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Curry Saison: 3 indische Rezepte, die wir jetzt nachkochen

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Curry Saison: 3 indische Rezepte, die wir jetzt nachkochen

Indische Köstlichkeiten à discrétion: Hier kommen drei leckere Rezepte aus dem Kochbuch «Easy Indien» von Alex Wahi.

Wenn Aromen eine Farbe hätten, meine Wohnung wäre in diesen Tagen ein expressionistisches Farbfest in leuchtendem Gelb, Pink, Orange und Türkis. Oder olfaktorisch: Eine duftende Kakophonie von Kreuzkümmel, Koriander, Ingwer, Kardamom, Zimt, Nelken, Chili, Knoblauch und Zitrone breitet sich bis in den letzten Winkel aus.

Eine der fantastischen Eigenschaften von indischen Gerichten ist, dass sie wie ein kulinarischer Wirbelsturm Hochnebel wegfegt – und mitteleuropäische Geniesser:innen sensorisch zwar etwas überwältigen, aber umso glücklicher zurücklassen.

Lang habe er gezögert, ein indisches Kochbuch zu verfassen, schreibt Koch Alex Wahi in seinem Vorwort – aus Respekt davor, der kulinarischen Vielfalt der Heimat seines Vaters nicht gerecht werden zu können. Zum Glück hat er es dennoch gewagt, ist dem Anspruch an Authentizität mit Gelassenheit begegnet und hat die teilweise sehr aufwendigen Rezepte der traditionellen indischen Küche so weit vereinfacht, dass sie auch für Menschen in unseren Breitengraden leicht nachzukochen sind.

Klar, das Gewürzregal muss etwas aufgestockt werden, aber es sind eigentlich alle Zutaten im Supermarkt erhältlich. Das ist eine Leistung, die nicht genug gewürdigt werden kann!

Das Buch ist unterteilt in Basics, Snacks und Streetfood, Beilagen, Fleisch und Fisch, Vegetarisch und Vegan, Drinks und Sweets. Von der Herstellung von Gewürzmischungen über spicy Häppchen bis zu Naan und Chutneys. Von Pulled Pork Delhi Style bis Butter Chicken und Lemon-Garnelen-Curry. Biryani, Korma, Aloo, Palak Paneer, Daal … wer jetzt leicht überfordert leer schluckt, dem sei ein Jaljeera Gin Tonic empfohlen.

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Bild: Gräfe und Unzer/Vivi D’Angelo

Safran- Blumenkohl-Korma

Für 4 Personen

 

2 Gemüsezwiebeln (à ca. 250 g)
1 Stück Ingwer (10 g)
1 mittelscharfe Chilischote
2 Knoblauchzehen
4 grüne Kardamomkapseln
2 EL Ghee (oder Bratbutter)
1 g Safranfäden
80 g Mandelkerne
1 Msp. Zimtpulver
1 TL gemahlener Koriander
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 EL Honig
1 TL Zucker
1 Spritzer Zitronensaft
Salz, Pfeffer
400 g Kokosmilch
1 Blumenkohl (ca. 800 g)
2 EL Rapsöl

 

So geht’s: 

 

Zwiebeln schälen und in Würfel schneiden. Ingwer schälen und reiben, die Chilischote waschen, längs halbieren, entkernen und in feine Streifen schneiden. Knoblauch schälen und fein würfeln. Kardamomkapseln aufbrechen, Samen herauslösen und zerstossen.

 

Ghee in einer Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Zwiebelwürfel, Ingwer, Chili, Knoblauch, Kardamom sowie Safran hinzufügen und zugedeckt ca. 12 Minuten dünsten. Inzwischen eine kleine Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen und die Mandeln darin ohne Fett 4 bis 5 Minuten anrösten.

 

Zimt, Koriander, Kreuzkümmel, Honig, Zucker, Zitronensaft sowie 1/2 Teelöffel Salz zur Zwiebelmischung geben und Gewürze bei mittlerer Hitze 1 Minute anbraten.

