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Vanessa (29):

Vanessa (29): "Ich fühlte mich weit entfernt vom Ideal: Zu muskulös, zu männlich"

In unserer Rubrik "Bodybuilding" zeigt sich eine Frau nackt und spricht über ihr Verhältnis zu ihrem Körper. Diesmal erzählt Vanessa (29) davon, wie unschön sie ihre Muskeln fand.

«Als Teenie realisierte ich zunehmend, wie muskulös ich bin im Vergleich zu Gleichaltrigen. Ich habe mit sechs Jahren mit Geräteturnen angefangen, später kam Sportakrobatik dazu. Mir war bewusst: Ich brauche diese Muskeln für meinen Sport. Gleichzeitig fand ich sie schrecklich unschön.

Wir trainierten in hautengen Turnanzügen. Darin sieht man alles: Haltung, Körperspannung, Bewegungsfehler – aber auch Blähbauch, Hautfalten, Dellen. Nicht hilfreich, wenn man sowieso schon mit seinem Körper hadert.

Von Schulkamerad:innen hörte ich: ‹Boah, du hast echt mega krasse Wädli!› Krass nicht im Sinne von beeindruckend, sondern von falsch.

Ich begann darauf zu achten, welche Körperformen als attraktiv gelten. Und fühlte mich weit entfernt vom Schönheitsideal: zu wenig dünn, zu muskulös, zu männlich.

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"Ich schloss potenzielle neue Sportarten kategorisch für mich aus, bei denen ich zu viele Muskeln aufgebaut hätte"

Nachdem ich das Turnen mit 18 aufgegeben hatte, schloss ich potenzielle neue Sportarten kategorisch für mich aus, bei denen ich zu viele Muskeln aufgebaut hätte. Klettern? Macht kräftige Oberarme. Trampolinspringen? Verschlimmert meinen Wadenkomplex.

Frieden schliessen mit meinem Körper konnte ich erst Jahre nach dem Ende meiner Turnerinnenzeit. Es klingt absurd, aber ich musste tatsächlich erst Muskelmasse verlieren, um okay zu sein mit meinem Körper.

Heute prägt mich das alte Schönheitsideal zwar immer noch, aber ich hasse meinen Körper nicht mehr. Ich treibe Sport, weil es mir ein gutes Gefühl gibt. Versuche, die Scham für ausgeprägte Muskeln loszuwerden. Demnächst geh ich klettern.»

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