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Regisseurin Edna Politi über den Nahost-Konflikt:

Regisseurin Edna Politi über den Nahost-Konflikt: "Diese Komplexität ist unser Reichtum"

Mit "Für die Palästinenser, eine Israelin berichtet" drehte Edna Politi (77) vor fünfzig Jahren einen der wichtigsten Filme zum Nahost-Konflikt. Anlässlich der Retrospektive an den Solothurner Filmtagen spricht die Regisseurin über Israel, Gaza, Antisemitismus und die Frage, wie Bilder Hoffnung stiften können.

annabelle: Edna Politi, was geht in Ihnen vor, wenn Sie heute auf Ihre Werke zum Nahen Osten blicken?
Edna Politi: Ich hatte mir versprochen, die Filme vor dem Festival nicht anzusehen, (lacht), aber das war nicht möglich, da ich an der Restaurierung der Negative beteiligt war, die die Solothurner Filmtage und die Cinémathèque Suisse initiiert hatten. Zudem musste ich die neuen Untertitel abnehmen. Als ich mir den Film über die Palästinenser:innen wieder ansah, fühlte ich mich sehr glücklich. Glücklich darüber, dass ich darin Dinge dokumentieren konnte, die heute kaum mehr existieren. So hat das Publikum die Möglichkeit zu sehen, wie es vor fünfzig Jahren war.

Zum Beispiel?
Einen israelischen Freund in Tel Aviv, dem ich den Film vor ein paar Jahren gezeigt hatte, überraschten vor allem zwei Dinge: Erstens, dass es damals so wenige Palästinenserinnen mit Kopftuch gab. Zweitens, dass ich in die Westbank gehen und filmen konnte, ohne Angst zu haben.

Im Film «Für die Palästinenser, eine Israelin berichtet» beschreiben Sie das Alltagsleben von Menschen in der Westbank und Jerusalem. Wie wurden Sie damals als Kamerafrau und Filmemacherin empfangen?
Sehr freundlich. Ich habe aber nie gefilmt, ohne zuvor genau zu erklären, was ich mit diesem Film beabsichtige. Zudem habe ich klar gemacht, dass ich mit diesem Film unterstreichen will, dass das palästinensische Volk das Recht auf einen eigenen Staat neben Israel hat. Weil ich Arabisch spreche, war es einfach zu kommunizieren. Manchmal löste ich auch wahrlich komische Szenen aus. Ich habe von Geburt an ein Problem mit den Augen: Ich kann nur ein Auge zukneifen. Deshalb trug ich bei den Dreharbeiten stets eine schwarze Augenbinde, um in den Sucher der Kamera schauen zu können. Eine solche Augenbinde war das Markenzeichen von Moshe Dayan, dem damaligen israelischen General und Verteidigungsminister, der zu jener Zeit noch lebte. Wenn mich die Menschen in den Dörfern mit meiner Augenbinde sahen, mussten sie lachen.

In Ihren Dokumentarfilmen gibt es oft Einstellungen, in denen die Kamera minutenlang auf eine Szene gerichtet ist. Das ist ein krasser Gegensatz zur Netflix- und Social Media-Ästhetik, die von schnellen Schnitten lebt. Haben Sie sich jemals überlegt, Ihre Filme für das heutige Publikum neu zu schneiden?
Nie und nimmer! Jede Szene braucht ihre eigene Zeit, um Gestalt anzunehmen und Wirklichkeit zu werden. In all meinen Workshops habe ich den Studierenden immer wieder eingetrichtert: «Sie müssen wissen, was für Bilder Sie filmen, warum sie diese Bilder filmen und was sie gefilmt haben. Und vor allem: Sie müssen wissen, was ein Bild ist.»

