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Die Feministin: Nika Vodvud

Politik

Die Feministin: Nika Vodvud

In unserer Rubrik «Die Feministin» stellen wir Frauen vor, die wir alle kennen sollten – weil sie aus dem Kampf um die Gleichstellung nicht wegzudenken sind. Heute mit Nika Vodvud.

Sie hat lange Achselhaare, mal einen neonpinken, mal einen neongrünen Vokuhila und hält von Beinrasuren und Make-up genauso wenig wie von Hasskommentaren auf Social Media. Mit ihrem Look erfüllt Nika Vodvud vordergründig so manches «Emanzen»- Klischee. Dabei findet die junge Moskauerin selbst, dass frau durchaus auch mit rotem Kussmund und im Blümchenkleid eine Feministin sein kann.

Masturbation und Menstruation

Auf Instagram und Youtube gewährt die 27-jährige Aktivistin unter dem Namen «Nixelpixel» Einblick in ihr Privatleben. Und sie spricht dort offen über Sexismus, Homophobie, Masturbation und Menstruation. Sich selbst versteht die Russin als intersektionale Feministin – also als Feministin, die sich gegen alle möglichen Formen der Diskriminierung einsetzt. Das Besondere? Frauen wie Nika Vodvud sind in der russischen Öffentlichkeit nach wie vor so rar und umstritten wie die Themen, die sie anspricht.

 

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In ihren Videoclips, die mal wenige Minuten, mal fast eine Stunde dauern, konzentriert sich Nika Vodvud darauf, die Inhalte so leicht verständlich und unterhaltsam wie möglich rüberzu-bringen. Damit macht die talentierte Illustratorin komplexe Themen auch für sehr junge Zuschauerinnen zugänglich. Das Konzept scheint jedenfalls aufzugehen; es bescherte ihr insgesamt schon über 45 Millionen Video-Views. Renommierte Medien wie zum Beispiel die «New York Times» feiern Vodvud bereits als eine der bedeutendsten Feministinnen Russlands.

Die Kehrseite davon: Wegen ständiger Anfeindungen und Morddrohungen ist ein ständiger Wohnungswechsel für die Vloggerin zur Routine geworden. Denn was in der westlichen Welt mittlerweile fast schon zum täglichen Tischgespräch gehört, weckt bei Mütterchen Russland noch immer viel Hass.

Ein veraltetes Wertesystem

Nika Vodvuds selbsterklärtes Ziel: den Feminismus in Russland als etwas Positives zu vermitteln. Gleichzeitig lehnt sie sich so beharrlich, wie es Feministinnen nun mal oft sein müssen, gegen ein veraltetes Wertesystem auf. Eines, das gleichgeschlechtlichen Paaren das öffentliche Händchenhalten verbietet. Und eines, das Weiblichkeit immer noch durch lange Haare, Haus-frauen-Skills und die Abhängigkeit vom Mann definiert.

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