Vollmond im Skorpion am 1. Mai 2026: Das Universum räumt auf
Der Vollmond im Skorpion am 1. Mai 2026 ist wie ein Scheinwerfer auf alles, was im Keller liegt, schreibt unsere Astro-Fee Alexandra Kruse. Was jetzt wichtig wird, lest ihr hier.
- Von: Alexandra Kruse
- Bild: Unsplash
Ich war aus Zwecken der Erleuchtung für ein paar Tage auf Ibiza, meiner Lieblingsinsel auf der ganzen Welt. Ich weiss nicht, was es ist mit mir und ihr — eventuell habe ich die Seele eines alten spanischen Mannes, habe mich hier in den Siebzigern mal high ins Meer gestürzt, oder bin als Alien auf Es Vedrá gelandet.
Jedenfalls war ich in einer Art Survival Camp, verkleidet als Empowering Women Retreat. Wir haben uns mit Poolnoodeln verprügelt, Bäume umarmt und Armdrücken gemacht. Alles höchst freiwillig und mit grösster anzunehmender Lebensfreude.
Dazwischen haben wir Magazine gelesen, Bilder gemalt und sehr viel und vor allem sehr gut gegessen, unsere Kleider getauscht und so richtig wilde Mädchensachen gemacht. Das Ganze war hervorragend und sehr aufregend. Vor allem für mich.
Sternzeichen: Hexenschuss
Ich endete nach einem Ausflug in die Tiefen des Mittelmeers (ich besitze jetzt ein Free Dive Zertifikat) in der Vila Parc — leider kein Nachtclub, dafür aber Ibizas chicste Privatklinik. Nachdem ich dem Doktor den Gegenwert des Eintrittspreises ins UNVS (dem grössten Club der Insel) zahlte, spritzte er mir mit grösstem Vergnügen irgendeinen chemischen Cocktail in den unteren Rücken. Sternzeichen: Hexenschuss.
«Es kann sein, das Sie jetzt kurz ohnmächtig werden oder ihre Beine nicht mehr spüren.» Wunderbarerweise konnte ich nur Minuten später wieder bewegen. Allerdings fing die Welt zugleich an, schön und rosa zu sein. Klarer Fall von «high as a kite».
Die Theorien reichten von «Die Insel will dich behalten» über «Du musst deine Weiblichkeitsthemen bearbeiten» bis hin zu «Du hast Fremdenergien aufgenommen». So oder so lässt sich leider nicht alles auf der Welt mit Lavendelöl und Birkenzweigen behandeln. Sicher vieles, aber so ein anständiger Hexenschuss: keine Chance. Von daher verspüre ich ewige Dankbarkeit für den Insel-Doktor, der natürlich Zopf, Hornbrille und ein buntes Hemd trug.
Jetzt sitze ich im Flugzeug nach Hause. Meine einzige Sorge: Dass die Spritze aufhört zu wirken und ich für immer hier sitzen bleiben muss. Vermutlich kann sich niemand, der nie einen Hexenschuss hatte, vorstellen, wie es ist, vom Bett ins Bad ganz genau 38 Minuten zu brauchen und dabei dreimal so laut zu schreien, als wäre ich angestochen worden.
Also: Dreimal Halleluja, dass ich für diese Reise zum ersten und einzigen Mal aus einem komischen Gefühl heraus eine Reiseversicherung abgeschlossen habe. Die Sache mit der Sicherheit, sagen wir es wie es ist, ist eben schon eine stabile Idee. Vor allem in hochtransformativen Zeiten wie diesen.
Und jetzt: der Mond
Ibiza ist eine Skorpion-Insel. Wie so ziemlich alles hat auch jeder Ort ein Sternzeichen, und Ibiza gehört — wie könnte es anders sein — ins tief transformative Territorium des giftigen Skorpions.
Das ist natürlich keine Laune der Astrologie: Die Inselgöttin Tanit, deren Kult bis in die phönizische Zeit zurückgeht, ist eine Unterwelt- und Todesgöttin — die sexy Herrin über Leben, Tod und Wiedergeburt. Die Nekropole von Puig des Molins — die grösste und besterhaltene phönizisch-punische Begräbnisstätte im westlichen Mittelmeer mit über 3000 Gräbern ist seit 1999 UNESCO-Weltkulturerbe — liegt mitten auf der Insel.
Die Phönizier, die hier ab dem 7. Jahrhundert vor Christus siedelten, trennten die Welt der Lebenden und die der Toten geografisch durch ein Tal. Zwei Hügel, zwei Welten. Der eine für die Lebenden, der andere für die Toten. Stadtplanung quasi.
