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Unsere 5 Doku-Tipps fürs Wochenende

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Unsere 5 Doku-Tipps fürs Wochenende

Ihr habt dieses Wochenende Lust auf entspannte Stunden auf dem Sofa und braucht noch einen Streaming-Tipp? Hier kommen fünf Doku-Empfehlungen aus der Redaktion.

«Britney Vs. Spears» (Netflix) – Tipp von Redaktorin Vanja Kadic

Darum gehts: Im Netflix-Dokumentarfilm «Britney Vs. Spears» beleuchten Regisseurin Erin Lee Carr und «Rolling Stone»-Journalistin Jenny Eliscu den Rechtsstreit um das Ende der 13-jährigen Vormundschaft von Britney Spears. Mit Gerichtsdokumenten und Interviews von Britneys ehemaligen Weggefährt:innen schildern sie, wie bizarr und restriktiv das Leben der Sängerin in den vergangenen Jahren unter der Vormundschaft ihres Vaters Jamie Spears wurde.

Deshalb ist die Doku so gut: In «Britney Vs. Spears» wird einmal mehr illustriert, unter welch immensen Kontrolle der Popstar seit mehr als einem Jahrzehnt steht. Und wie Britneys Umfeld von ihrer Vormundschaft profitiert. Die Filmemacherinnen liefern dafür konkrete Zahlen aus Unterlagen – ein Beispiel: Während Britneys Vater monatlich 16 000 Dollar als Vormund verdiente, kriegte Multimillionärin Britney ein Taschengeld von 8000 Dollar. Und musste erst fragen, ob sie einen Hamburger essen gehen darf oder Geld für die Bücher ihrer Kinder kriegen kann. Spannend ist, dass ihr Ex-Freund, der Fotograf Adnan Ghalib, zu Wort kommt und über die Zeit spricht, als die Vormundschaft begann. Oder ihr Ex-Manager Sam Lutfi, der behauptet, er sei von ihrem Team und ihrem Vater als Sündenbock dargestellt worden. «Britney Vs. Spears» hat seine Fehler und kommt manchmal ein wenig trashy rüber. Auch dass die Filmemacherinnen sich klar als Britney-Fans positionieren und Jenny Eliscu in einer Szene – etwas gar dramatisch – weint, als sie über die Sängerin spricht, wirkt irgendwie schräg. Wer aber gerne wie ich ab und an ins Rabbit Hole von Britneys Vormundschaft springt (die ja nun, da Jamie Spears als ihr Vormund entlassen wurde, hoffentlich schon bald Geschichte ist) ist mit dieser Doku gut bedient.

Für Fans von: «Pink: All I Know So Far» (Amazon Prime), «Miss Americana» (Netflix) und anderen Showbusiness-Dokus.

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«Pray Away» (Netflix) – Tipp von Redaktorin Sandra Huwiler

Darum gehts: «Pray the Gay Away» – darauf spielt der Titel der Doku an, und ums Wegbeten geht es in dieser Doku. Um Konversionstherapien, die Menschen mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen «heilen» sollen, da diese nicht von Gott gewollt, sondern die Folge menschlichen Versagens und traumatischer Erlebnisse seien. Daran glauben viele strenggläubige Christ:innen – nicht nur in den USA. Und daraus erwuchsen in den letzten Jahrzehnten riesige «Ex-Gay-Movements», die proklamieren, dass alles Nicht-Heterosexuelle Sünde sei und darum «geheilt» werden müsse – eine Umkehr zum heteronormativen Lebensstil als einzig erstrebenswerter wird gepredigt. Wie viel Schmerz die Therapien und die homophobe Haltung vieler Christ:innen Mitgliedern der LGBTQ+-Community bereitet, wird in dieser Doku nicht zuletzt dadurch spürbar, dass die Protagonist:innen ehemals führende Personen von Ex-Gay-Bewegungen waren und dies heute zutiefst bereuen. Mit Archivbildern und in emotionalen Interviews zeichnen sie die Geschichte der Konversionstherapien – und ihre eigene Rolle darin – nach.

Deshalb ist die Doku so gut: Der Anfang der Doku ist kaum auszuhalten: Ein junger Mann mit «Jesus liebt dich»-Pappschild spricht Passant:innen vor einem Einkaufszentrum an um mit ihnen zu beten. Dabei geht es um seine Geschichte, er lebte als Transfrau, aber mit Gottes Hilfe sei er von diesem «Irrweg» losgekommen. Nun will er für all diejenigen beten, die noch immer in Sünde leben. Und nicht wenige beten mit ihm. Dass er kein schrulliger Einzelgänger ist, wird rasch klar. In den Siebzigerjahren entstanden die ersten «Ex-Gay-Movements», die eine Umkehr vom sündigen, queeren Leben zurück zum heteronormativen, christlich-akzeptierten Leben predigen. 700 000 Menschen haben allein in den USA eine Konversationstherapie über sich ergehen lassen müssen – viele haben darunter gelitten und tun dies bis heute, nicht wenige haben sich in Folge solcher Therapien das Leben genommen. Darauf aufmerksam zu machen ist wichtig, denn auch wenn die Protagonist:innen der Doku heute ihre Haltung und ihre Handlungen von damals bereuen, die homophobe Haltung vieler Kirchen und Bewegungen die Konversationstherapien propagieren, gibt es bis heute – auch bei uns.

