Beautychef Niklaus Müller

Die 10 Gebote für den richtigen Sonnenschutz

Redaktion: Niklaus Müller, Nicole Hirschi; Fotos: Karin Heer

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Niklaus Müller verrät Ihnen den richtigen Sonnenschutz für Haut und Haare 

Wie schütze ich meine Haare?

Draussen: Outdoor-Sportarten können das Haar im Sommer sehr strapazieren. Eine saisonale Haarpflege nährt das Haar und gibt ihm die nötige Feuchtigkeit zurück. Solar-Kollektion ab ca. 30 Fr. von System Professional

Frischekick: Das von Chlor, Salz und Sonne strapazierte Haar freut sich auf diese natürliche Frischekur mit dem schönen Namen Feed Your Sunshine. Drei bis vier Tropfen in Haar und Kopfhaut einarbeiten und ab in die Sonne! Von Yarok ca. 34 Fr. bei Prettyandpure.ch

Schutzschild: UVA-Strahlung kann auch das Haar schädigen. Dieses wasserfeste Serum in Form eines Sprays schafft Abhilfe: Es verspricht 16 Stunden Schutz und minimiert das Verblassen der Haarfarbe. Sun Care Protective Hair Veil ca. 29 Fr. von Aveda

Pflanzenkraft: In der neuen Linie Phyto Plage sorgt die Heilpflanze Ringelblume dafür, dass das Haar nach einem Tag in der Sonne repariert und wieder schön und geschmeidig wird. Masque Réparateur ca. 35 Fr. von Phyto

Was brauche ich für die City?

Sportlich: Wegen ihrer extrem wasserfesten Formel richtet sich die getönte Wetforce-BB- Suncare-Crème vor allem an Outdoor-Sportlerinnen. Sie deckt behutsam ab und bietet mit SPF 50+ perfekten Schutz. Ca. 35 Fr. von Shiseido

Diskret: Make-up und Sonnenschutz schliessen sich aus? Von wegen! Den neuen transparenten Gesichtsspray einfach aufsprühen und einwirken lassen – fertig. Anthelios Transparenter Gesichtsspray SPF 50 ca. 26 Fr. von La Roche-Posay

Schön matt: Besonders im Sommer neigt das Gesicht zu öliger Haut. Mit dieser Sonnencrème lassen sich nicht nur leichte Unreinheiten abdecken, ein Anti-Shine-Effekt ist ebenfalls garantiert. Erhältlich in drei Nuancen. Photoderm Nude Touch SPF 50+ ca. 25 Fr. von Bioderma

Praktisch: Dieser Stick ist ein idealer Begleiter in Handtaschenformat. Er bietet Sonnenschutz für empfindliche Zonen wie Nase, Ohren, Lippen und Augenpartie. Sun Sport Face Stick SPF 30 ca. 23 Fr. von Lancaster

Was benötige ich nach dem Sonnenbad?

Stark: Das Abwehrsystem der Hautzellen spielt bei der Regeneration eine entscheidende Rolle. Das Jungpflanzenöl in der Körpermilch unterstützt dieses und beruhigt gleichzeitig die Haut. Protect AH Reparierende Milch Après-Soleil ca. 30 Fr. von A-Derma

Cool: Der Aftersun-Körperbalsam lindert das Wärmegefühl, bereitet die Haut auf das nächste Sonnenbad vor und sorgt für eine samtweiche Haut. Baume Après Soleil Régénérant Réhydratant Intense ca. 42 Fr. von Clarins

Frisch: Die Aftersun- Pflegemaske enthält wertvolles Kokosöl-Extrakt, das die Haut erfrischt und leichte Reizungen lindert. Caribbean Coconut After Sun Mask ca. 9 Fr. von Leaders Cosmetics

Reparierend: Die kühlende Körperemulsion spendet intensive Feuchtigkeit, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen. Die Schutzformel soll übermässige Hautreaktionen verhindern und sonnenbedingte Faltenbildung minimieren. After Solar Repair ca. 69 Fr. von Reviderm

Wie schütze ich meinen Körper?

Sensibel: Ganz frei von Emulgatoren und Alkohol, bietet dieses Gel mit SPF 30 besonderen Schutz für fettige, zu Sonnenallergie neigende Haut. Sun Gel ca. 28 Fr. von Louis Widmer

Easy: Inspiriert von ihren eigenen Bedürfnissen, aber auch denen anderer Frauen, präsentiert Nuxe-Gründerin Aliza Jabès einen neuen Sonnenschutzspray. Einfache Anwendung, ob am Pool, in der Stadt oder beim Outdoor-Yoga. Spray Fondant Haute Protection SPF 50+ ca. 38 Fr. von Nuxe

Von innen: Die Kapseln mit Bambussprossen und Leucotomosblättern stellen sicher, dass die Zellen gesund und fit bleiben. Sie werden dreimal täglich eingenommen. Sun Caps ca. 60 Fr. von Ringana

Natürlich: Eine Alternative zu chemischen Sonnenschutzfiltern bietet diese neue Sonnencrème aus Schweden. Mit ihren rein natürlichen Inhaltsstoffen schützt sie nicht nur mit SPF 30+, sondern nährt die Haut zusätzlich. N° 169 Sunscreen ca. 62 Fr. von La Bruket

Welche Bedürfnisse hat mein Gesicht?

