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"Ich leide eher an Grössenwahn als an fehlendem Mut": 14 Bekenntnisse von Lena Urzendowsky

Tränen, Freund:innenschaften, Crushes: In diesem Fragebogen geben Künstler:innen so einiges preis. Heute mit Schauspielerin Lena Urzendowsky.

Etwas, das Sie an sich selbst merkwürdig finden?
Ich wundere mich manchmal darüber, dass ich so ein existenzielles Bedürfnis habe zu schauspielern. Ist es nicht merkwürdig, wie sehr einen die eigene Faszination im Griff hat?

Was können Sie an Ihrem Job nicht ausstehen? 
Es kann manchmal sehr überfordernd sein, dass man nicht austauschbar ist. Wenn ich nicht erscheine, kann der Drehtag nicht stattfinden, oder die Vorstellung muss unter Umstände abgesagt werden.

Das prägendste Erlebnis Ihres Lebens?
Der erste Berlinale-Film, den ich als Jugendliche gesehen habe. Da sass ich im Kino und war so verzaubert, dass ich mir nichts mehr gewünscht habe, als irgendwann auch Teil dieser Branche zu sein. Dieser tiefe Wunsch ist bis heute mein Motor.

Wie viele gute Freund:innen haben Sie? 
Es gibt eine gute Handvoll Menschen in meinem Leben, die ich nicht mehr gehen lasse und mit denen ich mir sehr wünsche, dass wir uns ein Leben lang begleiten. Meine Freund:innen sind mir mein ein und alles.

Ihre schlechteste Charaktereigenschaft? 
Vermutlich zugleich auch eine meiner besten: Ich bin Perfektionistin und habe sehr hohe Ansprüche an mich. Das kann zuweilen ein sehr unangenehmer Teufelskreis werden.

In welcher Situation verlieren Sie sofort die Geduld? 
Wenn ich oder andere ungerecht behandelt werden. Oder wenn Dinge schlecht organisiert sind und man sie einfach nur besser hätte kommunizieren oder planen müssen.

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"Menschen und Dinge gehen zu lassen kann ich schlecht"

Eine prominente Person, die Sie unglaublich sexy finden?
Michelle Obama und Rosalía. Kann mich leider nicht entscheiden.

Wann mussten Sie zum letzten Mal weinen? 
Mit einer meiner engsten Freundinnen pflege ich bis heute eine Brieffreundschaft. Selbst in Schulzeiten, in denen wir uns täglich gesehen haben, haben wir uns regelmässig lange handschriftliche Briefe geschrieben. Im Erwachsen- und Älterwerden sind sie immer seltener geworden. Aber neulich hat sie mir wieder einen Brief in meine neue Wahlheimat Zürich geschickt, und was sie geschrieben hat, hat mich so gerührt und glücklich gemacht, dass ich herzlich geweint habe.

Was würden Sie umsetzen, wenn Sie nur den Mut dazu hätten? 
Um ehrlich zu sein, leide ich eher manchmal an Grössenwahn als an fehlendem Mut. Mein Motto ist: Lieber mit wehenden Fahnen scheitern, als etwas nicht probiert haben.

Etwas, das Sie besser können als alle anderen?
Ich glaube, ich bin sehr resilient.

Was nehmen die Leute oft über Sie an, was eigentlich nicht stimmt?
Ich wünschte, ich wüsste das! Aber ich vermute, dass ich manchmal tougher wirke, als ich bin. Ich kann sehr pragmatisch sein, aber im Kern bin ich ein Sensibelchen.

Etwas, worin sie viel schlechter sind als alle anderen? 
Menschen und Dinge gehen zu lassen. Loslassen, das fällt mir oft unheimlich schwer.

Was macht Ihnen regelmässig ein schlechtes Gewissen?
Mein Beruf bringt eine Lebensweise mit sich, die oft nicht nur für mich selbst, sondern auch für meine Liebsten und die Umwelt schlecht ist. Vor allem die Filmbranche ist absolut nicht klimafreundlich. Und die Schauspielerei kein familien- oder freundeskreisfreundlicher Beruf. Trotzdem lebe ich ihn in vollen Zügen aus.

Wann fühlen Sie sich schön?
In Momenten, in denen ich sehr verbunden mit meinem Körper und der Welt bin. Manchmal bin ich stolz darauf, wozu mein Körper fähig ist. Dann bin ich dankbar, dass er mir dieses Leben ermöglicht.

Lena Urzendowsky ist das neuste und jüngste Ensemble-Mitglied am Schauspielhaus Zürich. Sie spielt im neuen Stück «3 Schwestern», einer Dark Comedy von Autorin Barbi Marković, die darin die familiäre Dreierkonstellation zwischen Kämpfen, Ärgernissen und Freuden des Lebens erforscht.

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