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Die 20 besten Bücher des Jahres 2015

Text: Claudia Senn

Die 20 besten Bücher des Jahres 2015
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H wie Habicht

Von Helen Macdonald, Allegria-Verlag, Berlin 2015, 416 Seiten, ca. 29 Franken

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Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr um dort seine große Liebe wiederzufinden

Von Per J. Andersson, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2015, 336 Seiten, ca. 22 Franken

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Flammenwerfer

Von Rachel Kushner, Rowohlt-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2015, 560 Seiten, ca. 35 Franken

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Unschuld

Von Jonathan Franzen, Rowohlt-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2015, 832 Seiten, ca. 39 Franken

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All About a Girl

Von Caitlin Moran, Carl’s Books, München 2015, 384 Seiten, ca. 23 Franken

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In/visible

Von Ann-Christine Woehrl und Laura Salm-Reifferscheidt, Edition Lammerhuber, Baden (A) 2014, 212 Seiten, ca. 64 Franken

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Die gleissende Welt

Von Siri Hustvedt, Rowohlt-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2015, 496 Seiten, ca. 32 Franken

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Leigh Bowery. Verwandlungskünstler

Verlag Piet Meyer, Zürich 2015, 328 Seiten, ca. 70 Franken

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Jede Liebesgeschichte ist eine Geistergeschichte. David Foster Wallace. Ein Leben

Von Daniel Max, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2014, 512 Seiten, ca. 35 Franken

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Unbroken

Von Lauren Hillenbrand, Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2014, 519 Seiten, ca. 18 Franken

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Wir sind nicht wir

Von Matthew Thomas, Berlin-Verlag, Berlin 2015, 896 Seiten, ca. 36 Franken

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Lebensstufen

Von Julian Barnes, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2015, 142 Seiten, ca. 24 Franken

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Leona

Von Jenny Rogneby, Atrium-Verlag, Berlin 2015, 448 Seiten, ca. 23 Franken

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Das Schiff des Theseus

Von J. J. Abrams/Doug Dorst, Kiwi-Verlag, Köln 2015, 523 Seiten, ca. 54 Franken

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Du bellst vor dem falschen Baum

Von Judith Holofernes, Tropen-Verlag, Stuttgart 2015, 104 S., ca. 25 Fr.

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Cooking for Artists

Von Mina Stone, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2015, 226 Seiten, ca. 50 Franken

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Die Untastbaren

Von Richard Price, S.-Fischer-Verlag, Frankfurt am Main 2015, 432 Seiten, ca. 36 Franken

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Die Gestirne

Von Eleanor Catton, BTB-Verlag, München 2015, 1040 Seiten, ca. 37 Franken

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Im Tunnel

Von Peter Zingler, Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt 2015, 574 Seiten, ca. 32 Franken

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Doris Stauffer. Eine Monografie

Von Simone Koller und Mara Züst (Hrsg.), Scheidegger & Spiess, Zürich 2015, 190 Seiten, ca. 47 Franken

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annabelle-Redaktorin Claudia Senn hat sich auf die Suche gemacht und die 20 besten Bücher des Jahres 2015 zusammengefasst.

1. Helen Macdonald: H wie Habicht
Eine Hobby-Ornithologin bewältigt ihren Kummer um den verstorbenen Vater durch das Zähmen eines Habichts. Grandios!

 

2. Per J. Andersson: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine grosse Liebe wiederzufinden
Wer je an der grossen Liebe gezweifelt hat, wird hier eines besseren belehrt: Der liebeskranke Inder PK Mahanandia fuhr in den 70er-Jahren 7000 Kilometer weit bis nach Schweden zu seiner geliebten Lotta – mit dem Velo. Wenn das kein Happy End ist. Und dazu noch wahr.

 

3. Rachel Kushner: Flammenwerfer
Das Provinzgör Reno taucht in den Siebzigerjahren in die New Yorker Undergroundszene ein – und lernt dort den italienischen Künstler und milliardenschweren Industriellenspross Valera kennen. Die beiden reisen in seine Villa am Comersee und mischen sich dort unter die Initiatoren einer anarchistischen Revolte, die eine Entführung vorbereiten. Rasant, extrem gut geschrieben und explosiv!

 

4. Jonathan Franzen: Unschuld
Pip ist 23, hat 130 000 Dollar Schulden vom Ausbildungsdarlehen, wohnt in einem besetzten Haus und will ein guter Mensch sein. Durch eine Begegnung mit zwei deutschen Friedensaktivisten bekommt sie ein Praktikum in Bolivien beim Sunlight Project, einer Art Wikileaks, das sich dem guten Zweck der Transparenz verschrieben hat und vom charismatischen Deutschen Andreas Wolf angeführt wird. Rasend spannender Thriller, witzig, beissend, schnell.

