Wishlist: Diese Dinge wollen wir jetzt
Einmal pro Woche verrät jemand aus unserem Team, was gerade auf der Wunschliste steht. Heute mit Head of Events Sophie Eggenberger.
- Von: Sophie Eggenberger
- Collage: annabelle
Familiennachzug
Seit meinem Umzug habe ich ein Ankleidezimmer, und seit ich ein Ankleidezimmer habe, tue ich so, als bräuchte ich darin dringend ein Gästebett. Der Schlafsessel «Ghost» (3870 Fr.) von Gervasoni, entworfen von Paola Navone, trägt ein loses Leinenkleid, als hätte jemand ein Laken darübergeworfen, und wird mit einem Handgriff zum Bett. Mein eigenes Bett ist auch ein Gervasoni, ich bin bei Möbeln offenbar monogam. Aber machen wir uns nichts vor: Schlafen wird darauf kein Gast, sondern Murphy, mein Hund, der helles Leinen grundsätzlich als Einladung versteht.
Die Dose macht's
Jeden Morgen stehe ich vor drei braunen Apothekergläsern von Sunday Natural – Magnesium, Omega und Vitamin C – und fühle mich wie die Laborantin meiner selbst. Ob ich die Wirkung spüre, kann ich nicht sagen. Ich spüre nur sehr genau, wenn ich sie vergessen habe, und zwar ab dem Moment, in dem es mir einfällt. Was dem Ganzen fehlt, ist Glanz: Die Pillendose «Sterling Shell» (486 Fr.) von Casa Shop ist eine Muschel aus Sterlingsilber mit Mondstein, fünf Zentimeter lang und in Mexiko von Hand gefertigt.
Etwas Pfeffer
Mein Kleiderschrank war eine Weile sehr beige, bis eine Freundin kam und mir Stück für Stück die Farbe zurückbrachte. Meine Lieblingsfarbe ist eigentlich Grün, ich habe einmal eine Wand in Khaki gestrichen und überlege es mir jetzt erneut. Umso mehr überrascht es mich selbst, dass ich den Cardigan «N°257 Blouson» von Extreme Cashmere in Rot möchte. Der Ton heisst «Pepper», das Modell ist kurz geschnitten wie ein Blouson, sehr weich und kommt in einer einzigen Grösse. Es gäbe ihn auch in Grün. Aber ich bin offenbar doch nicht so monogam, wie ich dachte.
Treue Seele
Meine «Le Pliage» begleitet mich seit fünfzehn Jahren, was sie zur stabilsten Konstante in meinem Leben macht. Sie war bei jedem Umzug dabei und auf jeder Italienreise, von der ich mit mehr Keramik zurückkam, als ich zugeben möchte (beruflich bedingt, sage ich mir). Inzwischen sieht man es der Tasche an, und sie hat ihren Ruhestand verdient. Die Nachfolgerin soll wieder eine «Le Pliage Original» (155 Fr.) von Longchamp sein: keine 400 Gramm leicht, 30 Liter gross, flach zusammenfaltbar. Wenn sie so lange hält wie die erste, sprechen wir uns 2041 an dieser Stelle wieder.
Zettelwirtschaft
Beruflich schreibe ich Ablaufpläne, in denen auf die Minute genau steht, wann welcher Gast wo sein Glas bekommt. Privat bin ich ein Zettelmensch. Kleine Notizen von Freund:innen, Erinnerungsfotos aus den Ferien oder Liebesbriefe. Ingo Maurer muss an Leute wie mich gedacht haben, als er die «Zettel'z» entwarf. An dünnen Drähten hängen Blätter aus Japanpapier, einige bedruckt, die übrigen leer, damit man selbst dranklemmt, was einem lieb ist. Bald kämen bestickte Papiere dazu, mein neuestes Vorhaben, für das mir bisher nur das Können fehlt (siehe nächster Wunsch).
Oma gesucht
Im Handarbeitsunterricht habe ich alles gehasst, am meisten das Stricken. Heute würde ich es gern können, nur habe ich niemanden mehr, der es mir zeigt. Dafür gibt es Rent a Rentner: Pensionierte haben Zeit und können Dinge, die meine Generation googeln muss. Stricken zum Beispiel. Oder eine Lampe montieren. Ich wünsche mir eine Dame, die meine verlorenen Maschen auffängt.
Gruppenfähig
Mein Kleiderschrank ist voll. Mit einigem Müll, aber auch mit vielen Basics, an denen meine Stilkrise also nicht liegen kann. Nur sehen sie an anderen nach lässiger Pariserin aus und an mir, als hätte ich aufgegeben. Das soll sich ändern, ich will mehr Mix and Match. Meine Hoffnung ruht auf dem «Pointelle Long Sleeve Bateau Top» von Leset (129 Fr.): reine Baumwolle, U-Boot-Ausschnitt, feines Lochmuster und ein Zackensaum wie bei Grossmutters Unterhemd, genäht in Los Angeles.