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Kolumne «Beauty Doc»: Das müsst ihr über Brustverkleinerungen wissen

Body & Soul

Kolumne «Beauty Doc»: Das müsst ihr über Brustverkleinerungen wissen

Brustverkleinerungen gehören immer noch zu den verpönteren Schönheitsoperationen. Doch kaum eine andere Operation kann die Lebensqualität so verlässlich verbessern, sagt unser Beauty Doc.

Die Ursachen von sehr grossen Brüsten sind vielfältig. Oft liegt eine familiäre Veranlagung vor und typischerweise spielen Hormone eine Rolle (Pubertät, Schwangerschaft, Menopause). Wann Brüste aufhören «schön gross» zu sein und nur noch «zu gross» sind, ist irgendwann keine Geschmacksfrage mehr.

Zu gross ist, wenn das Gewicht der Brüste zu chronischen Nacken­ und Rückenschmerzen führt. Zu gross ist, wenn die Körbchengrösse in der Lingerie­Abteilung extra bestellt werden muss. Zu gross ist, wenn täglich mehrmals die Brustfalte gereinigt, gepudert oder eingecrèmt werden muss, weil sich durch das Schwitzen und die Hautreibung schmerzhafte Ausschläge bilden. Zu gross ist, wenn bei der Arbeit die Brüste auf dem Bürotisch aufliegen. Zu gross ist, wenn bei Begrüssungen der Blick des Gegenübers als Erstes auf die Brüste fällt. Und so weiter.

Dieser langen Liste der Unannehmlichkeiten zum Trotz ist die Brustverkleinerung eine Operation, die nach wie vor in der Schublade der verpönten Schönheitschirurgie verstaut wird. Viele Frauen, die nicht schönere, sondern wirklich einfach nur leichtere Brüste wollen, meinen, eine plastische Operation stünde ihnen gar nicht zu.

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«Der häufigste Satz, den ich nach dieser Operation höre, lautet: ‹Wieso habe ich das nicht früher gemacht?›»

Das Krankenversicherungsgesetz anerkennt zwar die «krankmachende, zu grosse Brust» als Entität, aber die Krankenkassen versuchen sich oft, aus ihrer Leistungspflicht herauszuschlängeln, indem sie die Patientinnen auf eine Schnitzeljagd der billiger zu behandelnden Ursachen schicken. Mit dem Resultat, dass die Betroffenen unterwegs meist frustriert aufgeben. Aber Hartnäckigkeit und ein gut formuliertes ärztliches Kostengutsprache­Gesuch werden nicht selten belohnt. Und lohnenswert ist es allemal. Der häufigste Satz, den ich nach dieser Operation höre, lautet: «Wieso habe ich das nicht früher gemacht?»

Den Preis, den du – abgesehen vom Selbstbehalt – für den Eingriff zahlen musst, ist überschaubar. Die hyperplastische Brust, so der medizinische Ausdruck, hat vier Probleme: Sie hat zu viel Drüsen­ und Fettgewebe, sie ist zu lang, zu breit, und der Warzenhof sitzt zu tief.

Um all diese Probleme anzugehen, muss man das überschüssige Gewebe entfernen, das Restgewebe formen und den Hautmantel in drei Dimensionen verkleinern. Dies geht natürlich nicht ohne die Währung der plastischen Chirurgie: Narben. Diese verlaufen typischerweise rund um den Warzenhof und T­förmig in die Brustfalte hinein – wie ein Anker. Aber sie bleiben – ausser du bist grosser FKK­Fan – nur für dich selber und deine Lieblingsmenschen sichtbar.

Die Operation dauert etwa zweieinhalb Stunden in Vollnarkose, und nach ein bis zwei Nächten im Spital bist du wieder daheim. Allenfalls wichtig für jüngere Frauen: Da in den allermeisten Fällen die Verbindung zwischen Restdrüsengewebe und Brustwarze nicht gestört wird, ist Stillen danach theoretisch weiterhin möglich.

Ja, ich bin ein Fan dieser Operation, denn ein ausgewählter medizinischer Eingriff sollte einen relevanten Gewinn an Lebensqualität erbringen – und kaum eine Operation tut dies so verlässlich wie die Brustverkleinerung.

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Natasha Forster (43) ist Fachärztin für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie. Sie führt die Klinik Swisspark in Zürich und ist Belegs- und Konsiliarärztin an diversen öffentlichen Spitälern.

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