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Oper und Ballett: Sechs Bühnenabende für alle, die mehr wollen als Timothée Chalamet

Oper und Ballett: Sechs Bühnenabende für alle, die mehr wollen als Timothée Chalamet

Timothée Chalamet hat sich kürzlich abfällig über Oper und Ballett geäussert. Peinlich, finden wir! Und zeigen euch hier gleich sechs tolle Bühnenabende in der Schweiz, die beweisen, wie lebendig diese Kunstformen sind.

Selten habe ich mich so getäuscht in einem Menschen (den ich nicht kenne). Timothée Chalamet, aka Bob Dylan, den ich mir nun schmerzlich aus meinem Herzen reissen muss, hat sich kürzlich in einem Gespräch mit Matthew McConaughey abfällig über Oper und Ballett geäussert.

Wörtlich sagte er: «Ich möchte nicht in Ballett oder Oper arbeiten oder in Projekten, bei denen es heisst: ‹Lasst uns das am Leben erhalten, obwohl sich eigentlich niemand mehr dafür interessiert.›» Autsch. Das tut weh – auf mehreren Ebenen.

Ein Schauspieler, der die Urform seiner Kunst nicht zu schätzen weiss, ständig aber betont, dass er als «einer der Grossen» in die Geschichte eingehen will? Und darf ich kurz anmerken, dass Chalamet das im Zuge einer PR-Kampagne für einen Film über Pingpong (!) gesagt hat? Deep, Timi, deep!

Nun, schlagen wir uns nicht länger mit Hollywood-Schauspielern herum und gehen wieder einmal Live-Kunst ansehen. Das sollte man ohnehin viel öfter tun – hier kommen sechs tolle Bühnenabende:

«Monster’s Paradise», Zürich

Im Opernhaus Zürich wird es politisch, grotesk und herrlich überdreht: «Monster’s Paradise» ist ein brandneues Musiktheater der Komponistin Olga Neuwirth mit einem Libretto der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.

Zwei Vampirinnen – gewissermassen Alter Egos der Autorinnen – reisen durch eine Welt im Niedergang, während ein tyrannischer Herrscher und ein monströses Meereswesen um Macht kämpfen. Das Ganze ist weniger klassische Oper als eine bissige Polit-Groteske voller Fantasie, Elektronik und schrägem Humor.

Regisseur Tobias Kratzer inszeniert das Spektakel als zeitgenössisches Grand-Guignol-Theater. Kurz: eine Oper für alle, die auf der Bühne gern etwas Wahnsinn erleben.
Vorstellungen im Opernhaus Zürich: 14. und 18. März sowie 10. und 12. April 2026

«Messa da Requiem», Zürich

Im Opernhaus Zürich wird «Messa da Requiem» zu einer Tanzperformance, die unter die Haut geht. Choreograf Christian Spuck nimmt die monumentale Musik von Giuseppe Verdi und übersetzt sie in pure Körperlichkeit.

Mal stürmisch, mal fast meditativ – fast so, als würde der Raum selbst atmen.. Die Tänzer:innen erzählen von Verlust, Hoffnung und dem grossen Drama des Lebens. Schwer? Vielleicht. Aber nicht so schwer wie das echte Leben.
Vorstellungen in Zürich: 15. März und 6. April 2026

«Orlando», Lausanne

An der Opéra de Lausanne geht es mit «Orlando» um Liebe, Heldentum und eine kleine Portion Wahnsinn. Ritter Orlando verliebt sich – und verliert darüber beinahe den Verstand. Nachvollziehbar, oder?

Georg Friedrich Händel liefert dazu die ganz grossen Arien. Die Inszenierung zeigt: Auch Barock kann überraschend modern wirken. Ein Opernabend voller Emotionen, dramatischer Höhenflüge und musikalischer Brillanz.
Vorstellungen in Lausanne: 15., 17., 20., 22. und 24. März 2026

«Die Zauberflöte», Basel

Mit «Die Zauberflöte» bringt das Theater Basel einen echten Publikumsliebling zurück auf die Bühne. Prinz Tamino rettet Prinzessin Pamina, Papageno sucht die Liebe – und irgendwo dazwischen schmettert die Königin der Nacht ihre berühmten Koloraturen.

Wolfgang Amadeus Mozart vereint Märchen, Humor und grosse Opernmomente in diesem Werk. Die Basler Inszenierung setzt auf Farbe, Fantasie und Augenzwinkern. Perfekt für Opernneulinge und alle, denen die besondere Magie der Oper am Herzen liegt. Die Inszenierung von Simon McBurney läuft nun endlich wieder in Basel.
Vorstellungen in Basel: 13., 16., 20., 27. März sowie 6. April 2026

«Castor et Pollux», Genf

Im Grand Théâtre de Genève treffen Götterdrama und barocke Eleganz aufeinander: «Castor et Pollux» erzählt von zwei Brüdern, einer grossen Liebe – und der ewigen Frage, wer für wen durchs Feuer geht.

Jean-Philippe Rameau schrieb eine Musik, die zugleich elegant, verspielt und erstaunlich modern wirkt. Mythologie, ja – aber mit überraschend viel Herz. Ein Abend für alle, die sich gern einmal elegant in andere Sphären entführen lassen.
Vorstellungen in Genf: 19., 21., 25., 27. und 29. März 2026

«New Works: Hakobyan / Jung», Basel

Zeitgenössischer Tanz kann vieles sein – poetisch, wild oder einfach überraschend. Beim Ballettabend «New Works: Hakobyan / Jung» im Theater Basel trifft genau diese Mischung aufeinander.

Zwei Choreografien, zwei Handschriften, ein gemeinsames Ziel: Bewegung neu denken. Mal flirrt die Bühne vor Energie, mal wird es still und fast poetisch. Ein Abend für alle, die Tanz als Abenteuer lieben.
Vorstellungen in Basel: 12., 15., 19. und 28. März 2026

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