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Kolumne «Beauty Doc»: Das müsst ihr zu Schlupflidern wissen

Body & Soul

Kolumne «Beauty Doc»: Das müsst ihr zu Schlupflidern wissen

Schlupflider können ein rein kosmetisches Problem sein – oder im Alltag für Einschränkungen sorgen. Unser Beauty-Doc Natasha Forster erklärt, wie man die überschüssige Haut an den Augen loswerden kann.

Müde, hängende Augenlider – auch Schlupflider genannt – sind ein leidiges Thema, und zwar nicht erst, seitdem wir uns in Zoom Calls ständig aus diesem sehr unvorteilhaften Up-thenose- Winkel begutachten. Schon die alten Römer haben versucht, dieses Problem chirurgisch anzugehen.

Auch wenn der korrigierende Handgriff instinktiv an die seitlichen Augenbrauen zielt, sind es anatomisch gesehen meist weder die Brauen noch die Lider selber, die hängen, sondern die ausgeleierte Haut darüber. Treffen tut es irgendwann alle.

Die Frage ist nur, wann es als Problem empfunden wird; vielleicht schon beim Schminken, wenn der mühevoll angebrachte Lidstrich einfach wieder verschwindet, sobald die hochgezogene Augenbraue losgelassen wird. Vielleicht aber auch erst, wenn man beim Autofahren den Hals nicht mehr so weit verrenken kann, dass man unter der seitlich überhängenden Haut hinaussehen kann.

Kaum länger als 45 Minuten

Was tun? Die Augenbrauen seitlich mit Klebstreifen hochtapen, funktioniert zwar, ist aber weder praktisch noch sozial kompatibel. Für einen nachhaltig frischeren Look kommt man nicht um die Chirurgie herum. Die Operation ist nicht kompliziert – es wird ja nur ein Streifen Haut und allenfalls noch Muskel weggeschnitten – und ziemlich unaufgeregt: in geübten Händen dauert der Spuk kaum länger als 45 Minuten und erfolgt in örtlicher Betäubung.

Aber wie bei den Spaghetti al pomodoro kann auch bei vermeintlich einfachsten Dingen einiges falsch gemacht werden. Die Grenze von «ein bisschen» und «ein bisschen zu viel» ist ja oft recht fliessend. Doch was beim Abschneiden von Haaren zwar ärgerlich, aber nicht weiter schlimm ist, führt beim Oberlid dazu, dass kein kompletter Lidschluss mehr möglich ist. Dies kann zwar korrigiert werden, bedeutet aber einen weiterer Eingriff, und das Endresultat leidet oft darunter.

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«Diese maximal exponierte Körperregion verzeiht gar nichts»

Idealerweise sind die Narben etwa sechs Monate nach der Operation kaum mehr sichtbar. Aber werden der Verlauf natürlicher Hautfalten und die Lidanatomie nicht exakt berücksichtigt, verzeiht diese maximal exponierte Körperregion diesbzüglich gar nichts. Schwerwiegende Komplikationen wie Erblindung jedoch sind – seitdem wir vom in den 1990er-Jahren populären halonierten Look weggekommen sind und viel sparsamer Gewebe entfernen – sehr selten geworden.

Zu beachten ist, dass die die ganze Augenpartie für etwa eine Woche ziemlich blau und geschwollen sein wird. Wenn du deine Panda-Augen also nicht überall erklären willst, macht es Sinn, den OP-Termin mit deinen sozialen und/oder beruflichen Terminen abzugleichen. Ansonsten gibt es nicht den richtigen Zeitpunkt für eine OP.

Die Haut ist die dünnste am ganzen Körper

Was aber nichts bringt, ist vorbeugend schon anfangs dreissig loszulegen, nur weil die uneitle Mutter Schlupflider hat und man es nicht so weit kommen lassen möchte. Die Haut im Bereich des Lids ist nämlich die dünnste am ganzen Körper und leiert mit der Zeit aus, egal ob man zuvor schon mal was weggeschnitten hat oder nicht.

Geduld hingegen zahlt sich zumindest finanziell oft aus. Denn die Krankenkassen zeigen zwar wenig Mitleid mit dem verschmierten Lidstrich, werden bei einer messbaren Gesichtsfeldeinschränkung die Kosten für die Operation jedoch übernehmen. Also entscheide selber, wann dieser Streifen Haut lästig genug ist, um ihn weg haben zu wollen.

Natasha Forster (43) ist Fachärztin für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie. Sie führt die Klinik Swisspark in Zürich und ist Belegs- und Konsiliarärztin an diversen öffentlichen Spitälern.

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