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Auf der Bahn zählen Hundertstelsekunden, beim Nähen Millimeter

Auf der Bahn zählen Hundertstelsekunden, beim Nähen Millimeter

Was braucht es, um im entscheidenden Moment ganz bei sich zu sein? Für On-Athletin Ditaji Kambundji sind es Fokus, Routine und ein gutes Körpergefühl. Die Hürdensprinterin über Performance, Selbstbewusstsein und die Seiten an ihr, die man abseits der Bahn entdeckt.

Als Hürdensprinterin steht Ditaji Kambundji für Präzision, Disziplin und Performance. Gleichzeitig spielen Kreativität, Fashion und Design eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Wir haben die 24-Jährige beim «Train mit Ditaji»-Event von On in Zürich getroffen, wo 25 Frauen die Möglichkeit hatten, die neuen On Train Tights aus FormTec™ selbst zu testen. An diesem Nachmittag wurden auch Ditajis zwei Leidenschaften erlebbar: die Weltklasse-Athletin und die leidenschaftliche Näherin. Im Gespräch erzählt sie, was die beiden Welten verbindet – und warum persönlicher Style für ihre Performance genauso dazugehört wie Training und Fokus.

Was geht dir in den gut zwölf Sekunden eines Rennens durch den Kopf?
Ditaji Kambundji: Nicht sehr viel. Und das ist gut. Ein gutes Rennen ist für mich, wenn ich ins Ziel komme und mich nicht daran erinnern kann. Von meinem Weltmeisterrennen in Tokio habe ich zum Beispiel kaum Erinnerungen an das Rennen selbst – an alles vorher und nachher schon. Aber nicht an das Rennen.

Wie gehst du damit um, dass du dich auf jedes Detail vorbereitest und im Wettkampf trotzdem nicht alles kontrollieren kannst?
Vieles läuft während des Rennens im Autopilot. Wenn rechts oder links etwas passiert, wenn es einen Sturz gibt oder was auch immer, ist es wichtig, dass ich mich auf mich selbst konzentriere.

Was musst du loslassen können, um wirklich schnell zu sein?
Alle Zweifel und alles, was rundherum passiert. Wenn ich an den Start gehe, muss ich mich ausschliesslich auf das konzentrieren, was ich jetzt zu tun habe – und auf nichts anderes. Eigentlich ist es gar nicht kompliziert. Ich versuche, es immer auf diese Einfachheit herunterzubrechen: Was muss ich jetzt gerade tun?

"Ein gutes Rennen ist für mich, wenn ich ins Ziel komme und mich nicht daran erinnern kann"

Hast du dafür eine feste Routine?
Absolut. Der ganze Wettkampftag ist ein spezieller Tag. Ich habe eine feste Routine vom Paratmachen bis zum Start, die mich auf diesen Moment vorbereitet. Das ist für mich sehr wichtig. Und kurz vor dem Start kann ich mich mit Techniken wie Atemübungen nochmals runterbringen.

Wovor hast du Angst, wenn du im Startblock stehst?
Im Startblock habe ich keinen Grund, Angst zu haben. Die Zweifel, die man allenfalls hat, passieren vorher oder nachher. Im Startblock muss ich selbstbewusst sein.

Zu deiner Vorbereitung gehört auch dein Styling. Wie wichtig ist das?
Es ist hauptsächlich für mich selbst wichtig. Ein Wettkampftag ist immer ein spezieller Tag. Der Prozess, mich parat zu machen und mir Zeit für mich zu nehmen, geniesse ich sehr. Und damit kommt auch das Selbstbewusstsein. Wenn ich mein On-Dress anziehe, mich schminke und Schmuck anlege, weiss ich: Heute ist Wettkampftag. Diese ganze Vorbereitung von den Haaren über das Make-up bis zum Outfit gehört für mich dazu.

Lässt du dir Haare und Make-up von einem Profi machen?
(lacht) Nein, nein, das mache ich alles selber.

Gerade in der Leichtathletik fällt auf, dass viele Athletinnen viel Wert auf ihr Styling legen. Warum?
Ich denke, das Motto ist allgemein verbreitet: «Look good, feel good, run good.» Es hat viel mit Selbstbewusstsein zu tun. Wir sind ausserdem keine Kontaktsportart, man darf Schmuck und Make-up tragen. Und unser Auftritt dauert nur wenige Sekunden – dann ist es vorbei.

Bist du schneller, wenn du dich schön fühlst?
Ich denke, es ist wichtig, dass ich mir Zeit nehme, um mich wohlzufühlen. Dann kann ich auch besser performen. Ich vergleiche es gerne mit einer wichtigen Präsentation oder einem Vorstellungsgespräch: Da zieht man auch nicht eine ausgeleierte Jeans an, sondern macht sich bewusst schön, um diesen Extra-Boost an Confidence zu haben. Bei uns ist es genauso. Ein Rennen ist einer der wichtigsten Tage im Jahr, und da will man sich wohlfühlen.

Was muss Kleidung können, damit du sie im Wettkampf vergisst?
Ich muss mich wohlfühlen und mich supportet fühlen. Ich darf nicht das Gefühl haben, ständig irgendwo daran herumziehen zu müssen, damit es sitzt. Das Gleiche gilt fürs Training. Mit den On Train Tights bin ich da mega zufrieden. Ich weiss, dass alles sitzt und ich mich wohlfühle. Das ist wichtig, damit ich selbstbewusst bin und meine beste Leistung abrufen kann.