 

Mandeln hinzugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Mischung mit Kokosmilch aufgiessen und alle Zutaten kurz verrühren. In einen Mixer geben und zu einer Sauce mixen.

 

Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Blumenkohl waschen, putzen und in Röschen schneiden. Blumenkohlröschen auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen, mit dem Rapsöl und 1/2 Teelöffel Salz vermengen und im Ofen (Mitte) ca. 8 Minuten backen. Currysauce auf Teller verteilen und Blumenkohl darauf anrichten.

 

Meine Tipps

 

Dieses Blumenkohl-Curry ist der Burner, Röstaromen inklusive. Für Letztere benötigten meine Blumenkohlröschen allerdings etwas länger im Ofen als die angegebenen rund 8 Minuten. Rechnen Sie mit etwa 20 Minuten.

 

Die Zeitangaben sind etwas sportlich und eher für geübte Köch:innen, die genau wissen, wie viel Hitze es verträgt. Ich habe die Zutaten teilweise wesentlich länger gedünstet, gebraten oder angeröstet, weil ich etwas vorsichtiger agierte.

 

Ach ja, übrigens: Das Gericht ist vegan. Merkt natürlich niemand, weil es perfekt ist und perfekt schmeckt.

Bild: Gräfe und Unzer/Vivi D’Angelo

Meatball-Curry

Für 4 Personen (16 Stück)

 

FLEISCHBÄLLCHEN

 

1 Stück Ingwer (10 g)
700 g Rindshackfleisch (ersatzweise gemischtes Hackfleisch)
1 TL gemahlener Koriander
1 EL Rapsöl
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL Salz
1 Msp. Zimtpulver
1 Msp. gemahlene Nelken
1 Msp. Chilipulver
2 EL Joghurt
2 EL Paniermehl

 

SAUCE

 

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 EL Butter
200 g Cherrytomaten
1/2 Bund Petersilie
1/2 Limette
1 TL Honig
1 TL Garam Masala
1/2 TL gemahlene Kurkuma
1 TL Salz
2 TL edelsüsses Paprikapulver
1 Dose gehackte Pelati (400 g)

 

So geht’s:

 

Für die Fleischbällchen Ingwer schälen und in eine Schüssel reiben. Hackfleisch und alle anderen Zutaten hinzufügen und vermischen. Aus dem Fleischteig ca. 16 golfballgrosse Bällchen rollen (ca. 50 g Fleischteig pro Bällchen).

Für die Sauce Zwiebel und Knob­lauch schälen und fein würfeln. Butter in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel und Knoblauch darin bei mittlerer Hitze in 4 bis 5 Minu­ten glasig dünsten.

 

Kirschtomaten waschen und vierteln, Petersilie waschen, trocken schütteln und hacken.

Cherrytomaten und Petersilie zu der Zwiebel­-Knoblauch­-Mischung in die Pfanne geben und ca. 2 Minuten anschwitzen. Die Limettenhälfte auspressen und den Saft dazugeben. Honig und Gewürze ebenfalls hinzu­ fügen und alles gut vermengen.

 

Pelati zur Gewürzpaste in die Pfanne geben und unterrühren. Fleischbällchen in die Sauce legen, die Hitze erhöhen und die Bällchen ca. 4 Minuten schmoren. Sobald die Sauce köchelt, Hitze reduzieren, Deckel auflegen und die Fleisch­ bällchen in der Sauce bei kleiner Hitze ca. 10 Minuten köcheln. Deckel abnehmen und das Curry offen weitere 10 Minuten köcheln.

 

Meine Tipps

 

Ich habe eine Schwäche für Hacktätschli, sie schmecken einfach immer, von Schweden bis Indien: In diesem Fall garen sie in einer wunderbaren spicy Tomatensauce – und sind zu­sammen mit Naan-­Brot eine herrlich wärmende Mahlzeit.

 

Es widerstrebt mir ein bisschen, Fleisch nicht anzubraten, sondern roh in eine Sauce
zu legen. Funktioniert natürlich perfekt, aber weil ich die Röstaromen mag, werde ich die Bällchen das nächste Mal scharf anbraten und danach kurz in die Sauce geben.

