Werbung
So lebe ich: Cati Soldani über ihr Haus in Zürich

So lebe ich: Cati Soldani über ihr Haus in Zürich

Heart déco: Wichtigstes Kriterium in Sachen Interior ist für Stylistin Cati Soldani das Gefühl

annabelle: Cati Soldani, wie haben Sie dieses Haus gefunden?
Cati Soldani: Wir konnten unsere alte, zu kleine Wohnung im Zürcher Seefeld gegen etwas Grösseres im selben Quartier tauschen – das ist heutzutage ja eigentlich gar nicht mehr möglich.

Was wissen Sie über die Geschichte des Hauses?
Es handelt sich um ein Arbeiterhaus aus der Zeit um 1880. Das, was jetzt die Zimmer sind, waren früher kleine Wohnungen.

Was am Haus haben Sie verändert?
Nicht viel, da es unter Heimatschutz steht. Wir haben lediglich eine neue Küche eingebaut. Früher hatte ich immer farbige Wände, aber da die hier aus Holz sind, habe ich mich bisher nicht getraut, sie zu streichen.

Ihr Einrichtungsstil?
Eklektisch. Vieles, was ich besitze, habe ich über die Jahre in Brockis zusammengesammelt.

Werbung

Was lieben Sie am meisten an Ihrem Zuhause?
Die Bilder. Jedes Einzelne ist mit einer Erinnerung verbunden. Mal an Fotograf:innen, mit denen ich gearbeitet habe, oder es sind Motive, die ich als Stylistin selbst produziert habe. Meine Kinder sagen immer, ich solle doch endlich aufhören, so viel aufzuhängen.

Ihr Lieblingsbild?
Das Foto einer Frauenhand mit roten Nägeln, die zur Faust geballt ist – es stammt vom 2024 verstorbenen Schweizer Modefotograf Hans Feurer. Ich habe das Bild als Abschiedsgeschenk bekommen, als ich damals als Modechefin bei annabelle aufgehört habe. Ich habe sehr viel mit ihm zusammengearbeitet.

Persönliche Einrichtungstipps?
Ich schaffe mir Inseln, die ich wie Stillleben behandle und gestalte. Ich könnte nie in einer minimalistischen Wohnung leben. Für mich ist es wichtig, Altes mit Neuem zu kombinieren. Die richtigen Vorhänge und Lampen sind ausserdem essenziell. Eine Deckenleuchte und fertig? Das reicht nicht. Es geht darum, eine warme Atmosphäre zu schaffen, die einen umarmt, wenn man reinkommt.

Ihr Lieblingskunstwerk?
Ich könnte zu jedem Stück eine Geschichte erzählen. Ich liebe das Bild, das einer meiner Söhne von mir gemalt hat, als er acht war. Das Teak-Sideboard in der Stube habe ich mit zwanzig für zehn Franken in einem Brocki gekauft und den Sessel Ekstrem von Varier habe ich auf dem Müll gefunden. Ich habe ihn im Vorbeifahren aus dem Auto gesehen und gebremst. Er war grau und ganz zerfetzt. Ich habe ihn von einem jungen Polsterer neu beziehen lassen.

Was wird man in Ihrem Haus niemals finden?
Kaltes Licht. Und mein Mann will einen dieser schrecklichen Fernsehsessel, bei denen man die Füsse hochlegen kann. Ein solcher kommt mir hier nicht rein. (lacht)

Werbung

Zur Person

Als Fashion Editor und Modechefin prägte Cati Soldani (52) 18 Jahre lang den Look von annabelle. Heute baut sie mit ihrem Flower Art Studio Monster & Drama surreale Blumeninstallationen. Zudem hat sie die Co-Leitung als Style Director bei SRF inne. Seit sechs Jahren bewohnt sie mit ihrer Familie das Haus im Zürcher Seefeld.

Abonniere
Benachrichtigung über
guest
0 Comments
Älteste
Neuste Meistgewählt
Inline Feedbacks
View all comments