7 portugiesische Labels, die uns den Kopf verdreht haben
Bom dia! Sind die Ferien in Portugal gebucht? Will die Sommermode aus dem Schrank? Zum Überbrücken der Sehnsucht ziehen wir uns das gute Wetter schon mal an. Diese sieben portugiesischen Brands sollte man jetzt lieben lernen.
- Von: Linda Leitner
- Bild: Instagram/marianakapag
Arndes
Im ehemaligen Königspalast im Herzen Lissabons liess sich letztes Wochenende wunderbar spekulieren, wer die portugiesische Modeszene wohl in Zukunft regieren wird. Anlässlich der Moda Lisboa versammelte man sich in der Hauptstadt, eilte emsig von Show zu Show, naschte zwischendurch ein bis drei Pastel de Nata (korrekter Plural: Pastéis de Nata) und war sich dann beim Portwein schnell einig: Im Label Arndes liesse sich mühelos die Welt erobern. Denn die Entwürfe von Designerin Ana Rita de Sousa liefern eine begehrenswerte Nineties-Ästhetik, die mit skulpturalen und minimalistischen Silhouetten gleichermassen spielt.
Noch muss man de Sousa in die Instagram-DM sliden, wenn man einen Entwurf des Labels aus Porto erwerben möchte: Die aus Deadstock gefertigten Stücke sind limitiert, der Webshop ist in Bearbeitung und unsere Vorfreude immens.
Constança Entrudo
Wenn sie anfängt zu entwerfen, denkt sie nicht an Tragbarkeit. Constança Entrudo geht vom Material aus. Sie webt, klebt, forscht, probiert, verwirft, stellt die üblichen Prozesse der Textilherstellung infrage, kreiert losgelöst von üblichen Designstrukturen und überschreitet Grenzen, ohne dabei ihre künstlerische Identität zu verlieren. Was entsteht, sind humorvolle textile Kunstwerke zum Anziehen. Besucht man die Absolventin des Central Saint Martins College in ihrem Atelier in Lissabon, hängen die deshalb gerne auch mal an der Wand.
Hot Tipp: Wen das neugierig gemacht hat, der kann sich auf ihrer Website nicht nur mit Klamotten eindecken, sondern auch einen Studio Visit buchen. Sehr bunt, sehr wild, sehr inspirierend.
Béhen
Designerin Joana Duarte studierte und arbeitete in England und Indien, bevor sie in ihre Heimat Portugal zurückkehrte – zu den Geschichten und Stickereien ihrer Familie, die sie zur Gründung ihres Labels Béhen inspirierten. Ihre Mission: das portugiesische Kulturerbe bewahren und Handwerkskunst in zeitgenössische Stücke übersetzen. Béhen ist romantisch und verspielt, hat Tops mit unzähligen Schleifen und Kleider aus altem Tischtuch im Sortiment und passt wunderbar in laue Sommernächte – auch die in der Schweiz.
Mestre Studio
Fun Fact: Designer Diogo Mestre hat ein Studium der Bildhauerei auf dem zarten Buckel. Seine Mode dagegen ist alles andere als steinern – mit seinem Label Mestre Studio macht er flasuschig-fantasievollen Strick und widmet sich der Dekonstruktion traditioneller Techniken.
Gandaia
Gute Basics made in Portugal? Das in Lissabon ansässige Label Gandaia macht oft zeitlose, meistens sehr cute Pieces, die im Grunde unisex getragen werden sollen. Der kommende Sommer sieht bei Gandaia verdächtig nach 2000er-Statement-Shirts mit Strass-Lettern, süssen Miniröcken und Buttergelb aus.
Ariana Orrico
Atenção, atenção, diese Frau steckt noch im Master, ist aber up and coming: An der Moda Lisboa gewann sie gerade einen Preis in der Newcomer-Kategorie «Sangue Novo» und auch wir haben ihre Interpretation eines Alphamännchens geliebt – in der Kollektion «Macho Alfa» designte Ariana Orrico Sporttrikots und kleine Slips aus Lederresten, an denen Schachfiguren baumeln. Sie versucht so, Virilität neu zu denken. Braucht Mann beim Ausführen seiner Taktik bald Tiefschutz? Aus Angst, weil wir längst durchschaut haben, dass für sie alles nur ein Spiel ist?
Tema Creations
Grosse Krägen und Ärmel, gehäkelte Schals und Kopftücher, brokatartige Mäntel: In den Entwürfen des Labels Tema schwingt immer ein bisschen Nostalgie mit – aber auch der romantische Wunsch nach ein bisschen Zirkus im Leben.