 

5. Caitlin Moran: All About a Girl
Dolly ist süss, abgebrüht und haust mit den arbeitslosen Eltern und vier Geschwistern in einem Sozialbau. Doch sie will raus aus dem Mief. Also wird sie Rockkritikerin, macht die Nächte mit Bands durch und tut, was Jungs tun: ernsthaft Spass haben. Grandios komisches Romandebüt der genialischen britischen Starkolumnistin Caitlin Moran.

 

6. Ann-Christine Woehrl, Laura Salm-Reifferscheidt: In/visible 
1500 Menschen werden jährlich Opfer von Säureanschlägen. Die meisten sind Frauen, oft attackiert von Ehemännern oder Verwandten – aus Eifersucht, wegen sexueller Zurückweisung oder im Streit um Geld. Die deutsche ­Fotografin Ann-Chris­tine Woehrl hat 48 Überlebende porträtiert und lässt sie ihre Geschichte erzählen. Sie handeln von starken Frauen die mit ihren Narben und mit enormem Lebensmut gegen das Wegschauen bei häuslicher Gewalt vor die Kamera treten.

 

7. Siri Hustvedt: Die gleissende Welt
Harriet, Witwe eines grossen New Yorker Galeristen, ist selbst Künstlerin, erfährt aber kaum Anerkennung, bis sie ein Experiment startet: Sie schafft drei Installationen und präsentiert drei männliche Künstler, die für die Werke verantwortlich zeichnen – und von der Kunstwelt mit offenen Armen empfangen werden. Grossartiger Roman über den Sexismus im Kunstbetrieb.

 

8. Leigh Bowery. Verwandlungskünstler
Leigh Bowery einen Exzentriker zu nennen, wäre eine krasse Verharmlosung. Der Performancekünstler und Fashiondesigner in eigener Sache gehörte zu den radikalsten Selbstdarstellern der Londoner Clubszene der Achtziger. Die trashigen Glamkostüme inspirierten die Avantgarde der Popkultur von Vivienne Westwood bis Lady Gaga. Zwanzig Jahre nach seinem Aids-Tod erzählt ein grossartiger Bildband jetzt erstmals das Leben des Dragstars als Gesamtkunstwerk.

 

9. Daniel Max: Jede Liebesgeschichte ist eine Geistergeschichte. David Foster Wallace. Ein Leben
David Foster Wallace galt als Genie, als Erneuerer der amerikanischen Literatur, wurde umschwärmt und mit Preisen überhäuft. Und er litt an Depressionen, denen er 2008 als 46-Jähriger erlag, als er sich nach jahrzehntelanger Qual das Leben nahm. Dank dieser wunderbar klugen Biografie beginnt man die Ausweglosigkeit seiner Krankheit zu erahnen.

 

10. Laura Hillenbrand: Unbroken. Die unfassbare Lebensgeschichte des Louis Zamperini
Louis Zamperini wurde 1917 als Kind italienischer Immigranten in New York geboren. Als Teenager entdeckte er den Mittelstreckenlauf und nahm 1936 als 19-Jähriger an der Olympiade teil. Zurück in den USA, meldete er sich zu den Waffen, wurde Flieger, stürzte über dem Pazifik ab und trieb auf einem Floss fast sieben Wochen lang im Meer, um endlich auf einer Insel zu stranden. Dort wurde er von japanischen Soldaten aufgegriffen, geriet in Kriegsgefangenschaft und unter Folter. Als er nach Amerika heimkehrte, wurde er als Held gefeiert, aber mit seinen Traumata alleingelassen. Verfilmt von den Coen-Brüdern und Angelina Jolie.

11. Matthew Thomas: Wir sind nicht wir
Zehn Jahre lang feilte der einstige Highschoollehrer Matthew Thomas an seinem Debüt «Wir sind nicht wir», oft kurz vor dem Aufgeben und chronisch pleite. Es hat sich gelohnt. Das Familienepos rund um die Sehnsüchte, Enttäuschungen und Schicksalsschläge einer irischen Einwanderersippe erzählt von den Tiefen des Menschseins.

 

12. Julian Barnes: Lebensstufen
«Taj Mahal aus Papier» nannte die engliche Presse das kleine Buch des britischen Ausnahmeschriftstellers Julian Barnes. Es geht um Fotografie und Ballonfahrt, Leben und Tod – eigentlich aber um die Liebe. Und um Barnes’ Trauer um seine 2008 verstorbene Frau. «Du kommst darüber hinweg, sagen die Leute. Und es stimmt. Aber nicht so wie ein Zug: Raus aus dem Tunnel, rein in den Sonnenschein. Eher wie eine Möwe aus einer Öllache. Man ist geteert und gefedert fürs Leben.»

