Werbung
Tom Ford, welche modische Investition ist ihr Geld wert?

Fashion

Tom Ford, welche modische Investition ist ihr Geld wert?

  • Text: Barbara Loop
  • Foto: Jeff Burton, Imaxtree

Welche modische Investition ist ihr Geld wert? Welche nicht? Sollte man eher in Taschen oder Schuhe investieren? Und welches Kleid passt immer und allen Frauen? Das haben wir den US-amerikanischen Modeschöpfer Tom Ford (59) gefragt.

Welche Investition in Mode ist ihr Geld absolut wert?
Eine Uhr ist eine grossartige Sache. Man kann die Uhrzeit ablesen, ohne dafür sein Handy aus der Tasche zu ziehen. Es ist so viel einfacher, einem langweiligen Date oder Meeting zu entkommen, wenn man diskret auf sein Handgelenk blicken kann. Wenn Sie ein Mann sind, ist die Uhr ausserdem eines der wenigen Accessoires, die Sie tragen können. Und die Uhr sagt viel über ihren Träger aus. Wer meine neue Uhr aus Ozean-Plastik trägt, vermittelt damit etwa, dass ihm die Umwelt und das Wohlergehen unseres Planeten am Herzen liegen. Keine schlechte Sache im turbulenten Umfeld, in dem wir leben.

Und welche modische Investition ist es überhaupt nicht wert?
Jene in Fashion Items, die eine Saison nicht überdauern. Mode soll aufregend sein, aber wie oft werden Sie diese Jacke mit drei Ärmeln wirklich tragen? Oder diesen Jupe, der eigentlich eine kurze Hose ist? Wenn Sie nicht in einer prätentiösen Kunstgalerie arbeiten, halten Sie sich am besten an Kleidungsstücke, die nicht zu kompliziert sind.

Sollte man eher in Taschen oder Schuhe investieren?
Ein schönes Paar Schuhe kann jedes Outfit absolut grossartig aussehen lassen. Schuhe beeinflussen Ihren Gang. Sie sind buchstäblich das Fundament, auf dem Ihr Look aufgebaut ist. In Los Angeles braucht man hingegen nur eine winzige Tasche oder ein Portemonnaie, dort ist dein Auto die Tasche. Sowieso: Was muss man heute noch mit sich rumtragen? Ein Handy vereint fast alles, was wir brauchen, nur nicht den Lippenstift.

Welche Passform eines Kleides passt immer und allen Frauen?
Kein Schnitt funktioniert bei allen Frauen. Hüten Sie sich vor allem, was Sie in Zeitschriften an unmöglich grossen, jungen Frauen sehen. Die meisten Models sind in ihren frühen Zwanzigern und haben einen gertenschlanken Körper. An natürlicheren Körpertypen sehen Kleidungsstücke anders aus. Eine gute Portion Spandex lässt einen aber immer schlank und fit aussehen.

Haben Sie ein Stilvorbild?
Cary Grant. Obwohl die Art und Weise, wie er sich kleidete, für die heutige Welt etwas zu bieder ist, verstand er seinen Look. Er kreierte ein Image. Da war immer diese mühelose Eleganz, die ebenso von seinen Manieren, seiner Art zu sprechen und seinem Sinn für Humor herrührte. Es war sein selbstsicherer Charme, der ihn so anziehend machte. Das schöne Gesicht und der perfekte Körper haben sicher auch nicht geschadet.

Was haben Ihnen Ihre Eltern über Stil beigebracht?
Beide waren konservativ in ihren modischen Entscheidungen. Mein Vater hatte einen klassischen Sinn für Kleidung, den man heute als preppy bezeichnen würde, und auch ich war bis 23 komplett preppy. Ein blauer Blazer und Loafers, Hemden und klassische Hosen waren mein Look. Mit Ende zwanzig, als ich dauerhaft nach Europa zog, wich er einem All-Black-Look und schliesslich dem einfachen schwarzen Anzug mit Krawatte, den ich heute trage. Ich habe im Grunde zwei Uniformen: Anzug mit Krawatte für die Stadt, Jeans, T-Shirt, Jeanshemd, Samtjacke und Stiefel fürs Land. In Schwarz fühle ich mich am wohlsten, ausser in New Mexico, dort trage ich Braun. Der Schmutz dort ist braun, Schwarz macht in dieser Umgebung keinen Sinn.

Wenn Sie etwas am Modesystem ändern könnten, was wäre es?
Ich würde zurückkehren zu nur zwei grossen Kollektionen pro Jahr. Das wäre nicht nur grossartig für die Umwelt, es würde der Mode ausserdem erlauben, sich in einem natürlicheren Tempo weiterzuentwickeln. Die Kunden würden länger schätzen, was wir tun, und die Designer hätten die Möglichkeit, kreativer zu sein. Bei vier Kollektionen pro Jahr für Frauen und vier für Männer bleibt fast keine Zeit, zwischen den Kollektionen durchzuatmen, und noch weniger, sich zurückzuziehen und wirklich zu kreieren. Gerade jetzt müssen wir alle Luft holen können.

Werbung

1.

Swiss made aus hundert Prozent Plastikabfall: Die Uhr Ocean Plastic von Tom Ford kostet ca. 995 Fr.

2.

Looks aus der aktuellen Herbst/Winter-Kollektion von Tom Ford.

Wie gefällt dir dieser Artikel?

Loading spinner