Bequem: Schutz vor der Sonne für den ganzen Tag: Mit der feuchtigkeitsspendenden Pflege ist keine weitere Tagescrème nötig. Und wieder zwei Minuten gespart! Protect & Care Face Fluid SPF 50+ ca. 28 Fr. von Daylong

Natur pur: Die Kombu-Alge ist in der Lage, bei Ebbe schutzlos der Sonne ausgesetzt zu sein. Diese Crème hat sich deren Eigenschaften zunutze gemacht und ist ausserdem mit den Vitaminen A und E angereichert, was die Haut vor vorzeitiger Alterung bewahrt. Anti-Aging Sonnencrème SPF 50+ ca. 30 Fr. von Annemarie Börlind

Sinnlich: Diese Sonnencrème besticht nicht nur durch ihren hohen Schutzfaktor von 50+, sondern auch durch ihren köstlichen Duft, der garantiert für Sommerlaune sorgt. Crème Solaire Anti-Rides Visage SPF 50+ ca. 39 Fr. von Clarins

Wie schütze ich meine Kinder?

Fix: Der Spray lässt sich ganz einfach und schnell auftragen. Ausserdem hält er Sand fern, der die empfindliche Kinderhaut irritieren kann. Idéal Soleil Anti-Sand Spray Kinder SPF 50+ ca. 29 Fr. von Vichy

Splash: Kinder wollen am liebsten den ganzen Tag im Wasser verbringen. Da ist Eincrèmen schwierig. Das neue Gel mit einem SPF 50+ kann man ohne Bedenken auf die nasse Haut auftragen. Anthelios Dermo-Kids Wetskin Gel SPF 50+ ca. 40 Fr. von La Roche-Posay

Zart: Diese Sonnenmilch verspricht hohe Hautverträglichkeit und sorgt mit Vitamin E für Zellschutz. Kinder-Sonnenmilch SPF 50+ ca. 23 Fr. von Avène

Unser Beautychef Niklaus Müller ist ein kultivierter Mensch. Doch beim Thema Sonnenschutz könnte er die Contenance verlieren. Jahr für Jahr mahnt er – doch kaum jemand hört zu! Dabei wärs so einfach, wie seine zehn Gebote für den Umgang mit der Sonne zeigen.

Die Situation ist typisch: Zwei Tage annabelle-Retraite in den Bündner Bergen, das Wetter zeigt sich von der besten Seite, und es sind die ersten warmen Tage. Man beschliesst (fast) einstimmig, das Frühstück sowie die beiden Mittagessen draussen auf der Sonnenterrasse einzunehmen. Weit und breit kein Schatten, nur sonnenhungrige Städter, die sich praktisch ungeschützt auf fast 1500 Meter Höhe jeweils gut anderthalb Stunden der aggressiven Bergsonne aussetzen. Der erste Sonnenbrand des Jahres ist garantiert! Trotz regelmässiger Aufklärung über die Gefahren der Sonne scheint sich niemand darum zu kümmern.

Hautkrebs ist eine sich immer weiter verbreitende globale Epidemie. Besonders in der Schweiz. Wir sind weiterhin das europäische Land, in dem die meisten Hautkrebsfälle auftreten. Pro Jahr erkranken rund 2500 Menschen an einem Melanom (schwarzem Hautkrebs). Das sind fast 6 Prozent aller Krebserkrankungen; das Melanom ist die fünfthäufigste Krebsart. Schwarzer Hautkrebs kann auch bei jüngeren Menschen auftreten: 26 Prozent der an einem Melanom erkrankten Personen sind zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 50 Jahre. Und trotzdem: Der Wille, sich aktiv gegen UV-Strahlen zu schützen, ist immer noch minim. Kaum zeigen sich im Frühling die ersten Sonnenstrahlen, rennen ihnen alle scheinbar ungeschützt entgegen. Dies oft nachdem man bereits im Winter trotz Kälte beim Skifahren auf 2000 oder 3000 Metern Sonne getankt hat oder einige Tage in den Tropen dem bewölkten Winter in der Schweiz entflohen ist. Wir Schweizer haben das Privileg, immer noch zahlungskräftig genug zu sein, um mehrmals im Jahr Ferien, meistens in der Sonne, zu geniessen. Das hat seinen Preis. Denn immer noch schützen wir uns zu wenig vor den gefährlichen UV-Strahlen und deren Folgen. Noch immer sind wir uns zu wenig bewusst, wie schnell UV-Strahlen unsere Hautzellen aus dem Gleichgewicht bringen können und bösartige Veränderungen fördern.

