Men’s Fashion Week: Diese 5 Trends schauen wir uns ab
In Paris gingen soeben die Men’s Fashion Weeks zu Ende. Fünf Trends, die sich unsere Modeprofis bereits jetzt vormerken.
- Von: annabelle
- Bilder: Launchmetrics Spotlight; Collage: annabelle
Schmale Mäntel
Oversized-Wintermäntel? Scheinen nächsten Winter von figurbetonten Modellen abgelöst zu werden. Endlich eine neue Silhouette – mir gefällt’s! Prada, Dior und Dries Van Noten zeigten auffallend schmale Mäntel, die fast wirkten, als wären sie eine Nummer zu klein (oder haben sich unsere Augen einfach schon zu sehr an den Oversize-Look gewöhnt?). Zarte Schultern, betonte Taille, teils sogar leicht verkürzte Ärmel – diese neue Anschmiegsamkeit fühlt sich überraschend modern an. Merke ich mir schon mal für den nächsten Winter vor. – Creative Director & Head of Fashion Nathalie De Geyter
Ein bisschen Punk
Punk ist zurück – aber leise, intelligent und überraschend tragbar. Bei Dior brach Jonathan Anderson klassische Looks mit subtilen Punk-Codes auf (und ich bete, dass es die Schlangenprint-Boots auch in meiner Grösse gibt). Statt krasser DIY-Looks zeigte sich ein kontrollierter Regelbruch: schmalere Silhouetten, schimmernde Details, schillernde Epauletten und sogar «acid-dipped» Perücken – alles Hinweise auf ein wenig subkulturelle Energie, die wir jetzt gut gebrauchen können. Auch die Streetstyles griffen punkige Referenzen auf, die Labels wie Dries van Noten, Bally oder Junya Watanabe in vorherigen Saisons gezeigt haben: Sicherheitsnadeln an Mänteln – das schaue ich mir ab! – Head of Digital Publishing Jacqueline Krause-Blouin
Vom Regen geschützt
Schwer vorstellbar, doch die Menswear-Kollektionen für Herbst/Winter 2026 machen tatsächlich schon jetzt Lust auf Spaziergänge an nasskalten, nebelverhangenen Herbsttagen. Da waren die metallisch schimmernden Mäntel bei Lemaire, die Parkas bei Hermès, die gegurteten Trench Coats aus Gabardine bei Prada – und all die Hüte: zerknitterte Schiebermützen und weiche Südwestern-Regenhüte. Regenschirme lasse ich eh im Tram liegen, deswegen werde ich am nächsten Regentag den Kragen hochschlagen und setze einen Hut auf. – Chefredaktorin Barbara Loop
Handgestrickt
Die neue Uniform der Männer? Grobe Maschen und farbige Garne, die an Grossmutters alte, leicht kratzige Wolle erinnern. Spätestens nach der Dries-Van-Noten-Show bekam man selbst Lust, zur Nadel zu greifen und draufloszustricken. Besonders spannend finde ich den Look im Stilbruch zwischen formell und casual, wenn die Strickkunst etwa mit einer Bügelfaltenhose kombiniert wird. Und irgendwie leuchtet es mir total ein, dass in Zeiten derart homogenisierter Modetrends das Bedürfnis nach Kleidungsstücken, die wie Unikate wirken, besonders gross wird. – Junior Fashion Editor Noëmi Leonhardt
Samtblazer
Eine samtige Prophezeiung kündigt sich an: Labels wie Giorgio Armani, Ralph Lauren, Amiri oder auch Wooyoungmi zeigten auffallend häufig Looks aus Samt. Vor allem bei den Blazern setzten die Designer:innen auf das weiche Material. Mal stark von den Siebzigern inspiriert mit applizierten Steinchen und Pins wie bei Amiri, mal in einem viktorianischen Look mit modernem Western-Twist wie bei Ralph Laurens Purple Label. Die Vielseitigkeit, mit der das Statement-Piece in dieser Saison inszeniert wurde, fand ich sehr inspirierend und ich überlege mir bereits jetzt, wie ich kommenden Herbst Blazer aus Samt in meine Garderobe integrieren kann. – Modepraktikantin Alina Pohl