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Mehr als ein fancy Wecker: Der Google Nest Hub im Test 

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Mehr als ein fancy Wecker: Der Google Nest Hub im Test 

  • Text: Kerstin Hasse

Smart Assistants sollen das Leben zu Hause noch einfacher und intelligenter gestalten. Aber nützen Smart Displays wie der Google Nest Hub wirklich etwas? Wir haben es getestet.

Ich würde behaupten, dass ich schon recht intelligent wohne. Damit meine ich: Meine Lampen in meiner Altbauwohnung sind über Schalter verbunden, sodass ich sie nicht einzeln ein- und ausschalten muss. Mein iPad hat seinen Platz perfekt positioniert in der Küche gefunden, damit ich darauf beim Kochen auf Rezepte oder Podcasts zugreifen kann. Ein Klick auf meinem Handy und Musik wummert aus meinen Bluetooth-Lautsprechern im Wohnzimmer. Klappt alles recht nahtlos.

Aber, so versprechen es Google, Amazon und Co, es geht zu Hause immer noch ein wenig smarter, ein wenig smoother. Und zwar, in dem man auf einen Smart Home Assistant setzt. Also auf einen kleinen Computer, der einen – digital – im Alltag unterstützt, meist über Sprachbefehle. Google hat bereits mehrere solcher Modelle auf den Markt gebracht und erst vor Kurzem eine neue Version ihres Smart Displays Google Nest lanciert.

Motion Sense misst Atmung

Dieses kleine Display sieht ganz hübsch aus, das ist ja mitunter das Faszinierende an diesen Smart Assistants. Die Designer:innen hinter diesen Produkten verstehen es gut, diese so zu gestalten, dass sie im Raum kaum mehr auffallen, sondern sich perfekt einfügen. Das sind keine hässlichen, schwarze Tech-Monster, sondern kleine, feine Geräte mit sanfter Oberfläche, die wie Lampen oder Vasen daher kommen. Das weisse Display positioniere ich auf meinem Nachttisch, schliesslich hat der Nest Hub eine Schlaffunktion, die ich testen möchte. Mittels Sensoren – und vor allem ohne integrierte Kamera (!) – misst der Nest Hub mit Motion Sense die Atmung, wie unruhig sich die Person im Bett bewegt und wie viele Stunden sie schläft.

Ich tue mich zuerst ein wenig schwer mit dem Nest Hub. Einerseits, weil die Kalibrierung für den Schlafsensor nicht richtig funktionieren will, andererseits, weil ich noch immer Überwindung brauche, solche Geräte in meinen Alltag – und in mein Schlafzimmer – zu lassen. Google betont, dass der Datenschutz garantiert ist, das Mikrofon am Display kann jederzeit ausgeschaltet werden und Audiodaten – wie etwa Husten und Schnarchen – werden laut Presseinformation nicht an den Google-Server weitergeleitet. Da ich für Tech-Gadgets eine grosse Affinität habe, überwiegt schliesslich das Interesse. Ich verbinde das Display mit meiner Google Home App (die ist Voraussetzung, ebenso ein Google Konto) und nach den zwei, drei Google-typischen Installationsklängen kann es losgehen.

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Hey, Google!

Die ersten paar Tage nutze ich das Display wie einen digitalen Wecker. Einen fancy Wecker, ja, aber sein Potenzial hat der Assistant natürlich noch nicht ausgeschöpft, wenn ich nur die Zeit darauf ablese. Ich muss mich herantasten. Ich beginne, indem ich Podcasts vor dem Schlafen darauf abspiele, den Nest Hub kann man mit Diensten wie Spotify oder auch Netflix verbinden. Natürlich ist das Display klein, aber die Bildqualität ist recht gut. Während ich das Zimmer aufräume und das Bett frisch beziehe, lasse ich also «Friends» über Netflix streamen. Der Sound ist gut, das Bild überraschend scharf.

Wenn ich das Zimmer verlasse, beende ich das Unterhaltungsprogramm mit einem Befehl: «Hey, Google, du kannst Netflix ausschalten.» Langsam verstehe ich, was alles möglich ist: Ich kann über den Smart Display die Musik auf meiner Sonos Box im Wohnzimmer einschalten, sodass mich am Sonntagmorgen die Klänge meiner «Coffe Table Jazz»-Playlist schon beim Verlassen des Schlafzimmers empfangen. Ich kann mich am Morgen im Bett nach dem Wetter des Tages erkunden oder mir die News via SRF Stream anhören. Das geht, ich muss es zugeben, tatsächlich alles sehr smart, es kommt wirklich selten vor, dass der Assistant nicht versteht, was ich will.

Winken und snoozen

Auch die Schlaffunktion finde ich spannend, wenn sie auch recht einfach im Aufbau ist. Die Angaben zur Atemfrequenz und zu Atemzügen vergleiche ich mit einem anderen Tracker, den ich nachts am Arm trage – die Angaben stimmen grösstenteils überein. Schön wäre es jedoch, wenn man noch mehr über unruhige Phasen, über Huster und Schnarcher erfahren könnte, all diese «Störungen» kommen einfach in farbigen Punkten auf einer Linie daher. Wann man in der Nacht unruhig war und wie lange, kann man nicht erfahren. Da ist meine Tracking-Uhr genauer. Interessant finde ich, wie genau Google misst, wie lange ich Zeit im Bett verbringe, bevor ich schlafe. Diese Angabe hilft mir, meine Ablenkung vor dem Schlaf ein wenig runterzufahren – also weniger Netflix, Podcast und Co. und mehr Schlaf.

Smart ist wie erwähnt auch das Design: Wenn man das Licht im Raum löscht, dunkelt sich das Display automatisch ab. Wenn ich in der Nacht auf die Uhr blicken will, dann ist das problemlos möglich, ohne dass der Raum erhellt wird. (Ich erinnere mich nur zu gut an meinen alten Radiowecker, der einen grünen Neon-Lichtstrahl durch mein ganzes Zimmer warf.) Im Abendmodus kann man ausserdem beruhigende Musik hören, etwa Wassergeplätscher oder andere Naturklänge. Am Morgen wird das Display dann wieder heller, wer snoozen möchte, kann nur kurz mit der Hand winken, dann verstummt der Alarm. Für Morgenmuffel wie mich eine ziemlich praktische Funktion.

Macht Spass

Der Google Nest Hub ist ein gutes Einsteigermodell für alle, die sich an das Thema Smart Home Assistant rantasten möchte. Er fügt sich ins Schlafzimmer ein, könnte aber auch ein idealer Begleiter für die Küche sein. Ja, es braucht Überwindung, mit dem kleinen Computer zu reden, aber wenn man mal den Dreh raus hat, dann macht es auch ziemlich Spass. Wer ein Flair hat für Gadgets, die auch noch schön aussehen, wird Freude an dem Assistant haben. Wenn man so will, ist dieser Nest Hub tatsächlich ein fancy digitaler Wecker – aber mit einem Preis von rund 105 Franken bekommt man hier tatsächlich viel für sein Geld.

Google Nest Hub, ca. 100 Fr. im Google Store

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