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Vollmond im Steinbock am 30. Juni 2026: Gleis 1, bitte! Die nächste Version fährt ein

Vollmond im Steinbock am 30. Juni 2026: Gleis 1, bitte! Die nächste Version fährt ein

Dieser Vollmond im Steinbock am 30. Juni 2026 trifft uns mitten im Chaos zwischen Rolltreppe, Rückläufigkeit und Realitätscheck, schreibt unsere Astro-Fee Alexandra Kruse. Was Krebs, Steinbock, Jupiter im Löwen und ein tapferer Klavierspieler im Untergeschoss jetzt mit uns machen, lest ihr hier.

36 Grad, und es wird noch heisser. Die Nerven liegen blank, man kann es nicht anders sagen: Die Menschen spüren sich wirklich nicht mehr. Inklusive mir.

Schauplatz der Apokalypse: die goldenen Bögen im Untergeschoss des Berliner Hauptbahnhofs. Eine Art Epizentrum der Zumutung. McDonald’s ist Endstufe für eine Person, die seit sechs Wochen eine Leberkur machen muss und irgendwie versucht, Gluten, Zucker und Laktose weiträumig zu umfahren. Die Café-Ecke ist nicht besetzt – kein Personal. Ein Espresso, dunkel wie meine Laune, wäre meine einzige und nicht wirklich leberstärkende Option gewesen. Egal. Hauptsache eine Art Ventilation und ein Platz zum Sitzen. Und Fluchen.

Vom Komfort des wunderschönen und stark klimatisierten Hotel de Rome habe ich mich bereits tapfer verabschiedet. Danach habe ich mich fast mit drei passiv-aggressiven Rentnern geprügelt und bin ausfallend geworden, als ich trotz aller erforderlichen Voraussetzungen nicht in die DB Lounge flüchten durfte. Weil ich die App mit meinem nicht vorhandenen Ticket für einen Zug, der nicht fährt, nicht laden konnte. Weil kein WLAN. Und wegen infrastruktureller Schwierigkeiten, die wirklich nicht mehr zu übersehen sind.

Die Rolltreppen sind seit zwei Monaten kaputt. Was mit einer rosa Birkin, einem lila Rimowa – sorry, umgekehrt, aber mein Gehirn ist Brei – und einem hechelnden Chihuahua, der bereits mehrfach durchgegeben hat, dass Berlin weder etwas für seine Nerven noch für sein Wesen ist, keine Nebensächlichkeit ist. Er erwägt Eskapismus in die Schweizer Berge, zumal es nichts Heilsameres gibt als Bergsommerfrische.

Aber nun.

Ein tapferer Mann spielt tapfer Klavier. Ich bin nicht die einzige Reisende. Das Chaos ist dank Reisewarnung der Deutschen Bahn kollektiv: «Bitte vermeiden Sie am Samstag und Sonntag alle nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr.»

Wer entscheidet denn hier, was für wen dringend notwendig ist? Ich will doch nur zu meiner Mama.

Meine Krebs-Sonne und mein Steinbock-Mond wollen einfach nur sofort in Sicherheit gebracht werden, kalten Kamillentee trinken, unter einer gekühlten Gewichtsdecke liegen und ein bisschen weinen.

Der Klavierspieler im Untergeschoss

Irgendwie sitzen wir gerade alle irgendwo im Untergeschoss. Vielleicht nicht im Berliner Hauptbahnhof, vielleicht nicht mit Chihuahua und Rimowa – aber das Gefühl ist dasselbe: diese Hitze, die nicht nur von aussen kommt. Diese unglaublich reale Erschöpfung, die tiefer sitzt, als Transformationswellen, Schlafmangel, Hitze und Eisenwerte es erklären könnten.

Diese Momente, in denen der Fahrplan, der Plan, das Sicherheitsnetz einfach nicht mehr da sind. In denen wir merken, dass die Rolltreppe nicht fährt, der Zug nicht kommt und wir zu allem Elend auch noch Pipi müssen.

Und dann spielt jemand Klavier. Unbeirrt. Mitten im Chaos.

Der Vollmond am 30. Juni ist irgendwie dieser Klavierspieler.

Ein Bahnhof ist ja per se ein Ort, an dem sich Zeit anfühlt wie Kaugummi. Wir kommen an. Wir fahren ab. Wir warten. Dazwischen gehören wir – für einen Moment, der kürzer oder länger dauern kann als geplant – zum Nirgendwo. Zwischen Ursprung und Ziel. Zwischen dem Ort, von dem wir kommen, und dem, zu dem wir wollen.

In dieser Wartehalle des Lebens sitzt etwas Wesentliches: die Frage, ob wir überhaupt noch wissen, in welche Richtung wir eigentlich fahren wollen.

Der sich anbahnende rückläufige Merkur macht ehrlicherweise nichts wirklich besser. Nur offensichtlicher.

