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Filmtipp: Frauen und Feminismus im Fokus

Zeitgeist

Filmtipp: Frauen und Feminismus im Fokus

Die Journalistinnen Patrizia Laeri und Rosanna Grüter haben für 3sat eine dreiteilige Doku über Frauen produziert.

Für ihre dreiteilige Doku «Starke Frauen» hätte es noch genügend weitere Themen, spannende Protagonistinnen und Drehorte gegeben, sagt Patrizia Laeri. Doch sie und Rosanna Grüter, Produzentin und Regisseurin des Films, mussten sich auf drei Themenbereiche fokussieren – und wurden zusätzlich während der Dreharbeiten mit einer globalen Pandemie konfrontiert. «Wir hatten das Projekt noch viel internationaler geplant. Wir wollten zum Beispiel nach Neuseeland zu Jacinda Ardern, die ich am WEF bereits interviewen durfte», erklärt Laeri. Doch die Reiserestriktionen machten den beiden Journalistinnen einen Strich durch die Rechnung.

Mehrmals seien sie kurz davor gewesen, die Produktion ganz abzubrechen. Dass es nicht so weit kam, ist erfreulich. Denn Laeri und Grüter liefern mit ihrer Dokumentation einen umfassenden Film über Frauen, Feminismus und Gleichberechtigung – und das zur besten Sendezeit auf 3sat.

Neue Fragen in der Debatte

Der Film fokussiert auf drei Themenbereiche: Macht, Medien und Pornografie. Zu Wort kommen dabei Politikerinnen wie Bundesrätin Simonetta Sommaruga oder die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, aber auch Unternehmerinnen wie die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich Martha Schultz oder Porno-Regisseurin Erika Lust. Die Filme gehen den Fragen nach, wie Frauen ihren Feminismus leben, welchen Widerständen sie trotzen und welchen Kämpfen sie sich stellen.

Grüter habe sie ein wenig zum dritten Teil über die Pornoindustrie überreden müssen, sagt Laeri. «Ganz im Gegenteil zum ersten Teil über Macht und Wirtschaft ist dieser Bereich nicht unbedingt mein home turf.» Doch nun sei eben dieser dritte Teil ihr Favorit. «Diese Industrie ist so spannend, das Thema so vielschichtig: Denn die Struktur, in der Erika Lust arbeitet, ist eine der letzten grossen Männerdomänen.» Noch immer definiere Mainstream-Porno, wie Millionen von Menschen Sexualität wahrnehmen.

Hinzu kommt die Tatsache, dass die sehr techaffine Branche von grossen Playern wie Facebook oder Google dominiert wird. «Es ist doch spannend zu sehen, dass gewisse behaarte Körperstellen auf Instagram zensiert werden, es aber gleichzeitig okay ist, wenn Videos gepostet werden, auf denen Männer zum Beispiel in alter Hip-Hop-Manier Getränke aus den Hintern von Frauen lecken.» Dieser dritte Filmteil habe ihr komplett neue Fragen und Herausforderungen in der Gleichstellungsdebatte eröffnet, erklärt die Journalistin und Moderatorin weiter.

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Gesellschaftliche Heldinnen abbilden

Das wird vielen Zuschauerinnen und Zuschauern so gehen. Während vor allem der erste Teil für manche eingefleischte Feministinnen und Feministen nicht ganz so viele neue Aspekte aufzuzeigen vermag, vermitteln die drei Filme aneinandergereiht dennoch einen guten und umfassenden Überblick über den feministischen Diskurs in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Nur über den Titel wundert man sich ein wenig. «Starke Frauen»? Muss man die Stärke von Frauen noch immer betonen? Und sind denn nur die abgebildeten Frauen im Film wirklich stark? Laeri verneint. «Um ehrlich zu sein, war das nicht unser Wunschtitel, aber die Entscheidung lag nicht bei Rosanna und mir.» Die feminine Stärke an eine – elitäre – soziale Stellung zu binden, liege ihnen fern. «Zu behaupten, dass nur die, die oben sind, stark sind, stimmt natürlich nicht. Wir wollen deshalb in unseren Filmen auch gesellschaftliche Heldinnen abbilden. Ich denke, das ist uns gelungen.»

«Starke Frauen» läuft heute, Mittwoch, 2. Juni, um 20.15 Uhr auf 3sat

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