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Was von der Liebe bleibt

Kultur

Was von der Liebe bleibt

Diese Liebesgeschichte in Form eines Auktionskatalogs mögen sogar Lesemuffel.

Eine Sammlung Salzstreuer, in Restaurants geklaut. Leere Weinflaschen, ausgetrunken, um die gemeinsam bezogene Wohnung zu begiessen. Die Teekanne vom Flohmarkt: Randnotizen einer verblichenen Liebe. Die Geschichte von Hal und Lenore ist vorbei. Und was von der Liebe bleibt, wird nun versteigert, am Valentinstag 2010. Es sind «Bedeutende Objekte und persönliche Besitzstücke aus der Sammlung von Lenore Doolan und Harold Morris, darunter Bücher, Mode und Schmuck», zusammengestellt in einem fiktiven Auktionskatalog, der eine Liebesgeschichte von ihrem zarten Anfang bis zum herben Ende erzählt. Die kanadische Illustratorin Leanne Shapton (36) erfand den Plot und fotografierte zwei ihrer Freunde als Hal und Lenore. Sammelte Liebesdevotionalien auf Flohmärkten, in Kneipen und auf Blumenwiesen, die Objekte, die sie dann für den Auktionskatalog ablichtete. Wie viel persönliche Geschichte in die Dinge eingesickert sein kann, hatte Leanne Shapton einst erfahren, als sie den Auktionskatalog für die Versteigerung des Nachlasses von Truman Capote durchblätterte. Und feststellte: Jedes Stück war durchtränkt von Erlebnissen und Erfahrungen, eingesponnen in die Zusammenhänge des Lebens seines Besitzers.

Leanne Shapton: Bedeutende Objekte und persönliche Besitzstücke aus der Sammlung von Lenore Doolan und Harold Morris, darunter Bücher, Mode und Schmuck. Berlin-Verlag, Berlin 2010, 144 Seiten, ca. 35 Fr.

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