 

Bei einem Rezept wie diesem mit relativ vielen Zutaten, vor allem Gewürzen, empfehle ich ein Mise en place: Alle Zutaten bereitstellen, bevor man mit dem Kochen beginnt.

 

Bild: Gräfe und Unzer/Vivi D’Angelo

Samosa Rolls

Für 4 Personen (8–10 Stück)

 

400 g Champignons
1 rote Zwiebel
200 g getrocknete Aprikosen
200 g Baumnusskerne
1 Stück Ingwer (10 g)
10 g Koriandergrün
2 EL Rapsöl
1/2 Tube Tomatenpüree
1 TL gemahlener Koriander
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
Salz
1 TL Garam Masala
1 Msp. Chilipulver
1/2 Limette, Saft
Pfeffer
1 Packung Filoteig (250 g)
Mehl zum Arbeiten
Rapsöl zum Anbraten

 

So geht’s: 

 

Champignons putzen, trocken abreiben und in Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Getrocknete Aprikosen und Baumnüsse fein hacken. Schale vom Ingwer mit einem Löffel abschaben und Ingwer fein hacken. Koriander waschen, trocken schütteln, fein hacken und beiseitestellen.

 

Eine Pfanne mit dem Rapsöl erhitzen. Champignons, Zwie­bel und Ingwer dazugeben und zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten dünsten. Deckel abnehmen, Hitze aufs Maxi­mum erhöhen und alles weitere 2 Minuten unter Rühren braten, bis die Flüssigkeit der Champignons verdampft ist.

 

Hitze wieder auf mittlere Stufe reduzieren. Tomatenpüree, Koriander, Kreuzkümmel, 1 Tee­löffel Salz, Garam Masala, Chilipulver und Limettensaft zu der Pilzmischung geben und unter Rühren 1 Minute mit an­ dünsten. Aprikosen und Baum­nüsse hinzufügen und unter Rühren 1 Minute erwärmen, bis eine schöne Masse entsteht. Koriander dazugeben und die Füllung mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

Für jede Samosa Roll 2 Lagen Filoteig etwas versetzt auf­ einander auf eine mehlierte Arbeitsfläche legen. 2–3 Ess­ löffel Füllung längs auf der Mitte des Teigs verteilen. Die Teigränder etwas befeuchten und den Teig dann vorsichtig zusammenrollen.

 

Eine Pfanne mit Rapsöl erhitzen und die Samosa Rolls darin bei mittlerer Hitze pro Seite in 4–5 Minuten goldbraun braten. Oder für die Zubereitung im Backofen: Ofen auf 180 Grad Ober­/Unterhitze vorheizen. Fertige Samosa Rolls mit Öl bestreichen und auf ein Back­ blech legen und im Ofen (Mitte) in 10–12 Minuten gold­ braun backen.

 

Meine Tipps

 

Veganer Fingerfood, der ein bisschen wie ein besonders köstlicher, pikanter Müesliriegel schmeckt.

 

Ich habe Strudelteig verwendet und nur 1 Blatt pro Rolle gebraucht. Statt die Arbeitsfläche zu bemehlen, habe ich den Teig leicht mit Rapsöl ein­ gepinselt – für extra Crunch. Denn ich empfehle, die Rollen im Backofen fertigzustellen: So bräunen sie alle auf einmal perfekt und rundum.

 

Servieren Sie die Samosa Rolls mit einem Dip Ihrer Wahl – ich persönlich finde, die thailändische Sweet­-Chili-Sauce passt ganz gut.

 

Und falls Sie es wie ich noch nicht wussten: Ingwer schälen geht super mit einem Teelöf­fel – danke für den tollen Küchenhack!

Das Buch: «Easy Indien» von Alex Wahi

Lieblingsrezepte aus meiner zweiten Heimat. Gräfe und Unzer Verlag, November 2023, 192 Seiten, ca. 40 Fr.

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