Es ist April! Was wir diesen Monat nicht verpassen dürfen
Welche Ausstellung muss man besucht, welche Serie gestreamt und welches Essen probiert haben? Monat für Monat gibt unser Team Kultur- und Veranstaltungstipps. Dieses Mal mit Redaktorin Sandra Brun.
- Von: Sandra Brun
- Bilder: ZVG; Collage: annabelle
Musik
Was die britische Künstlerin – mit Schweizer Wurzeln – Raye mit ihrem neuen Album «This Music May Contain Hope» liefert, ist nicht weniger als ein Meisterwerk. Man reist gefühlt und musikalisch durch vier Jahreszeiten, beginnt eher melancholisch im Herbst, verfällt in eine tiefe Krise im Winter, sieht zaghaft Licht am Horizont im Frühling und spätestens im Sommer lautet das Motto nur noch Joy. Raye erzählt von Herzschmerz, von Körperdysphorie, von Dating-Frust, von Familienliebe, von Freund:innenschaft und nimmt einen mit auf eine Reise durch absolut alle Emotionen. Taschentücher unbedingt bereithalten und nicht vergessen: Tränen dürfen, vor Rührung, Mitgefühl und Freude, absolut fliessen. Kleiner Geheimtipp: Raye kommt im Sommer wieder ans Montreux Jazz Festival (spätestens dort bin ich ihr vor zwei Jahren komplett verfallen, wie sich das anhörte kann man hier nachhören). Es wird ein Fest, das verspreche ich euch.
Kunst
Homosexualität hat schon immer existiert, zu allen Zeiten und in allen Kulturen – der Begriff selbst wurde aber 1869 erstmals verwendet. Der ungarische Schrifsteller Karl Maria Kertbeny setzte schon damals auf ein universelles Menschenrecht auf Begehren. Rund achtzig Kunstwerke öffnen aktuell im Kunstmuseum Basel in der Ausstellung «The First Homosexuals» (läuft bis zum 2. August) den Blick auf queere Gemeinschaften, intime Porträts und selbstbestimmte Lebensentwürfe in den Jahrzehnten nach Aufkommen des Begriffs. Ausserdem zeigen Kunstwerke auf, wie Freundschaft und kunsthistorische Motive schon lange vor der Verwendung des offiziellen Begriffs in Kunstwerken als Codes für gleichgeschlechtliches Verlangen dienten. Ein absolut sehenswerter Einblick in die frühe Geschichte der LGBTQIA+-Community.
Die monumentalen Gemälde des US-amerikanischen Künstlers Kerry James Marshall erzählen vom Leben und der Geschichte Schwarzer Amerikaner:innen. In seinen Werken geht es um Repräsentation, Macht, Zugehörigkeit – aber auch um Freude, Präsenz und Hoffnung. Marshall zeichnet alltägliche Szenen nach, vom Barbershop bis zum Schönheitswettbewerb, und überträgt auf diese Szenen klassische Bildkonzepte und Referenzen zu Werken von Künstler:innen, die ihn inspirieren. Er bezeichnet sich als Kind der Kunstgeschichte und setzt mit seinen Werken ein Denkmal für mehr Sichtbarkeit. Seine Ausstellung «The Histories» im Kunsthaus Zürich läuft bis zum 16. August.
Essen
Kaum etwas macht mich glücklicher als knuspriges Gebäck, am liebsten gefüllt mit einem Orchester verschiedenster Geschmäcker und Texturen. Immer ganz oben auf der Liste: Crunchy Filoteig mit frischem Spinat und cremigem Feta drin. Kombiniert mit Tagträumen von genüsslich-faulen Tagen in der Sonne auf einer griechischen Insel manifestiert sich das Ganze zur kürzlich eröffneten «Fyllo Bakery». Die griechische Bäckerei in Zürich hat eine Vielzahl an handgemachten süssen und salzigen Pastries, die einen beim ersten Biss auf oben erwähnte Insel katapultieren. Dazu gibt es die Hausspezialität Espresseo Freddo und andere leckere Kafis. Und die leise Freude eines Miniurlaubs in der eigenen Stadt.
Mode
Der «Laufmeter Mode-Salon» in Bern zeigt – und feiert – am 18. Und 19. April vielfältige Schweizer Mode. Den ganzen Tag kann nachhaltige Slow Fashion von Schweizer Modeschaffenden entdeckt, bestaunt und gefühlt werden. Zwei Mal täglich werden zudem an Modeschauen die Werke von zwanzig verschiedenen Schweizer Labels, begleitet von Livemusik und Tanzperformances, präsentiert.
Kino
Genau zwanzig Jahre ist es her, seit wir mit Andy Sachs (Anne Hathaway) mitgelitten haben, die in «Der Teufel trägt Prada» den Job beim fiktiven Modemagazin «Runway» zwar gekriegt hat, aber als zweite Assistentin von Chefredaktorin Miranda Priestley (grossartig: Meryl Streep) die absurdesten Aufgaben und Beleidigungen über sich ergehen lassen musste. Nun kommt die Fortsetzung: Am 30. April kommt «Der Teufel trägt Prada 2» ins Kino. Neben Hathaway und Streep kehren auch Emily Blunt und Stanley Tucci zurück in ihre kultigen Originalrollen. Es geht um den Überlebenskampf des Magazins im digitalen Zeitalter, um neue Machtverhältnisse, um das veränderte Spielfeld in Mode und Medien – und hoffentlich um weiterentwickelte weibliche Charaktere.
Design
Schweizer Designer:innen zeigen und verkaufen am 18. und 19. April an der «Vendita 26» in der F+F Schule für Kunst und Design in Zürich ihre mit viel Sorgfalt, Achtsamkeit und Kreativität hergestellten Produkte. Von Teppichen über Handstrick bis zu Made-to-Order-Mode wartet eine grosse Vielfalt an unterschiedlichen Entdeckungen auf euch.
Streaming
Spätestens seit «Schitt’s Creek» (absolute Empfehlung, wer noch nicht geschaut hat: unbedingt nachholen) bin ich grosser, grosser Fan von Dan Levy und allem, was er schreibt und mit anpackt. Nun startet am 9. April seine neue Netflix-Serie «Big Mistakes», die er mit Rachel Sennot (bekannt aus «I love L.A.») erschaffen hat. Er spielt in der Krimikomödie Nicky, der zusammen mit seiner Schwester Morgan (Taylor Ortega) durch Erpressung dazu gezwungen ist, für ein paar sehr gefährliche Leute zu arbeiten. Absolut unfähig werden die beiden Geschwister zum chaotischsten Duo der organisierten Kriminalität.