Es ist Januar! Was wir diesen Monat nicht verpassen dürfen
Monat für Monat gibt unser Team Kultur- und Veranstaltungstipps – von Theatervorstellungen über Ausstellungen bis zu besonderen Events. Für Januar 2026 hat Social Media Editor Vanessa Vodermayer ihre Favoriten ausgewählt.
- Von: Vanessa Vodermayer
- Bilder: ZVG; Collage: annabelle
Film
Das überfordernde Angebot an sehenswerten Filmen ist ein Luxusproblem für sich. Deshalb nehme ich den Service guter Selektionen händeküssend entgegen. Die Solothurner Filmtage schaffen bereits zum 61. Mal einen Treffpunkt für Schweizer Film. Vom 21. bis zum 28. Januar werden 164 Spiel- und Dokumentarfilme in unterschiedlichen Längen präsentiert. Als hingebungsvolle Romantikerin für bedeutungsschwere wie auch -leichte Momente freue ich mich besonders auf die Sektion «Fokus», die den Kitsch auf mehreren Ebenen beleuchtet.
Kunst
Dem vierten Graf von Sandwich, John Montagu, zollt zweifelsfrei ewige Dankbarkeit. Während einer mehrstündigen Cribbage-Partie soll der passionierte Kartenspieler einst seine Mahlzeit auf zwei Brote bestellt haben, um die Karten nicht für Messer und Gabel ablegen zu müssen. Die Geburtsstunde eines grandiosen und simplen Gerichtes.
Gute Dinge miteinander zu kombinieren gilt als bewährtes Konzept, das auch die Macher der temporären Gaststätte Sandwich verfolgen. In der Zürcher Chuchi am Wasser verpflegen sie Besucher:innen bis Ende Februar unter anderem mit warmen Sauerteig-Focaccia-Sandwiches oder Toasties und fügen dem kulinarischen Teil eine künstlerische Komponente hinzu. Ab dem 9. Januar läuft die Gruppenausstellung «Recommended Daily Servings», die sich dem Alltäglichen widmet – den Zufälligkeiten, wechselnden Rhythmen, Koinzidenzen, kreativen Ereignissen, Verbindungen und Formen des Zusammenlebens.
Ich neige zu einer ausgeprägten Begeisterungsfähigkeit und reagiere dementsprechend schnell mit geweitetem Blick und euphorischem «Ohhhh». Meinen Freund:innen erkläre ich ständig, ein erwachsenes Kind zu sein, beziehungsweise eine kindliche Erwachsene. Aufge-ohhhh-t habe ich kürzlich auch wegen eines Ausstellungshinweises der Strategieberaterin Nicole Hasenkamp.
Sie unterstützt David Iselin, den Kurator und Mitgründer der Galerie Modern Animals, bei der Ausstellung «Toutes Directions», die am 10. Januar (von 17 bis 19 Uhr) in einem temporären Space im Zürcher Kreis 4 eröffnet. Wie der Titel verrät, verläuft die Ausstellung in alle Richtungen. Die zentrale Frage lautet: Wenn alles möglich ist, welche Limitationen setzt man sich als Künstler:in dann? Die Antwort darauf liefern die Werke, die bis zum 29. Januar (nach Terminvereinbarung) zu sehen sind.
Vom 23. bis zum 25. Januar wird in Zuoz einmal mehr über Kunst und Kultur gesprochen. Die 15. Edition der Engadin Art Talks läuft unter dem Oberthema «Bonds & Gaps», also «Verbindungen & Lücken». 14 Expert:innen aus verschiedenen Bereichen setzen sich in Vorträgen, Diskussionen, Ausstellungen und Performances über das Verhältnis von Nähe und Distanz, Verbindung und Trennung auseinander.
Bereits fett im Kalender notiert habe ich den Vortrag der Neurowissenschaftlerin und Tänzerin Emily Cross (am 24. Januar). Cross leitet das Social Brain Sciences Lab an der ETH Zürich und erforscht, wie verkörperte Erfahrung die soziale Wahrnehmung und das Lernen beeinflusst. Besonders neugierig macht mich ihre Forschungsarbeit zu komplexen Handlungslern-Paradigmen bei darstellenden Künsten, die aufzeigt, wie Gehirne und Verhaltensweisen geformt werden.
Food
Wenn ich mich auf eine Mahlzeit am Tag beschränken müsste, fiele die Wahl aufs Frühstück. Ausgedehnte Zmorge-Sessions gepaart mit Nebenaktivitäten wie Collagen kleben, Romane lesen oder Perlen auffädeln, bezeichne ich als Hobby. Zur selben Vorliebe bekennt sich auch das Zürcher Studio Roka. In ihrem Clay Breakfast Club, der am 17. Januar Premiere feiert, können Besucher:innen jeweils samstags ein Frühstück von lokalen Bäckereien geniessen und davor, danach oder währenddessen Tonkreationen formen.
Achtsamkeit
Neu auf der Liste an Dingen, die ich gerne im eigenen Wohnzimmer hätte, die aber mein Budget vermutlich sprengen würden, steht die multisensorische und preisgekrönte Installation «Breathe with Pilatus» der Experience Designerin Annabelle Schneider. Die begehbare Stoffwolke auf dem Pilatus lädt ab dem 16. Januar zum Achtsamkeitshappening auf 2132 Meter ein. Im Innern der Wolke lässt man sich bis zum Entspannungspeak vom Zusammenspiel aus Projektion, Klang und Duft berieseln.
Aber es wird noch besser: In und um die Installation finden verschiedene Events vom Astro-Talk mit unserer Astro-Fee Alexandra Kruse bis zur liegenden Breathwork-Session statt. Mein persönliches Highlight ist das zweitägige Bewegungs-Retreat Ende Januar, bei der eine der drei Yoga-Einheiten inmitten der Installation geführt wird.
Würde ich nicht am anderen Ende der Stadt wohnen, fände meine Freizeit viel öfter im Zürcher Yoga-Studio VVOO statt. Schliesslich beglückt mich alles daran: das Angebot der Workshops und Kurse, die entspannungsfördernde Einrichtung, die Auswahl an Produkten ihres Essentials Wellness Shops, die herzenssympathische Gründerin Aylin Karadayi und die Tatsache, dass ich nach einem Besuch ins nebenan liegende Monocle stürmen kann, um mir ein paar tolle Magazine zu holen.
Wie auch immer, dieses Jahr will ich wirklich öfters dort vorbeischauen! Zum Beispiel am 18. Januar für die «Sound Voyage» mit Aisha. Mithilfe von Kristallklangschalen erzeugt sie köstliche Schwingungen, die die Flüssigkeit im Körper vibrieren lassen, was wiederum einen erholenden Effekt bewirken soll. Ein 75 Minuten langer Traum.