Was ist ein Bild für Sie?
Etwas Sakrales. Ich bin nicht religiös, ich glaube nicht an Gott, aber ich glaube an eine Transzendenz. Wenn ich eine Person filme, dann halte ich auch ihre Seele, ihre Persönlichkeit, ihre Geschichte fest. Solche Bilder müssen oft langsam sein, in der Zeit verharren. Heute bestehen Filme nicht selten aus so vielen Bildern, dass man sich am Schluss nicht mehr daran erinnern kann, was man eigentlich gesehen hat, oder dass unklar bleibt, was die Filmemacher:innen wirklich zeigen wollten. Ich könnte nie so arbeiten. Okay, früher hatten wir den Vorteil, mit 16-Millimeter-Film zu drehen. Der war so teuer, dass man vor dem Drücken des Auslösers genau wissen musste, was man mit diesem Material machen will.

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"Wir waren optimistisch im Jahr 1973. Wir dachten, die Dinge würden sich verändern"

Sie haben den Film über das Leben von Palästinenser:innen Anfang der 70er-Jahre gedreht. Warum gerade zu jenem Zeitpunkt?
Weil man in Europa damals nur über die palästinensischen Terroristen sprach, die das Olympia-Attentat in München begangen hatten. Niemand erwähnte, dass es da ein palästinensisches Volk gab. Also wollte ich genau diese Menschen zeigen, ihre Geschichte, ihr Leben, ihre Arbeit, ihre Kultur. Wir waren optimistisch im Jahr 1973. Wir dachten, die Dinge würden sich verändern.

Der 7. Oktober 2023, der Überfall der Hamas auf Menschen in Israel und der darauffolgende Krieg zwischen Israel und der Hamas bilden eine Zäsur. Wie blicken Sie darauf?
An jenem 7. Oktober habe ich geweint. Nicht nur wegen des Massakers, sondern auch, weil ich das Gefühl hatte, dass alles, wofür ich und viele andere gekämpft, woran wir geglaubt und worauf wir gehofft hatten, auf eine befreite und gerechte Zukunft für beide Völker, zerstört worden war. Ich fühlte eine Mischung aus Verzweiflung, Zorn und Ohnmacht.

Seit dem 7. Oktober 2023 ist der Antisemitismus im Westen massiv gestiegen, auch in der Schweiz. Viele israelische Jüdinnen und Juden wagen es zum Beispiel nicht mehr, im Tram auf ihrem Handy Nachrichten auf Hebräisch zu lesen, aus Angst vor Übergriffen. Wie gehen Sie mit dieser Angst um?
Einen Moment lang empfand ich Unbehagen. Insbesondere im ersten Jahr nach dem 7. Oktober spürte ich gegenseitigen Hass und Intoleranz von allen Seiten. Ich kenne Leute, die in Israel aufgewachsen sind, die plötzlich entdeckt haben, was Antisemitismus ist. Ich habe mir tatsächlich einmal überlegt, ob ich in der Öffentlichkeit weiterhin Nachrichten auf Hebräisch oder auf Arabisch lesen soll, und beschlossen es doch zu tun. Ich habe Angst nie gemocht! Ich höre auch Nachrichten auf Arabisch. Und ich diskutiere mit Israelis und arabischen Freund:innen, die hier in Europa leben, darüber, was in Israel und Gaza passiert. In anderen Kontexten erlebe ich Gespräche oft als schwierig, weil zum Teil wichtige Aspekte ausgeklammert werden.

Was wird Ihrer Meinung nach ausgeklammert?
Ich muss kurz ausholen: In Israel stand ich linken Gruppen nahe, die an den Internationalismus glaubten. Wir waren immer gegen den Nationalismus, eine Ideologie, die die eigene Nation überhöht. Als ich in den 1970er-Jahren an die Deutsche Film- und Fernsehakademie ins damalige Westberlin kam, herrschte die grosse Zeit des Maoismus. Er erhob die unterdrückten Landbevölkerungen zu den Träger:innen der Revolution. Als ich meinen Kommiliton:innen meinen Film über die Palästinenser zeigte, sagten sie, ich könne doch nicht für zwei Staaten einstehen, es dürfe nur einen Staat geben, einen palästinensischen. Da habe ich verstanden, dass man sich grundsätzlich von politischen Ideologien lösen muss, da sie oft in Gewalt enden. Doch das wollte damals niemand wahrhaben.

