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Mondkolumne 

Vollmond im Widder: Jetzt auf keinen Fall überreagieren

Der Vollmond im Widder ist der ultimative Warrior-Mond – der Mond des Durchbruchs und der Wahrheit. Alexandra Kruse warnt: Es kann also knallen.

Am 9. Oktober geht der Vollmond um 22.55 Uhr im Zeichen Widder auf. Dieser Mond, der dem Erntemonat und der Herbsttagundnachtgleiche folgt, wird auch Jägermond oder Weinmond genannt. Oder auch: Balenciaga-Mond.

Bei Chanel gab es jede Menge Eye Bags, die man sich hart erarbeiten muss, und viele weisse Punkte auf Schwarz und schwarze Punkte auf Weiss zu sehen. Ein wirklich wütender Robocop aka Vintage Kanye spazierte der Apokalypse voran, vielleicht noch nichtsahnend, dass er dank seiner provokativen «White Lives Matters»-Shirts ganz schnell in seinem eigenen Krieg landen würde. Kim Kardashian erinnerte uns bei Dolce & Gabbana daran, dass wir eigentlich auf Carbs verzichten wollten. Und schon vor Jahren entschieden hatten, D&G nicht mehr cool zu finden. Naja.

Schluchzen zu Balenciaga

Das Kind erwischte mich jedenfalls dabei, als ich während dem Balenciaga-Livestream laut schluchzen musste – so viel zum Thema emotionale Autorität und Muttersein im Jahr 2022. Meine heissen Tränen tropften nicht wegen der Kleider und sicher nicht wegen Kanye auf den Küchenboden. Sondern wegen des Zeitgeists, der durch die Postapokalypse wabberte. Die Models stiefelten auf Glitzerhacken zu Höllenbeats durch schwarzen Matsch. Ob Atomkrieg, Vulkanausbruch oder Klimakatastrophe – man weiss es nicht. Muss man vielleicht auch nicht. Am meisten rührten mich die Babytragen und die Uglydoll-Taschen. Kosmo fand die Klamotten «scheisse» und wollte weiter Fortnite spielen. Seine Avatare tragen Balenciaga.

Was das alles mit dem Mond zu tun hat? Alles. Der Vollmond im Widder ist der ultimative Warrior-Mond. Der Mond des Durchbruchs und der Wahrheit – ein explosives Feuerwerk der Gefühle. Und das, wo sich die ganze Welt sowieso schon so anfühlt wie ein Tanz auf dem Vulkan zum Klavierklang der sinkenden Titanic.

Der Moment für Introspektion

Auf die Frage «Wie geht es dir?» antworte ich in diesen Tagen gern schon «willenlos», verschiebe Verabredungen mit dem Hinweis auf «interne Prozesse» und möchte ausser meinem Blumenhändler niemanden so richtig sehen. Was nicht an einer Herbstdepression liegt, sondern schlicht an der Verdichtung der planetaren Energie. Es ist jetzt einfach der Moment im Jahr für Introspektion. Und Frieden. Denn schliesslich steht die Sonne in der Waage dem Mond im Widder gegenüber.

Die Sonne in der Waage ist eine wunderschön gedeckte Festtafel. Tolles Licht, üppige Deko, dazu Opernklänge, feine Kleider und als berauschender Stargast Venus (wir wissen ja, ohne Stargäste und Clickbait geht heutzutage nix mehr). Waage ist ein Luftzeichen, das für Schöngeist und Intellekt steht.

Gegensätzliche Energien

Dann der Mond im Widder – ein eher schlecht gelaunter, tendenziell nervöser latzhosentragender Bob der Baumeister, in einer Höhle mit jeder Menge Urinstinkt, dem ausgeprägten Bedürfnis nach Unabhängigkeit und einer ultimativ durchsetzungsfähigen Ader. Widder ist ein Feuerzeichen, das für Impulse, Initiative und Aktion steht. Mit in der Höhle, als Stargast, ist Mars, unser kühn-kriegerischer, roter Draufgänger-Planet. Gegensätzlicher könnten die Energien nicht sein.

Wie damit umgehen? Hoffentlich besser als meine Freundin Irène in Sizilien. Sie verbrachte ihre Ferien in einem «Eat Pray Love»-mässigen Sprachkurs, alles vom Feinsten, nur dass die Schule ihr vollkommen falsche Versprechen gemacht hatte – das gefiel ihr nicht. Sie liess sich alles gefallen, in ihr rumorte es, dann wackelte es, dann begann zarter Rauch aus der Nase zu steigen und irgendwann explodierte sie. Nach allen Regeln der Kunst. In perfektem Italienisch brachte sie ihre Kritikpunkte vor und hinterliess ihre Lehrer:innen sprachlos und mit offenem Mund. Heilige, weibliche Wut ist etwas Wunderbares.

Der Widder-Vollmond fordert uns sehr bestimmt dazu auf, von alten Bahnen abzuweichen, aus alten Mustern auszubrechen und Neues zu wagen. Dazu muss eben das Alte zerstört werden. Idealerweise in diesen unkaputtbaren Balenciaga-Gummistiefeln und mit einer Spitzhacke. Um so den Weg für den inneren Frieden freizumachen.

 

Der Song zur Mondphase:

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Die To-dos von diesem Vollmond:

1.

1.

Das Streitpotenzial ist extrem hoch, denn der Widder-Mond macht impulsiv und man reagiert 20-mal schneller gereizt. Auf gar keinen Fall überreagieren. Der Mond wirkt als Brandbeschleuniger, also lieber dreimal tief ein- und ausatmen, statt direkt loszubrüllen.

2.

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Die berühmte Bauchentscheidung nochmal überdenken. Wir neigen zu impulsiven Übersprungshandlungen und sind nach wie vor in der Schattenphase des rückläufigen Merkurs. Also, Achtung.

3.

3.

Unser inneres Feuer entfachen. Wir können jetzt die grossen, kosmischen Kräfte nutzen, Dinge anschieben und mutig nach vorne bringen. Wir haben jetzt die Kraft, Probleme zu lösen, schmerzhafte Erfahrungen zu verarbeiten und so für Heilung, Regenerierung und Gleichgewicht zu sorgen.

4.

4.

Venus steht ebenfalls in der Waage, ein idealer Moment, um sich in Beziehungen zu fragen: Was will ich WIRKLICH?

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