Fab Five

Winterreisen: Im Osten viel Neues

Text und Fotos: Aleksandra Hiltmann

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Brașov, Rumänien

Mit dem Zug kann man bequem von der Hauptstadt Bukarest nach Brașov fahren. Brasov liegt am Fuss der Südkarpaten, in Siebenbürgen. Einst war die Stadt ein bedeutendes Handelszentrum. Die schönen Bürgerhäuser aus dem späten Mittelalter zeugen von diesen goldenen Zeiten. 

Für einen Blick über die Ziegeldächer der Altstadt und die verschneiten Hügel rund um Brașov lohnt sich ein Ausflug auf den Hausberg Tâmpa. Die altmodische Seilbahn mit Coca-Cola-Schriftzug ist dabei ein ganz eigenes Highlight.

Wieder unten in der Stadt, wärmt man sich am besten mit einem feinen Gulasch auf.

Kotor, Montenegro

Paläste und Kirchen aus Stein, die sich passgenau an schmale Häuserzeilen schmiegen, am Boden Steinplatten, die nahtlos in die Stadtmauer übergehen – ein Spaziergang durch das mittelalterliche Kotor ist eine Zeitreise. 

Von der Altstadt aus führen steile Stufen hinauf zur Festung des Heiligen Ivan. 

Der Ausblick über die Bucht von Kotor ist atemberaubend, die rauen Felsen scheinen beinah senkrecht ins Meer zu stürzen. Die Schönheit von Kotor und seiner Umgebung zählt nicht umsonst zum Unesco-Weltkultur- und Naturerbe.

Krakau, Polen

In den über 1000 Jahren Geschichte hat Krakau viel erlebt: frühere Hauptstadt, einstige Residenz des Königs, bis zum Zweiten Weltkrieg eins der wichtigsten jüdischen Zentren Mitteleuropas. Die bewegte Vergangenheit und belebte studentische Gegenwart der Stadt sind heute ein wahrer Touristenmagnet. Ausser im Winter. Dann scheint sogar die Luft zu gefrieren. Wer sich dick eingepackt nach draussen wagt, wird belohnt: freie Sicht auf die Krakauer Tuchhallen, von allen Seiten umrahmt von schmucken bunten Altstadthäusern. Am Abend erwarten einen zahlreiche Studentenbeizen und gute Musik. Krakau ist besonders bekannt für Klezmer und Jazz.

Zentraler Marktplatz in Krakau

Schneegestöber in Krakau

Skopje, Mazedonien

In der Hauptstadt Mazedoniens prallen kulturhistorisches Erbe und neuzeitlicher Kitsch aufeinander. Auf der einen Seite des Flusses Vardar erinnert der alte Basar an die Zeit des Osmanischen Reichs. 

Auf der anderen Seite findet sich, was man als Disneyland der Nationsbildung beschreiben könnte – unzählige neue Statuen und Monumente im Stil der griechischen Antike, welche die Grösse der mazedonischen Nation symbolisieren sollen. Als Ausgleich zum Architekturprogramm bietet sich eine Gondelfahrt auf den Hausberg Vodno an. Danach am besten Ćevapi (Hackfleischröllchen) mit scharfer Sauce oder heisse Marroni essen, das wärmt schön auf.

Millenniumskreuz in Skopje

Warschau, Polen

Die Hauptstadt gilt als Moloch, als raues Pflaster. Doch in der kalten Jahreszeit kann sie sich im Nu in die Kulisse eines Wintermärchens verwandeln. Schneeflocken wirbeln um den roten Königspalast, und auf dem historischen Marktplatz, dem Rynek Starego Miasta, knirscht der Schnee unter den Schuhen. Für das volle polnische Winterprogramm sollte man unbedingt eine Liftfahrt in die Höhen des Kulturpalasts unternehmen. Auf der Aussichtsterrasse des sozialistischen Turmbaus weht einem ein eisiger Wind um die Ohren. Doch das 360-Grad-Panorama erwärmt bestimmt das Herz.

Altstadthaus in Warschau 

Unsere Reportagen-Praktikantin Aleksandra Hiltmann hats eiskalt erwischt! Sie schwärmt für den europäischen Osten im Winter – für Zugreisen durch verschneite Landschaften und Städte wie Skopje und Warschau.  

Ja, es kann sehr kalt werden. So kalt, dass einem fast der Atem stockt. Doch nach all den bequemen Städtereisen ist so ein polnischer Winter ein Erlebnis für sich. Sogar die, die mildere Temperaturen bevorzugen, kommen auf ihre Kosten. Zum Beispiel an der Küste Montenegros, dem Tessin des Balkans. Im Winter herrschen dort gern mal Temperaturen von bis zu 15 Grad.

Auf meinen Winterreisen begeistert mich besonders die Stimmung in den Städten. Im Gegensatz zu den Sommermonaten, in denen sich unzählige Touristen an Glaceläden und Souvenirständen vorbeischieben, hat man im Winter freie Sicht auf die wunderschöne Architektur dicht an dicht gebauter Altstadthäuser. Es fühlt sich entspannter an als im Sommer. Man erlebt den Alltag, wie ihn die Einheimischen leben, wenn niemand dabei zuschaut.

Ein weiteres Highlight: Zugfahrten durch atemberaubende Winterlandschaften. Das Rattern ist dumpf, beruhigend und aufregend zugleich, Schnee wird aufgewirbelt, an den Fenstern wachsen Eisblumen. Einfach wunderbar.

Lassen Sie sich inspirieren, und probieren Sie es aus: Ab in den Osten, auf ins Winterabenteuer!

Aleksandra Hiltmann,
Reportagepraktikantin
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