Dieses Gefühl steht auch bei der neuen Training Collection von On im Zentrum: Performance Kleidung, die Halt gibt, ohne zu verrutschen. Die Train Tights aus FormTec™ verbinden optimalen Support mit voller Bewegungsfreiheit. Der doppellagige, hohe Bund sorgt für einen perfekten Sitz, während das sleeke Design in vier verschiedenen Farben erhältlich ist. Die On-Pieces sind für intensive Workouts wie Krafttraining, HIIT und Sprints entwickelt.

Train Bra

in Abyss, 85 Fr.

Hybrid-Schuh

Cloud X Tempo in Ivory / Storm, 230 Fr.

Train Tights

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Train Tights

aus On FormTec™ in Clay, 140 Fr.

In deiner Freizeit nähst du Kleider. Was reizt dich an diesem langsamen Handwerk, wenn dein Leben als Athletin in Hundertstelsekunden gemessen wird?
Dass es etwas ganz anderes ist. Es braucht Geduld und ist ein längerer Prozess. Man macht Fehler, trennt eine Naht wieder auf und fängt von vorne an. Ich bin nicht die Beste darin – mir geht es vor allem darum, Spass zu haben.

Wie bist du zum Nähen gekommen?
Ich habe während Corona damit angefangen, weil ich Lust auf ein neues Hobby hatte. Meine Grossmutter hat immer genäht, das fand ich schon als Kind cool. Damit ich auch wirklich dranbleibe, habe ich mir eine Challenge gesetzt: Ich habe auf Instagram angekündigt, dass ich innerhalb eines Jahres nähen lernen und ein Kleid machen möchte.

Woran erkennt man ein Kleidungsstück, das du gemacht hast?
Daran, dass es nicht perfekt ist. Ich bin noch nicht auf dem Niveau, auf dem ich ein fehlerfreies Kleidungsstück machen kann. Aber das ist auch okay, es gehört zum Prozess.

"Die Suche nach Perfektion verbindet beide Disziplinen"

Auf den ersten Blick könnten Sprinten und Nähen kaum unterschiedlicher sein. Wo sind sie sich für dich am ähnlichsten?
Bei der Perfektion. Beim Nähen können schon wenige Millimeter einen grossen Unterschied machen, im Sport sind es Hundertstelsekunden. Die Suche nach Perfektion verbindet beide Disziplinen.

Was haben ein perfekter Hürdenlauf und ein gelungenes Kleid gemeinsam?
Beides muss technisch perfekt sein.

Was gibt dir das Nähen, das dir der Sport nicht gibt?
Einen Ausgleich. Der Sport gibt mir sehr viel, aber das Nähen ist eine komplett andere Challenge. Ich habe darin etwas gefunden, das mich herausfordert und für das es ganz andere Fähigkeiten braucht als im Sport.

Gibt es einen Teil deiner Persönlichkeit, den du durch Mode leichter zeigen kannst als durch Worte?
Für mich geht es mehr ums Machen als ums Ausdrücken. Ich bin eine sehr interessierte Person und beschäftige mich gerne mit verschiedensten Dingen, nicht nur mit dem Sport. Das Nähen ist eines davon. Ich habe gerne Abwechslung im Leben.

Wer bist du, wenn du nicht rennst?
Ich bin ein ausgeprägter Familienmensch. Ich verbringe viel Zeit mit meinen Freund:innen und beschäftige mich gerne mit verschiedensten Dingen. Mir ist selten langweilig. Ich trenne das aber nicht vom Sport – das gehört alles zusammen.

Musstest du irgendwann lernen, dir selbst zu erlauben, mehr als «nur» eine Athletin zu sein?
Nein, ich war schon immer mehr als nur eine Athletin. Wichtig ist für mich der Halt meiner Familie und die Unterstützung, die ich habe. Zu Hause bin ich einfach Tochter oder Schwester. In unserer Familie spielt es keine Rolle, was wir machen, sondern wer wir sind.

Was hat dich der Weg zur Spitzenathletin gekostet?
«Gekostet» klingt so negativ. Was es sicher braucht, ist extrem viel Zeit. Als Athletin ist man viel unterwegs und verpasst Dinge zu Hause – Familienfeste, Zeit mit Freund:innen oder gewisse Sommer. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass ich so viel mehr gewinne: Der Sport gibt mir unglaublich viel zurück, durch die Reisen und die Erfahrungen, die ich machen darf.

"In unserer Familie spielt es keine Rolle, was wir machen, sondern wer wir sind"

Was würdest du deinem jüngeren Ich über Ehrgeiz sagen?
Ehrgeiz ist wichtig. Es ist gut, sich Ziele zu setzen und den Mut zu haben, sie auch zu verfolgen.

Was möchtest du, dass von dir bleibt – ausser deinen Resultaten?
Die Erfahrungen, die ich machen durfte: die Reisen, die Menschen, die ich kennenlernen durfte, und die Herausforderungen, die ich gemeistert habe. Wenn ich einmal auf meine Karriere zurückblicke, sollen nicht nur die Resultate bleiben, sondern auch all das, was ich auf diesem Weg erlebt und gelernt habe.

Wenn morgen alles vorbei wäre: An was würdest du dich erinnern?
An die Erfahrungen, die ich machen durfte, daran, wie ich im Sport gewachsen bin und dass ich mit meiner Schwester gemeinsam Sport machen durfte. Und natürlich an die Ziele, die ich mir gesetzt und erreicht habe. Darauf bin ich stolz.

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