 

13. Jenny Rogneby: Leona. Die Würfel sind gefallen
Das Mädchen ist nackt und blutverschmiert, als es die Bank betritt. Es trägt einen Kassettenrecorder. Aus dem kommt eine Männerstimme, sie fordert Geld und droht, das Mädchen aufzuhalten, bedeute seinen Tod... Nicht nur das Buch ist fesselnd, sondern auch die Biografie der 1974 in Äthiopien geborenen Autorin Jenny Rogneby. Sie wurde von schwedischen Eltern adoptiert, galt als musikalisch hochbegabt, war Popstar und stand mit Michael Jackson auf der Bühne. Studierte dann Kriminologie, wurde Kommissarin – um nach sieben Dienstjahren diese düstere Geschichte zu schreiben.

 

14. J. J. Abrams/Doug Dorst: Das Schiff des Theseus
Ein Buch wie ein Dschungel, in dem man sich verlieren kann, wie ein Actionmovie, von dem man nicht lassen kann, wie ein Computerspiel, das auf verschiedenen Ebenen funktioniert. Eingelegt in den Schmöker sind Telegramme, Fotos, Postkarten, Zeitungsausrisse und eine Lageskizze der universitären Katakomben. «Das schönste Buch, das ich je gesehen habe», seufzte ein «New York Times»-Kritiker.

 

15. Judith Holofernes: Du bellst vor dem falschen Baum
Mit Bildern von Vanessa Karré. Die Sängerin der Band „Wir sind Helden“ kann auch dichten – und wie! Hochkomische Tierpoesie im Geiste Robert Gernhardts mit tollen Illustrationen. Schön und lustig!

 

16. Mina Stone: Cooking for Artists
Wer weiss, wie mickrig die Kunst von Urs Fischer aussähe ohne den Support von Mina Stone? Weil Atelierköchin Stone seit Jahren die Vitamine für Fischers Kunst liefert, haben die beiden jetzt ein Kunstbuch gemacht, das man zunächst für ein Kochbuch halten könnte.

 

17. Richard Price: Die Unantastbaren
Die «Unantastbaren» sind Verbrecher, die sich mit miesen Tricks einer Verurteilung entziehen. Auch der New Yorker Detektiv Billy Graves wird in seinen Träumen von einem dieser Unantastbaren verfolgt, den er gerecht bestraft sehen will. Dem Autor Richard Price ist ein weiterer grandios dunkler Kriminalroman gelungen, reportagehaft geschrieben, mit meisterlichen Dialogen, der Seelenzustände ausleuchtet und die Grenzen zwischen Schuld und Unschuld verwischt.

 

18. Eleanor Catton: Die Gestirne
Dieser Wälzer ist die beste Gesellschaft für einen Winterabend auf dem Sofa: Es geht um den Goldrausch in Neuseeland in den 1860er-Jahren und um den Schotten Walter Moody, der nach harter Überfahrt im Crown Hotel Herberge sucht und mitten hineinplatzt in eine geheimnisvolle Versammlung von zwölf Männern. Beste viktorianische Erzähltradition, als wäre Charles Dickens am Werk! Dabei ist die 28-jährige Catton Kanadierin und die jüngste Booker-Preisträgerin aller Zeiten.

 

19. Peter Zingler: Im Tunnel
Zingler, ein ehemaliger Gangster alter Schule, ist heute erfolgreicher Drehbuchautor und hat allein 19 «Tatort»-Scripts verfasst. In dieser charmanten Autobiographie lässt der alte Ganove seine Kindheit im zerbombten Köln und seine Heldentaten als Gentleman-Dieb in den schillerndsten Farben aufleuchten.

 

20. Simone Koller und Mara Züst (Hrsg.): Doris Stauffer. Eine Monografie
Als Doris Stauffer, die spätere Mitbegründerin der Schweizer Frauenbefreiungsbewegung und der Zürcher F+F Schule, Anfang der Sechziger beschloss, Künstlerin zu werden, war sie jung, verheiratet, mittellos und Mutter von drei Kindern. Nicht die besten Chancen, um Grosses zu bewegen. Doch Stauffer nutzte sie. Eine schöne Monografie, prall gefüllt mit hinreissenden Arbeiten im ­Do-it-yourself-Look, persönlichen Notizen und Berichten über ihre ­humorvollen feministischen Happenings.

Claudia Senn

Die Autorin ist Kultur-Redaktorin und Reporterin bei annabelle. claudia.senn@annabelle.ch

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