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"Absolute Gerechtigkeit gibt es nicht"

Was haben Ihre Beobachtungen von damals mit der Situation heute zu tun? Wir befinden uns ja in einem vollkommen anderen Kontext.
Ich sehe Parallelen zum Gerechtigkeitsempfinden. Ich erlebe hier oft, dass komplexe nicht-westliche Realitäten stark vereinfacht und emotional aufgeladen werden. Das kann dazu führen, dass man sich zu fest mit der eigenen Haltung auseinandersetzt, statt sich ernsthaft damit zu befassen, wie das Leid vor Ort gelindert werden kann.

Sie können diesen Menschen jedoch nicht absprechen, Gerechtigkeit für die Bevölkerung Gazas zu fordern.
Ich verstehe das und teile es. Doch Gerechtigkeit darf nicht zu einer neuen Ungerechtigkeit führen und das auf ewig. Absolute Gerechtigkeit gibt es nicht. Was ist in den letzten 4000 Jahren unserer Menschheitsgeschichte schon gerecht gewesen? Man muss sich mit der Realität auseinandersetzen und versuchen, die Lösungen zu finden, die am wenigsten Unrecht für beide Völker verursachen, sich fragen, wie man trotzdem zusammenleben und einander zumindest respektieren kann. Schon vor fünfzig Jahren brachten palästinensische Bauern in meinem Film diese Forderung zum Ausdruck.

Sie sagen, dass Sie gegen den Nationalismus waren. Auch der Zionismus, das Streben des jüdischen Volks nach einem eigenen Staat, kann als eine Form des Nationalismus interpretiert werden. Welche Haltung haben Sie dazu?
Ich war und bin immer gegen jeden Nationalismus. Das Streben nach einem eigenen Staat ist eine nationale Bewegung, die nicht zwangsläufig in Nationalismus münden muss. Man kann sagen, der Zionismus hat sein Ziel erreicht: Die israelische Nation existiert. Sie ist nicht einfach ein künstliches Konstrukt, sondern hat ihre eigene Sprache, ihre eigene Kultur, ihre eigene Politik. Sie hat sich verwirklicht. Heute herrscht jedoch ein extremer Nationalismus, den man selbstverständlich bekämpfen muss.

Sie sind in einer jüdischen Familie in der libanesischen Stadt Sidon geboren und in Beirut aufgewachsen. Was hat Sie am meisten geprägt?
Die Stadt, die Landschaften, das Meer, das Licht, die Geruchswelt, die Schönheit – alle diese Dinge begleiten mich bis heute. Ebenso geprägt hat mich die Bildung in einer «Alliance Israélite»-Schule. Neben dem französischen und dem libanesisch-arabischen Schulprogramm lernte ich auch Hebräisch. So habe ich als Kind von Anfang an drei Sprachen, drei Alphabete und insbesondere drei Seiten derselben Geschichte kennengelernt, beispielweise jener der Kreuzzüge. Das hilft mir bis heute, die unterschiedlichen Perspektiven zu verstehen. Noch etwas: Mein Vater war Präsident der jüdischen Gemeinde in Sidon. Es war eine kleine Gemeinde, aber dank seiner Funktion hatte er Freund:innen und Bekannte aus den anderen Gemeinden, den Drusen, Schiiten, Sunniten und Christen. Wir waren also oft mit Familien unterschiedlichster Religionszugehörigkeiten zusammen.

"Wenn man für die Rechte, die man sich unter ungeheurem Einsatz erkämpft hat, nicht weiterkämpft, verliert man sie wieder"

Sie sind im Alter von 18 Jahren nach Israel ausgewandert. Mit welchen Hoffnungen?
Ich hatte als junge Frau in der traditionellen Gesellschaft des Libanon zu wenig Rechte und zu wenig Freiheit. Deswegen wollte ich weg. Ich wollte einfach frei sein. Ein freies Leben führen. Aber ich wusste nichts über Israel. Ich wurde 1948 geboren, im Jahr der Gründung Israels und der Vertreibung Hunderttausender Palästinenser:innen, der Nakba. Aber über Israel wurde im Libanon damals nie gesprochen, der Name Israel nie genannt. Er stand auch auf keiner Landkarte. Es muss schwierig sein, sich die Situation vor 65 Jahren vorzustellen, heute, wo man zu allem sofort Fotos und Videos abrufen kann.