Zwischen Krebs und Steinbock

In der Astrologie gibt es für dieses Dazwischen sogenannte Achsen. Die IC-MC-Achse durchzieht jedes Horoskop von unten nach oben – vom tiefsten bis zum höchsten Punkt des Himmels. Der Imum Coeli, kurz IC, ist der tiefste Himmelspunkt und liegt im Zeichen des Krebses, so wie gerade die Sonne. Unser wässriges, emotionales Fundament. Das unsichtbare, intuitive Wurzelwerk unter dem Boden. Die Gebärmutter – nicht nur im körperlichen Sinne, sondern als Bild für den Ort, an dem wir geformt wurden, bevor wir irgendetwas leisten oder beweisen mussten.

Das Elternhaus. Der erste Klang einer vertrauten Stimme. Das früheste, tiefste Wissen darüber, was sich sicher anfühlt – und was eben nicht.

Der Krebs fragt: Bin ich geborgen? Bin ich genährt? Darf ich verletzlich sein, ohne dass etwas zusammenbricht?

Genau gegenüber, am höchsten Punkt des Himmels, liegt der Medium Coeli – das MC – im Zeichen des Steinbocks. Er ist das, was die Welt von uns sieht. Unsere Karriere, unser Ruf, das Aufgebaute. Die Legacy. Die Version von uns, die wir nach Jahren des Arbeitens, des Opferbringens, des Durchhaltens nach aussen tragen.

Der Steinbock fragt: Was leiste ich? Was habe ich aufgebaut? Wofür werde ich erinnert – und reicht mir das?

Krebs ist quasi der Bahnhof, von dem wir kommen. Steinbock ist der Bahnhof, zu dem wir wollen. Und das Leben – das echte Leben, nicht das optimierte – passiert auf der Strecke dazwischen. In den Zügen, die manchmal fahren und manchmal nicht. Im Lärm, im Chaos, an Orten, die uns zwingen, innezuhalten. Und die prüfen, ob wir wirklich schon genug meditiert haben oder eben immer noch ausrasten. So wie der Mann auf der Torstrasse, der einfach nur noch geschrien hat.

Beim Vollmond stehen Sonne und Mond einander direkt gegenüber. Alles tritt ins Licht. Die Sonne steht jetzt im Krebs: Sie zieht uns nach innen, nach Hause, zu dem, was wir wirklich fühlen, wirklich brauchen, wirklich sind – genau dann, wenn niemand zuschaut. Der Mond steht im Steinbock und erinnert uns an unsere Verantwortung, an Struktur, an das, was wir uns erarbeitet haben.

Logisch: Die Spannung zwischen diesen beiden Polen wird in den Tagen rund um den 30. Juni deutlich spürbar. Formulieren wir es mal nett.

Was haben wir für unsere Karriere geopfert? Was hat unsere Karriere uns gegeben, das uns innerlich trägt – und was eben nicht?

Ausgerechnet dieser Vollmond, der uns einlädt, unseren Act zusammenzuhalten, trifft uns in einem Moment, in dem wir uns kollektiv kaum auf den Beinen halten können. Die Hitze, das Chaos, die Reisewarnungen, die ausgefallenen Züge, die Nerven.

Gleis 1: Die nächste Version

Dieser Vollmond fällt auf einen Moment, der so verdichtet ist wie selten. Mehrere grosse Bewegungen geschehen gleichzeitig, und zusammen erzählen sie eine Geschichte über Übergänge, über das Ende einer Ära und den Beginn einer anderen.

Am gleichen Abend des Vollmondes wechselt Jupiter – unser grösster Planet, unser kosmischer Wachstums- und Sinnbringer – aus dem Krebs in den Löwen. Jupiter hat ein ganzes Jahr in der emotionalen Tiefe des Krebses verbracht: ein Jahr des inneren Wachstums, der stillen Reifung unter der Oberfläche. Ein Jahr, in dem viele von uns gespürt haben, dass sie sich verändern – nur nicht genau wussten, zu wem sie dabei werden.

Jetzt betritt Jupiter die Bühne.

Löwe bedeutet Selbstausdruck, Kreativität, Charisma, die Freude, gesehen zu werden – nicht als Performance, sondern aus echter innerer Fülle. Zuletzt stand Jupiter im Löwen im Juli 2014. Das kommende Jahr lädt uns ein, uns zu zeigen. Wer wir geworden sind. Was in uns gewachsen ist. Nicht perfekt, nicht optimiert – aber echt und strahlend.

Ich: schwitzendes Rumpelstilzchen, weil ich dummerweise auch noch einen sehr schönen, aber zu 100 Prozent aus Polyester bestehenden Look anhabe.

Der Vollmond im Steinbock ist damit ein Übergang: ein Bahnhof, auf dem eine Ära offiziell verabschiedet wird, während die nächste bereits auf Gleis 1 einfährt.

