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Pro und Contra: Soll es eine zweite Staffel von «And Just Like That» geben?

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Pro und Contra: Soll es eine zweite Staffel von «And Just Like That» geben?

Zum Staffelfinale von «And Just Like That» gibt der Sender HBO Max bekannt, dass die «Sex and the City»-Fortsetzung eventuell verlängert wird. Die Serie löste bei den Fans von Carrie & Co gemischte Gefühle aus. Braucht es wirklich eine zweite Staffel oder ist auch mal Schluss? Ein Pro und Contra.

Pro: Kerstin Hasse, stellvertretende Chefredaktorin

«Das kann es nicht gewesen sein»

Es ist nicht so, als wäre ich ein supergrosser Fan von diesem «Sex and the City» Reboot. Die Dialoge waren mir – vor allem in den ersten Episoden – einfach viel zu verkrampft, mir fehlte die alte Leichtigkeit der Serie. Hinzu kommt die Tatsache, dass das Alter von Carrie, Miranda und Co. ständig im Fokus steht – und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Ich finde, das muss lustvoller gehen (meine ganze Meinung zum Thema findet ihr hier). Und ja, dann ist da noch die Sache mit der Diversität – auch die wirkt leider so mittel authentisch. Irgendwie fiel es mir schwer, mich dem Zauber von früher hinzugeben, das gewisse «Zazazou» fehlte, um es mit einer guten «Sex and The City»-Referenz zu erklären.

Aber genau deshalb hoffe ich, dass es eine – gute – zweite Staffel gibt. Es würde den Charakteren guttun, wenn sie ein wenig mehr Zeit bekommen würden, um sich zu entwickeln. Wir alle wollen doch nun wissen: Wo geht Mirandas Reise hin? Was passiert mit Steve? Wie verarbeitet Carrie ihre Trauer? Die Vorstellung, dass ich diese geliebten Charaktere so zurücklassen soll, deprimiert mich. Gerade jetzt, wo ich warm werde mit der Serie, ist Schluss? Nein, das kann es nicht gewesen sein. Eben erst in Folge 9 habe ich mich an Charlottes neues Gesicht gewöhnt – und diese charmante Spiessigkeit in ihr wieder entdeckt, über die ich in den alten Folgen so gerne gelacht habe.

Am besten wäre es doch, wenn die Serienmacher:innen sich auf drei Staffeln einigen würden. Dann wären die nächsten zwei Staffeln bestimmt bedeutend entspannter. Es hätte mehr Platz für Lust, Humor – und die feinen, erzählerischen Zwischentöne. Denn wir wissen doch alle: Es braucht Zeit, damit aus diesem anfänglichen Verknalltsein – eben diesem «Zazazou», das ich gerade wieder ein wenig verspürte – echte Zuneigung entsteht. Und wer weiss, vielleicht kehrt ja sogar Samantha für ein paar sexy Minuten auf den Bildschirm zurück – das wäre doch dann wirklich ein anständiges Finale.

Contra: Redaktorin Vanja Kadic

«Mehr Cringe-Momente? Nein danke» 

Nach zehn mittel-okayen bis sehr schlechten Folgen sind wir also endlich beim Staffelfinale angekommen. Und gerade als wir dachten, es sei vorbei, droht HBO Max nun eine zweite Staffel von «And Just Like That» zu veröffentlichen. Ugh! Ich gebe es gerne zu: Ich habe mir voller Freude jede Folge reingezogen, – immer in der Hoffnung, dass die Schreiber:innen doch noch die Kurve kratzen und die Serie plötzlich gut wird. Aber der Plot überzeugt nicht, die Witze sind peinlich und die Figuren entwickeln sich nicht im Geringsten und haben dafür plötzlich seltsame neue Persönlichkeitsmerkmale.

Und deshalb frage ich: Brauchen wir wirklich noch mehr angerissene und dann nie zu Ende erzählte Storylines wie Mirandas im Nu überwundene Alkoholsucht, die einfach nie mehr thematisiert wird? Mehr Cringe-Momente wie die woken Podcast-Aufnahmen von Carrie und Che? Wollen wir echt noch mehr nervende Carrie-Szenen sehen wie die, in der sie sich komplett trottelig-ungeschickt mit ihrem Urin bekleckert und dann Miranda zur Sau macht, weil sie «nicht für sie da war, als sie sie brauchte» (Carrie, chill. Du warst zwei Minuten alleine in deinem Bett und hättest halt einfach wirklich lauter nach Miranda rufen müssen. Es ist nicht der Weltuntergang und es geht nicht immer nur um dich.) Gibt es tatsächlich Bedarf nach noch mehr unangenehmen Pseudo-Diversitäts-Momenten wie die Diwali-Folge, in der Stereotypen bedient und falsche Begriffe verwendet werden?

Ich finde, dass diese Kult-Figuren mehr verdient haben als diese Shitshow. Die Macher:innen haben Carrie, Charlotte und Miranda mit den zehn Episoden genug Schlechtes getan – and just like that ist für mich deshalb die Zeit gekommen, die Freundinnen endlich gehen zu lassen.

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