Welchen emotionalen Bezug hatten Sie später als junge Frau zu Israel?
Ich wusste, dass es dort eine Wüste gab, und das zog mich an. Und dass dort die meisten Frauen arbeiten. Das fand ich toll, die Leute in meiner Familie fanden das schrecklich.

Sie haben in Haifa Architektur studiert. Wie war das für Sie?
Die ersten Jahre waren grossartig, obwohl ich von Anfang an eigentlich Filme machen wollte. Aber ich brauchte einen Beruf und musste Geld verdienen, und zu jener Zeit wurden in Israel bloss etwa vier, fünf Filme pro Jahr gemacht, Fernsehen gab es noch nicht. Also hatte ich mir gesagt, ich werde Architektin und dann werde ich Filme machen. Doch nach dem zweiten Studienjahr beschloss ich, mich für eine Filmakademie in Europa zu bewerben.

"Kennen Sie Baklava? Genauso bin ich: Ich habe viele Schichten"

In Ihrem Dokumentarfilm «Anou Banou oder die Töchter der Utopie» (1983) porträtieren Sie sechs Frauen, die in den 1920er Jahren aus Russland und Polen nach Palästina emigrierten. Sie wollten «ein Land schaffen, indem sie sich selbst schufen» – so die Bedeutung des hebräischen Lieds «Anou Banou» – und versuchten, Zionismus, Sozialismus und Feminismus zu vereinen. Laut den Protagonistinnen gelang das zunächst, später wurden sie jedoch in traditionelle Geschlechterrollen zurückgedrängt. Haben Sie das ähnlich erlebt?
Ja. In Israel hatten Frauen von Anfang an, wie die sechs Protagonistinnen in meinem Film, Seite an Seite mit Männern Strassen und Häuser gebaut und Felder bewirtschaftet. Arbeiten, die später von Palästinensern übernommen wurden. Meine Generation kämpfte ab Ende der 1960er-Jahre für die Rechte der Frauen und hat auch viel erreicht. Doch Ende der 1980er-Jahre begann die Bezeichnung «Feministin» in den USA, in Europa und auch in Israel zunehmend negativ wahrgenommen zu werden. Aber so ist die Regel in der Geschichte: Wenn man für die Rechte, die man sich unter ungeheurem Einsatz erkämpft hat, nicht weiterkämpft, verliert man sie wieder.

Sie leben seit vierzig Jahren in Genf und Paris. Fühlen Sie sich mittlerweile als Schweizerin oder Französin? Als Libanesin oder Israelin?
Als alles gleichzeitig. Kennen Sie Baklava? Genauso bin ich: Ich habe viele Schichten. Und die sind für mich alle sehr wichtig.

Wie stark ist Ihre Identität als Jüdin heute?
In Bezug auf die jüdische Kultur sehr stark. Ich bin, wie gesagt, nicht gläubig, praktiziere auch nicht, aber ich mag bestimmte Rituale, bestimmte Feste. Das jüdische Neujahrsfest im Herbst ist für mich zum Beispiel nach wie vor der eigentliche Beginn des Jahres. Religionen, ihre Geschichte und ihr Denken interessieren mich sehr, jeglicher religiöser Extremismus ist für mich jedoch inakzeptabel – egal ob christlich, jüdisch, buddhistisch oder muslimisch. Religiöser Extremismus ist eine Katastrophe für die Menschen.

Haben Sie als Filme-Macherin einen Weg gefunden, mit dem Trauma des 7. Oktobers 2023 umzugehen?
Diese Frage habe ich mir schon vor zwanzig Jahren gestellt, nach der 2. Intifada, als mir klar wurde, dass wir uns selbst an die Wand fahren. Für eine Dokumentarfilmerin war und ist diese Ausgangslage so anspruchsvoll wie schwierig, da unsere Realität so komplex und delikat ist. Ich musste jedes Wort, jedes Bild abwägen, immer das Pro und das Kontra zeigen. Es war einer der Gründe, weshalb ich damals begonnen hatte, Filme über Musik zu machen. Ich wollte mich weiterentwickeln, mit neuen Ausdrucksformen experimentieren. Darin habe ich schliesslich einen Weg gefunden, wie ich die Schwierigkeit der unterschiedlichen politischen Narrative überwinden kann: mit der Hilfe des freien Imaginären.