Und obwohl ich jedes Jahr mindestens einmal darüber schreibe, scheint sich dieses Bewusstsein auch bei meinen Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion noch nicht festgesetzt zu haben. Wenigstens haben die meisten Damen der annabelle-Retraiten-Runde morgens eine Crème mit Lichtschutzfaktor aufgetragen, aber bloss eine Kollegin hat tatsächlich Sonnenschutz auf der Terrasse dabei. Bei meinen Kollegen sieht es noch schlechter aus: Bloss einer setzt einen Sonnenhut auf, aber keiner verwendet irgendeine Form von Sonnenschutz. Ein trauriges Ergebnis und Grund genug für mich, weiterhin regelmässig auf die Gefahren der Sonne hinzuweisen und allen meinen Kolleginnen und Kollegen im Ernstfall genügend Sonnenschutzmittel zu verteilen. Ob ich alle nerve, ist mir herzlich egal. Deswegen hier nochmals in aller Kürze: meine zehn Gebote zum Umgang mit der Sonne.

1. Du sollst den Schatten suchen

Zwischen 11 und 15 Uhr die direkte Sonne meiden. Schatten ist der beste Sonnenschutz – vor allem in den Mittagsstunden, wenn die Sonne am intensivsten scheint. Der Schatten schützt jedoch nicht immer vor indirekter Strahlung durch reflektierende Flächen wie Sand, Beton und Schnee oder vor seitlich einfallender Strahlung.

2.Du sollst dich eincrèmen

Nicht erst in der Sonne eincrèmen, sondern bereits zuhause. Denn die meisten Produkte müssen erst in die oberste Hautschicht eindringen, bevor sie UVA-Strahlen absorbieren können. Dazu brauchen sie rund 30 Minuten Zeit.

3. Du sollst dich bedecken

Der beste Sonnenschutz sind noch immer Kleidung und Schatten: Daher im Freien so oft wie möglich Sonnenbrille, ein langärmliges T-Shirt, eine lange Hose sowie eine Kopfbedeckung tragen.

4. Du sollst grosszügig sein

Wer auf Nummer sicher gehen will, crèmt sich zweimal ein. Das Risiko, gewisse Hautstellen zu vergessen, wird so minimiert, und die Menge des verwendeten Produkts sollte dadurch auf jeden Fall ausreichend sein. Ausserdem: Alle zwei bis drei Stunden neu eincrèmen, nur so bleibt der Sonnenschutz erhalten.

5. Du sollst keine andere Sonne suchen

Auch die künstliche UV-Strahlung erhöht das Risiko einer Hautkrebserkrankung. Von Besuchen im Solarium wird deshalb abgeraten.

6. Du sollst deine Kinder schützen

80 Prozent aller Sonnenschäden entstehen vor dem 25. Lebensjahr. Vor allem Kinderhaut ist gefährdet, ihre Eigenschutzmechanismen sind noch nicht voll entwickelt, Gleiches gilt für die Augen. Deshalb gehören die Kleinen in den Schatten, mit leichter Kleidung, Hut, extrahohem Sonnenschutz und einer guten Sonnenbrille.

7. Du sollst auf deine Umgebung achten

Wegen der starken Strahlenreflexion ist am Meer ein hoher Sonnenschutz unabdingbar. Auch unter Wasser erreichen UV-Strahlen die Haut. Die Intensität der UV-Strahlung nimmt pro 1000 Höhenmeter um etwa 10 Prozent zu, weshalb bei Ferien in den Bergen auch im Sommer und ohne Schnee ein hoher Sonnenschutzfaktor benötigt wird.

8. Du sollst auf die Zahlen schauen

Prinzipiell gilt beim Sonnenschutzfaktor: je höher desto besser. SPF 15 filtert 93 Prozent der UVB-Strahlen, SPF 30 97 Prozent und SPF 50 98 Prozent. Heute empfehlen Ärzte, mindestens SPF 30 zu verwenden. Zur Erinnerung: Kein Sonnenschutzprodukt garantiert 100-prozentigen Strahlenschutz.

9. Du sollst auf Hautveränderungen reagieren

Es ist wichtig, auf Veränderungen der Haut zu achten und bei solchen einen Arzt aufzusuchen. Wenn sich ein Pigmentmal deutlich von den anderen in Form oder Farbe unterscheidet oder sich verändert, sollte es medizinisch abgeklärt werden.

10. Du sollst das ganze Jahr über achtsam sein

Die Sonne scheint nicht nur in den Ferien, sondern auch im Alltag und selbst bei bewölktem Himmel – bis zu 80 Prozent der UV-Strahlen erreichen uns durch die Wolkendecke! Natürlich ist die UV-Belastung im Sommer am höchsten. Sie wird durch helle und reflektierende Flächen noch verstärkt. Dazu gehören Sand, Wasser und Schnee – aber auch Beton, Gras und Glas. Deshalb braucht die Haut auch in der Stadt einen Sonnenschutz.

Niklaus Müller

Kosmetik und Schönheit haben den annabelle-Beautychef schon immer fasziniert. Aber auch andere schöne Dinge des Lebens interessieren den Basler: gutes Essen, Musik, Film und Reisen.

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