Der Vollmond selbst steht im Quadrat zu Saturn und Neptun, die beide im Widder stehen und uns seit Monaten prägen. Saturn ist die Realität, die Struktur, die Verantwortung – alles, was trägt und Grenzen setzt. Neptun ist das Gegenteil: der Traum, das Ungreifbare, das Auflösende, das, was sich rationaler Kontrolle grundsätzlich entzieht.

In einem Quadrat – einem Spannungsaspekt – stehen diese beiden Kräfte quer zu unserem Erleben. Es fühlt sich an wie: Der Plan stimmt nicht mehr, und gleichzeitig sind wir uns nicht sicher, was der richtige neue Plan wäre. Die Struktur, auf die wir uns verlassen haben, passt nicht mehr zu der Person, die wir gerade werden.

Wachstum in seiner unbequemsten Form. Mit Verspätung.

Rückwärts zu uns selbst

Gleichzeitig wird Merkur – der Planet der Kommunikation, der Gedanken und des Reisens – rückläufig. Er dreht am 29. Juni im Krebs um und bleibt bis zum 24. Juli rückläufig. Ein rückläufiger Merkur ist bekannt für Kommunikationspannen, technische Störungen, Züge, die nicht fahren, Apps, die nicht laden, und Entscheidungen, die sich als voreilig herausstellen.

Wir sollten in diesen Wochen also wirklich nichts überstürzen, nichts Wichtiges unterschreiben und wichtige Beschlüsse, wann immer möglich, vertagen.

Was Merkur rückläufig im Krebs uns jedoch anbietet, ist kostbar: die Möglichkeit, zurückzugehen. Uns an unsere Familiengeschichten zu erinnern. Dinge aufzuarbeiten – emotional, innerlich, in den Tiefen der eigenen Geschichte.

Es ist eine Phase des Rückkehrens. Zu uns selbst. Zu den Menschen, die uns kennen. Eben: zu Mama.

Update: Wir sind nicht auf offener Strecke evakuiert worden. Es wurde nur einmal Feueralarm ausgelöst – wegen ZU VIEL DEO. Und nein, it wasn’t me. Ich rieche immer noch nach Pommes und Schweiss. Dafür schaue ich jetzt der Sonne beim Untergehen und dem Mond beim Aufgehen zu. Und warte, bis mich mein Neffe abholt. Der Zug hat leider in Hannover beschlossen, spontan umgeleitet zu werden.

Der Song zu dieser Mondphase:

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1.

1.

Auf dem Umweg bleiben

Nicht fahren, wenn es nicht sein muss. Merkur rückläufig, Vollmond im Quadrat zu Saturn und Neptun – das ist kein Moment für grosse Entscheidungen, neue Verträge oder überstürzte Schritte. Wenn in den kommenden Tagen irgendetwas darauf besteht, nicht zu funktionieren, ist es vielleicht das Universum, das uns auf einen Umweg schickt.

2.

2.

Die Mama-Energie wählen

Die Mama anrufen. Oder wen auch immer unsere Mama-Energie verkörpert – die Menschen, bei denen wir einfach wir sein dürfen. Ohne Agenda, ohne Visitenkarte, ohne die Version von uns, die etwas leistet. Der Steinbock-Vollmond ist die kosmische Einladung, aus aller Härte wieder Weiche zu machen.

3.

3.

Ernten, was reif ist

Was in unserem Leben ist fertig, ohne dass wir es formal abgeschlossen haben? Ein Projekt, das auf seine Würdigung wartet. Ein Kapitel, das sich längst beendet hat. Eine alte Geschichte über uns selbst – über das, was wir leisten müssen, um genug zu sein –, die wir endlich loslassen dürfen. Auf Knien, mit Dankbarkeit, im goldenen Licht der untergehenden Sonne.

4.

4.

Die Fundamente prüfen

Die eigenen Strukturen besichtigen. Steinbock lädt uns ein, die Fundamente zu prüfen – nicht mit Hammer und Urteil, sondern mit ehrlicher und radikaler Neugier. Was trägt uns wirklich noch? Was haben wir weitergebaut, weil wir nicht wussten, wie wir aufhören? Und wo hat die Karriere vielleicht mehr Raum eingenommen als das Leben selbst – als die Menschen, die Freude, der Körper, der schon seit Wochen Kamillentee statt Espresso möchte?

 

5.

5.

Wieder strahlen lernen

Jupiter im Löwen herzlich empfangen. Er wechselt am selben Abend das Zeichen. Eine warme, grosszügige, strahlende Energie beginnt. Ein ganzes Jahr steht unter dem Thema Selbstverwirklichung. Nicht als Lifestyle, sondern als echte, ernsthafte Frage: Wer bin ich, wenn ich aufhöre, mich zu optimieren, und einfach anfange zu strahlen?

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2 Comments
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Xapa

Hallo gefällt mir,doch bitte positive Schwingungen..das Leben auf diesem Planeten Erde ist wunderbar

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Nice

Was für ein wundervoller Kommentar. Genauso fühle ich – ein Steinbock! – mich, in Auflösung von allem, schwer zu ertragen. Aber notwendig zum Wachsen.

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