und Gender.
- Von: Sandra Brun
- Bild: Sara Merz
«Diese Schwangerschaft fühlt sich an wie ein Neuaufrollen der Frage, wer ich eigentlich bin. Früher fürchtete ich, bi zu sein sei nicht queer genug. Das hat mich viel mehr gestresst als die Frage, wie ich mich definiere.
Dass ich mich damit beschäftigen würde, war absehbar. Mit fünf wollte ich zwei Jahre lang nicht Angela, sondern Aligator genannt werden – very non-binary!
Wie Mädchen zu sein haben, hat für mich nie gepasst. Auch an die Fasnacht ging ich nie als Prinzessin, sondern viel lieber als Mann. Dass ich irgendwann in Drag performen würde? Auch ein logischer Schritt. Und eine Möglichkeit, mit Geschlechterrollen zu spielen, Seiten von mir zurückzuerobern, die ich mir verboten hatte; plötzlich fotzig und frech zu sein.
"Es scheint für alle nur 'Mutter und Vater' zu geben; ich könnte schreien!"
Das Thema Gender ist omnipräsent für schwangere Personen. Ich fühle mich reingezwängt ins Mutter- und Frausein, das stimmt für mich nicht. Von der Gynäkologiepraxis bis zum Geburtshaus scheint es für alle nur ‹Mutter und Vater› zu geben; ich könnte schreien!
Aber ich grenze mich ab und bin froh, andere genderqueere und non-binäre Menschen um mich herum zu haben, die auch gerade schwanger sind und mit denen ich mich austauschen kann.
Dass man mich anschaut und automatisch Schlussfolgerungen zieht, kann ich nachvollziehen. Man sieht einen Babybauch, grosse Brüste, eine Frauenfigur. Aber nur, weil man mich von aussen als Frau wahrnimmt, muss sich das für mich nicht richtig anfühlen. Damit habe ich Frieden gemacht und bin sehr gefestigt in der Person, die ich bin.»
….es ist sehr beängstigend das heutzutage jeder ” Furz ” zum Riesenthema gemacht wird. Die eine Person jammert das, die andere jammert über dieses.. .der Wohlstand vernebelt die Köpfe vieler. Wenn, wie es nun üblich ist, dass Monatsbinden mit Blut im Fernsehen gezeigt wird… dann sind wir Frauen Opfer von uns selber. Schade kennen wir Menschen nirgends mehr eine intime Grenze. Wenn Menschen nimmer wissen etwas Negatives des eigenen Empfindens mit sich selbst auszustehen, dann ist das eine unmögliche nervige Zeiterscheinung, Vor allem wenn jede Person ihr Gejammer auslebt und wie ein Sleepy Girl passend dazu noch aussieht?!
Ach, welch ein inspirierender und empowernder Artikel von Angela, der mit solch brillanter Weisheit enthüllt, wie die Schwangerschaft eine Frau gnadenlos in die Fesseln binärer Geschlechterrollen und mütterlicher Erwartungen zwängt, nur um durch queere Drag-Performances und non-binäre Fantasien heldenhaft zu entkommen, denn wer braucht schon stabile Identitäten oder gesellschaftliche Normen, wenn man stattdessen den eigenen Körper als Schlachtfeld gegen das lästige “Frausein” inszenieren und sich in einem Meer aus genderqueeren Austauschen als ultimative Rebellin neu erfinden kann – ein wahres Meisterwerk feministischer Logik, das zweifellos alle Schwangeren zu einem erfüllteren Leben ohne diese überholten Konstrukte wie Mutter und Vater führt.