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Anja (37):

Anja (37): "Statt in Fettabsaugung hätte ich das Geld besser in eine Psychotherapie gesteckt"

In unserer Rubrik "Bodybuilding" zeigt sich eine Person nackt und spricht über das Verhältnis zu ihrem Körper. Diesmal spricht Anja (37) über das Verhältnis zu ihren Beinen.

«‹Auf Anja kann man ’ne Mondlandung machen› – der Satz verfolgt mich bis heute. Ich war vierzehn, hing mit den Skater Boys ab, sass im Minijupe auf einer Tischtennisplatte. Der Kommentar über meine kleinen Dellen auf den Schenkeln von einem der Jungs war in dem Moment schockierend, langfristig gesehen traumatisierend.

Untenrum habe ich einfach Pech: schwaches Bindegewebe, schon früh Cellulite, ein leichtes Lipödem und eine Krampfader in der Kniekehle.

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"Seit ich siebzehn bin, trage ich keine kurzen Sachen mehr"

Seit ich siebzehn bin, trage ich keine kurzen Sachen mehr. Meine Hände nesteln bei jedem Windstoss panisch am Stoff herum.

2023 entschied ich mich für eine ambulante Fettabsaugung. Nicht, weil ich mir dadurch Revuebeine erhoffte – ich stand mit meinem Unterbau derart auf Kriegsfuss, dass ich Schadensbegrenzung wollte. Propofol, Markieren der Einstichstellen, Einspritzen einer Flüssigkeit, die das ganze Gewebe maximal aufquellen lässt, die Absaugbewegungen.

Mit um die Schenkel gewickelten Babywindeln wurde ich heimgeschickt. Drei Tage nach der OP sollte ich wieder einsatzfähig sein – von wegen. Ich lag tagelang aus den Einstichlöchern triefend und mit Schmerzmitteln vollgepumpt im abgedunkelten Schlafzimmer. Es gab keine Nachkontrolle, nur ein straffes Lymphdrainage-Programm. Ich fühlte mich abgefertigt, mir selbst überlassen.

Die Ironie daran: Ich würde es wieder machen. Die Form meiner Beine ist besser. Mir ist aber klar: Statt mir Fett absaugen zu lassen, hätte ich das Geld vermutlich besser in eine Psychotherapie gesteckt.»

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