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Chahida (28): «Ich habe erst kürzlich Frieden mit meinem Körper geschlossen»

Body & Soul

Chahida (28): «Ich habe erst kürzlich Frieden mit meinem Körper geschlossen»

  • Text: Leandra Nef
  • Foto: Sara Merz

In unserer Rubrik «Bodybuilding» zeigt sich eine Frau nackt – und erzählt, welches Verhältnis sie zu ihrem Körper hat.

«Ich liege oben ohne in der Badi, schwimme nackt im See. Auch in meiner Kunst beschäftige ich mich mit meinem Körper. Ich habe schon Fotos meines Menstruationsbluts veröffentlicht. Meine Tage sind extrem stark, ich liege jeweils zwei Tage im Bett. Früher dachte ich, ich müsse trotz der Schmerzen arbeiten gehen, weil es gesellschaftlich nicht akzeptiert ist, wegen der Periode auszufallen. Ein Tabuthema. Aber wir müssen darüber sprechen, und das will ich mit meiner Kunst provozieren.

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«Gerade jetzt, während der Pandemie, schätze ich, einen so gesunden Körper zu haben»

Chahida (28)

Nacktheit wird für mich erst dann zum Problem, wenn es um meine ganz persönliche Intimität geht. Wenn ich jemanden richtig lässig finde. Dann stehe ich mir selber im Weg, verharre lang auf der freundschaftlichen Ebene. Weil ich – anders als in meiner Kunst, wo ich keine Ambitionen habe, zu gefallen – Angst habe, dass mein Körper nicht genügt.

Ich habe erst in den letzten Jahren begonnen, bewusst auf ihn zu hören, Frieden mit ihm zu schliessen. Mit der Mens. Mit den Dehnungsstreifen. Ich war mit zwölf schon 1.75 Meter gross, ich bin einfach zu schnell gewachsen. Meine Brüste auch. Mit ihnen kämpfe ich noch immer. Sie sind weder straff noch dort, wo ich sie gern hätte.

Ich schaue nie in den Spiegel und denke: «Wow, dich würde ich abschleppen.» Aber gerade jetzt, während der Pandemie, schätze ich, einen so gesunden Körper zu haben. Er verzeiht mir einiges, wenn ich mal wieder zu wenig schlafe zum Beispiel. Er ist mein weiches, kuscheliges Zuhause.»

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