Nichts wird ausgelassen
Das ist Skorpion. Nicht weil die Insel düster ist — sondern weil sie nichts auslässt. Leben, Tod, Fruchtbarkeit, Krieg, Schönheit, Tiefe. Alles auf einmal. Ganz oder gar nicht.
Am 1. Mai stehen sich Sonne im Stier und Mond im Skorpion im 12. Grad gegenüber. Der erste von zwei Vollmonden im Mai — denn der Monat schliesst sich am 31. mit einem weiteren Vollmond (im Schützen.) Ein magischer Monat, der mit einem Vollmond beginnt und mit einem endet.
Und es ist kein gewöhnlicher 1. Mai. Der Vollmond im Skorpion fällt genau auf die Walpurgisnacht — die älteste Hexennacht des Jahres, die Nacht, in der die Schleier zwischen den Welten dünner sind als sonst. Die Nacht, in der die Geister tanzen, die Hexen fliegen und alles, was im Verborgenen gärt, an die Oberfläche drängt.
Skorpion ist das Zeichen, das über das Unsichtbare, das Vergrabene, das Transformative wacht. Der Vollmond auf der Achse Skorpion-Stier könnte gegensätzlicher nicht sein. Stier: das blühende, satte, sinnliche Leben. Skorpion: der Tod, die Unterwelt, die Transformation. Stier häuft an, Skorpion lässt los. Stier will Besitz, Skorpion will Wahrheit.
Die grosse Frage dieses Vollmonds lautet: Richten wir unseren Selbstwert nach dem, was wir sein wollen – oder manifestieren wir aus dem, was wir schon sind. Dazu kommt ein immer noch erheblicher Schwung aus dem Widder: Saturn, Neptun, Mars und eine Konjunktion von Merkur und Chiron bringen den Impuls zu fast schon zwanghafter Aktivität mit.
Bewegung liegt in der Luft
Der Drang, jetzt sofort loszurennen, ist gross. Aber der eigene natürliche Rhythmus gewinnt gerade mehr als blindes Preschen. Dieser Vollmond ist wie ein Scheinwerfer auf alles, was im Keller liegt — alte Verletzungen, Ängste, Glaubenssätze, die du längst für erledigt hieltest.
Was jetzt ans Licht kommt, kommt, weil es raus muss. Nicht weil das Universum gemein ist, sondern weil es aufräumt. Was wie Chaos aussieht, ist Detox. Was wie eine Katastrophe aussieht, ist Reinigung.
Der Urknallplanet Uranus steht auf 0 Grad Zwillinge — Dinge, die in Skorpion feststecken, vergammeln, eingefroren waren, werden jetzt quasi freigeschossen. Bewegung liegt in der Luft.
Unser Nervensystem und Entgiftung gehören zusammen — Uranus in Zwillinge ist das Nervensystem, Vollmond in Skorpion ist der Körper, der loslässt. Rohe Kraft wird entsperrt, Bewusstsein wird erweitert und die schmutzigen, unbequemen Wahrheiten kommen ans Licht.
Ok, ich sehe ein: es macht Sinn, dass ich sicher wieder zuhause bin und noch eine von den rosa Gute-Laune-Pillen nehme, bis die Schmerzen gehen. Danach trinke ich auch brav Kamillentee bis zum nächsten Neumond.
Die To-dos von diesem Skorpion-Vollmond:
1.
1.
Verantwortung für den eigenen Tod übernehmen
Testament, Lebensversicherung. Ja. Genau. Das steht hier. Cause: we never know.
2.
2.
Skorpion ist ein Wasserzeichen
Am 1. Mai machen die Badis auf. Baden ist das Ziel — auch und gerade, wenn das Wasser noch kalt ist. Und das ist wörtlich gemeint: kaltes Wasser ist Detox. Lymphe bewegen, Nervensystem aktivieren, den Körper daran erinnern, dass er weiss, wie er sich befreit. Springen. Schwitzen. Sauna. Ingwertee. Was aussieht wie Selbstgeisselung, ist an diesem Vollmond therapeutische Notwendigkeit. So soll es sein.
3.
3.
Schnell noch Sachen regeln
Es hängen noch viele Planeten im Widder, bis zum 9. Mai ist kein Planet rückläufig — das Universum steht auf GO.
4.
4.
Wirklich keine Macht den Drogen
Flucht ist keine Lösung. Und es ist bei aller Liebe wirklich nicht die Zeit, high zu sein. Schade. Aber eben.
5.
5.
Noch mal den Auftritt von Justin Bieber am Coachella-Festival anschauen
Und einfach nicht traurig sein, wenn jetzt ein paar Sachen ans Licht kommen, von denen man sich gewünscht hätte, sie wären besser im Keller geblieben.