Sie schreiben gerade an Ihrem neuen Werk «Le sourire du sphinx», das Lächeln der Sphinx, eine Erzählung in Form eines barocken Märchens, das in einer fernen Zukunft spielt. Wie gehen Sie dabei vor?
Ich arbeite an einer Erzählstruktur, inspiriert von «Tausendundeiner Nacht», in der reale wie erfundene Figuren und Welten, Vergangenes, Gegenwärtiges und eine ferne Zukunft miteinander verwoben sind. Eine Erzählung, in der ich «meinen» eigenen Nahen Osten neu erkunden und hinterfragen möchte.

In Ihrem Spielfilm «Wie das Meer und seine Wogen» von 1979 erzählen Sie von der Freundschaft zwischen einer Jüdin, die nach Israel ausgewandert ist, und einer Muslimin, die im Libanon blieb. In einer Szene ist zu sehen, wie die beiden jungen Frauen zusammen mit Freund:innen kochen und essen. Vielleicht ist das ein Lösungsansatz für die zunehmende Polarisierung unserer Gesellschaft auch hier im Westen: Gemeinsam kochen, essen, reden und sich als Menschen anerkennen.
Das stimmt. Es ist eine der Szenen, in der ich glaube, auf den Punkt gebracht zu haben, wofür ich stehe. Ich würde noch eines hinzufügen: den Anderen zuhören. Ihre Geschichten erfahren. Aus all diesen Geschichten entsteht dann ein Mosaik oder ein grosses Fresko, das einen verstehen lässt, wie komplex und reichhaltig die Geschichte unserer Region ist. Diese Komplexität ist der Reichtum der Menschen, unser Reichtum. Und das ist, was ich als Künstlerin zeigen kann. Wenn man bloss simple Sachen will, wird man arm.

Sie betonen in Ihren Filmen immer wieder den Wunsch nach der Koexistenz von Palästinenser:innen und Israeli:innen, die Hoffnung, dass beide Nationen nebeneinander und miteinander leben können. Halten Sie immer noch daran fest?
Ja, aber es wird aufgrund des 7. Oktobers 2023 und allem, was seither passiert ist, sehr viel mehr Zeit brauchen, als ich dachte. Die Wunden sind auf beiden Seiten so gross, dass es extrem schwierig werden wird. Doch wir haben keine Zukunft, wenn wir weiterhin so übereinander herfallen. Es ist ein Spiel, das niemand gewinnen kann. Und sollte doch jemand gewinnen, egal ob Israeli oder Palästinenser, kommt es für alle zur Katastrophe. Man muss innehalten und sagen: Stopp!

Trotzdem: Sehen Sie Ansätze zur Versöhnung?
Ich folge einigen israelischen Podcasts auf Youtube und bin erstaunt zu sehen, dass es viele kleine Gruppen und Foren von Israelis und Palästinenser:innen gibt, die sich organisieren, um gemeinsame Wege zu suchen, wie man aus dieser katastrophalen Situation herauskommt. Darunter sind nicht nur Aktivist:innen oder politisierte Leute, sondern auch Akademiker:innen, Ärzte, Kunstschaffende, Mitglieder israelischer Forschungsinstitute, Frauengruppen und Menschen, die Angehörige verloren haben. Noch sind sie eine sehr kleine Gruppe, nur wenige wissen von ihr, aber alle diese Bestrebungen sind für mich Keimzellen der Hoffnung.

Edna Politis Nahost-Trilogie «Für die Palästinenser, eine Israelin berichtet», «Anou Banou oder die Töchter der Utopie» sowie der Spielfilm «Wie das Meer und seine Wogen» werden vom 23. bis 28. Januar als Retrospektive an den 61. Solothurner Filmtagen gezeigt. Edna Politi (77) wird persönlich anwesend sein und ihre Filme vorstellen.

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