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Kommentar zum Valentinstag: Selbstliebe statt Pärchenglück

Liebe & Sex 

Kommentar zum Valentinstag: Selbstliebe statt Pärchenglück

Der Valentinstag steht wie kaum etwas anderes dafür, dass Glück vom Beziehungsstatus abhängig ist. Redaktorin Sandra Huwiler hält dagegen: höchste Zeit für Dates mit sich selbst.

Dieser verfluchte Valentinstag. Die jährliche Erinnerung daran, dass in dieser Gesellschaft wertvoll ist, wer in einer Paarbeziehung ist. Wer von der «besseren Hälfte» billige Pralinen und langweilige rote Rosen erhält, scheint das ultimative Glück gefunden zu haben. Kaum ein Label oder Detailhandelsgeschäft lässt es sich dieser Tage nehmen, gefühlt jedes verfügbare Produkt jetzt auch in Herzform oder -verpackung anzupreisen.

Nun habe ich nicht per se was gegen die Liebe, versteht mich nicht falsch. Ich bin ein grosser Fan von Liebe. Nur mag ich ganz und gar nicht, wenn Liebe gleichgestellt wird mit romantischem Pärchenglück. Dass dieses dann mit dem Beschenktwerden verknüpft ist, ist noch mal eine andere Kiste, die ja auch an allen Ecken und Enden knarzt. Und dass da zudem eine gute Prise Sexismus reinspielt, da ja allen Hetero-Klischees entsprechend er sie beschenkt, ist noch mal eine Geschichte für sich.

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«Ich finde es gefährlich, das eigene Glück an eine andere Person zu knüpfen»

Aber zurück zum Pärchenglück: Ich mag jeder Person das grosse Liebesglück gönnen und freue mich von Herzen mit, wenn jemand die Richtige oder den Richtigen für sich gefunden hat. Ich finde es aber wahnsinnig gefährlich, das eigene Glück an eine andere Person zu knüpfen und es von dieser abhängig zu machen. Dadurch läuft man schnell Gefahr, nur noch auf die andere Person zu projizieren, während die eigenen Gefühle und Bedürfnisse in den Hintergrund rücken.

Dabei kann man sich nach und nach selbst verlieren. Stichwort: emotionale Abhängigkeit. Wenn dann irgendwann die Beziehung anfängt zu bröckeln oder gar zerbricht, steht man buchstäblich alleine da. Und hat sich auf dem Weg dahin selbst verloren. Umso wichtiger ist es, auch in einer romantischen Beziehung die Beziehung zu sich selbst zu pflegen. In sich reinzuhören und sich selbst wertzuschätzen.

Die Liebe unseres Lebens sollten wir selbst sein

Denn Fakt ist: Liebesbeziehungen scheitern. Letztes Jahr ergab eine Studie, dass Deutsche im Laufe ihres Lebens durchschnittlich vier Partnerschaften haben. Ergo mindestens drei Trennungen durchleben. Für Schweizer:innen dürften ähnliche Zahlen gelten. Ehen werden nämlich allein in der Schweiz jährlich rund 17 000 geschieden. Sich also auf eine Liebe für immer zu verlassen, ist angesichts dieser Zahlen doch eher waghalsig. Die Liebe unseres Lebens sollten vielmehr wir selbst sein.

Ich plädiere deshalb dafür, dass wir einen internationalen
Selflove-Tag einführen, wenn es denn schon ein Feiertag zum Thema Liebe sein soll. Einen Tag, der uns daran erinnert, dass wir für unser Glück erst mal uns selbst lieben (lernen) müssen. Dazu gehört auch, uns selbst Gutes zu tun, Zeit allein zu verbringen und uns mit uns selbst auseinanderzusetzen. Also einfach immer mal wieder auf ein Date mit sich selbst zu gehen.

Und wenn ich Pralinen will – was ich nicht will, weil ich die nicht mal mag –, kaufe ich mir an jedem beliebigen Tag genau die Süssigkeiten, die ich wirklich mag. Und statt roter Rosen stelle ich mir jederzeit viel lieber einen Strauss Wildblumen auf den Tisch. Von mir, für mich.

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