Schweizer Macherinnen

So klappt es mit Kindern und Karriere

Text: Stephanie Hess; Foto: Vera Hartmann

Schweizer Macherin Jill Altenburger

Kinder und Karriere: Jill Altenburger Soblik hat das zu ihrem Beruf gemacht und die Teilzeitstellenplattform Jobsfuermama.ch gegründet. Sie sagt: Es gibt kein Erfolgsrezept – aber ein paar gute Ratschläge.

Kinder und Karriere: Jill Altenburger Soblik hat das zu ihrem Beruf gemacht und die Teilzeitstellenplattform Jobsfuermama.ch gegründet. Sie sagt: Es gibt kein Erfolgsrezept – aber ein paar gute Ratschläge.

Machen Sie sich Gedanken zum Pensum.

«Teilzeit zu arbeiten ist ein Privileg. Dabei sollte man wissen: Ein Pensum unter fünfzig Prozent bringt Schwierigkeiten mit sich – karrieretechnisch und in der Altersvorsorge, denn da können Lücken entstehen. Die Vorsorgeuntergrenze liegt bei 21 150 Franken pro Stelle. Vorsicht also bei zwei Teilzeitjobs mit Minipensum. Die Löhne werden für die Vorsorge nicht zusammengerechnet.»

Bringen Sie Vorschläge.

«Werdende Eltern sollten so bald wie möglich das Gespräch mit ihren Arbeitgeberinnen suchen. Meine Erfahrung zeigt: Es lohnt sich, eigene Ideen und Vorschläge einzubringen, beispielsweise den Namen eines möglichen Jobsharing-Partners.»

Bleiben Sie am Ball.

«Kündigt man seinen Job mit der Mutterschaft, ist es wichtig, seine Situation realistisch zu betrachten und am Ball zu bleiben. In Branchen wie in der Informatik oder im Onlinemarketing gilt man nach einer einjährigen Auszeit bereits als Wiedereinsteigerin. Bei einer längeren familiär bedingten Auszeit kann man sich auch eine gleichzeitige Weiterbildung überlegen, das kommt vielerorts gut an.»

Vereinbaren Sie einen Plan.

«Es tönt selbstverständlich, ist es aber oft nicht: Bevor man in die Babypause geht, sollte festgelegt werden, wann und in welchem Pensum man zurückkommt.»

Haben Sie Ansprüche. Und Geduld.

«Einen tollen Job findet man nicht sofort. Durchschnittlich suchen unsere Kundinnen und Kunden – ja, auch 14 Prozent Männer nutzen unsere Plattform – sechs Monate. Grundsätzlich rate ich, eher länger zu suchen, als einfach eine Stelle anzunehmen, die nicht passt oder für die man überqualifiziert ist.»

Halten Sie Ihre Unterlagen aktuell.

«Ich sage nicht, dass das fair ist, aber wer viele Monate weg vom Arbeitsmarkt war, muss ein überdurschnittlich gutes Bewerbungsdossier abliefern. Ein vor vier Jahren erstellter Lebenslauf ist designmässig schlicht veraltet.»

Holen Sie Unterstützung. Und verlieren Sie nicht den Mut.

«Gerade wenn familiär bedingte Auszeiten länger dauern, glauben manche Frauen, als Arbeitnehmerinnen nicht mehr attraktiv zu sein. Da können Coaches helfen, die Interviewtrainings und Unterstützung beim Verfassen des Lebenslaufs anbieten. Serviceangebote gibts vielerorts, auch auf unserer Plattform.»

Jill Altenburger Soblik (36) absolvierte die Hotelfachschule in Lausanne. Später arbeitete sie im Sportmarketing und Eventmanagement. 2014 gründete sie nach der Geburt ihres ersten Kindes die Teilzeitstellenplattform Jobsfuermama.ch, für die sie heute in einem Achtzig-Prozent- Pensum arbeitet. Sie lebt in Zürich, ist verheiratet und Mutter von drei Kindern.

 

Schweizer Macherinnen

Frauen, die inspirieren: Empfehlen Sie uns eine Frau, die auf ihrem Gebiet Herausragendes leistet, oder schicken Sie sich hier gleich selbst ins Rennen um das Prädikat «Schweizer Macherin». 

Stephanie Hess

Die Redaktorin im Ressort Reportagen interessiert sich für die kleinen Leute und die leisen Abenteuer des Alltags. In ihrer Freizeit liest sie – gern auch Fantasy-Bücher für Kinder.

Alle Beiträge von Stephanie Hess

Empfehlungen der Redaktion

Dos & Don'ts

So klappt es mit dem Bewerbungsschreiben

Mehr aus der Rubrik

Schweizer Macherinnen

«Ich lernte, auf die Zähne zu beissen»

Von Stephanie Hess