Für Fans von: «Disclosure: Hollywoods Bild von Transgender» (Netflix), «For the Bible Tells Me So» (Amazon Prime), «Bibeltreue Supermacht» (ZDF)

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«LuLaRich» auf Amazon Prime — Tipp von Lifestyle-Praktikantin Irina Eftimie

Darum gehts: Sie haben mit hässlichen Leggings ein Vermögen gemacht, doch jetzt droht ihnen der finanzielle Ruin: Die vierteilige Doku-Serie LuLaRich zeigt den extrem steilen Aufstieg der von DeAnne Brady und Mark Stidham gegründeten Firma LuLaRoe auf. Die Firma, die nur dank einem Schneeballsystem funktioniert (was das Gründerpaar natürlich vehement leugnet), kämpft aber schon seit Jahren um ihre Existenz.

Deshalb ist die Doku so gut: Schneeballsysteme sind total interessante Konstrukte, die vor allem dank Social Media in den letzten Jahr(zehnt)en einen starken Aufschwung erlebt haben. LuLaRoe basiert ebenfalls auf dem Prinzip des Multi-Level-Marketings, bei dem Verkäufer:innen von anderen Verkäufer:innen angeworben werden. Je früher man in ein solches System einsteigt, desto höher sind die Boni. Gewinnen kann nur, wer ein genug grosses Team unter sich hat. Die scheinbar perfekten Verkäufer:innen, die ständig ihre Einkäufe und ihren Urlaub zur Schau stellen, lassen uns in dieser Doku-Serie einen Blick hinter die bröckelnde Fassade werfen. Denn auch sie können der immer schlechter werdenden Qualität und den übel riechenden Leggings mit der Zeit nicht mehr entkommen. Als dann Mark Stidham während den gigantischen LuLaRoe-Events (an denen auch Superstars wie Katy Perry auftreten) anfängt mormonische Philosophien zu predigen, nimmt die Doku-Serie eine absurde Wende, die wohl die wenigsten erwartet hätten.

Für Fans von: «Fyre: The Greatest Party That Never Happened» (Netflix) und «Tiger King» (auch Netflix)

«This Is a Robbery: The World’s Biggest Art Heist» auf Netflix — Tipp von Reportage-Praktikantin Jana Schibli

Darum gehts: Der Titel ist zwar reisserisch, aber trotzdem wahr: Im März 1990 verschwindet Kunst im Wert von 500 Millionen Dollar aus dem Isabella Stewart Gardner Museum in Boston. Doch wer steckt hinter dem grössten Kunstraub der Geschichte? Wer hat die Nachtwachen mit Klebeband gefesselt, die Gemälde von Rembrandt, Vermeer und Manet brutal aus ihren goldenen Rahmen geschnitten und wegtransportiert? Diese vierteilige Doku-Serie von Regisseur Colin Barnicle rekonstruiert den nächtlichen Einbruch und verfolgt die verschiedenen Verdachtsspuren, die sich bald herauskristallisieren – vom irischen Mob bis zum Profi-Kunsträuber.

Deshalb ist die Doku so gut: Man muss sich diese Serie unbedingt im Originalton anschauen. Denn das wahrscheinlich Beste daran sind die hardcore Boston-Dialekte der Interviewten, die alle wie für das Fernsehen gemacht scheinen. Wir sind hier im Isabella Stewart Gaaaaahdner Museum! Und wow, ist es toll hier: Die exzentrische Kunstsammlerin Isabella Stewart Gardner liess das Museum um 1897 einem venezianischen Palast nachbauen und stopfte es mit ihrer unglaublichen Sammlung voll, um diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Rätselraten um den Raub kann zuweilen (vor allem für solche, die sich mit dem True-Crime-Genre nicht so ganz anfreunden wollen) etwas viel werden. Aber sobald eines der Kunstwerke in einem Schlafzimmer in den Suburbs wieder aufgetaucht sein soll, wird man erneut hineingezogen.

Für Fans von: «Beltracchi: The Art of Forgery» (die Doku ist auch auf Netflix) und «Grey Gardens» (1975)

«Monsters Inside: The 24 Faces Of Billy Milligan» auf Netflix — Tipp von Lifestyle-Praktikantin Irina Eftimie

Darum gehts: 1977 wird ein junger Mann in Verbindung mit mehreren Vergewaltigungen an der Ohio State University verhaftet. Schnell wird klar, dass es sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen Vergewaltiger handelt, denn Billy Milligan scheint multiple Persönlichkeiten zu haben. Diese vierteilige Doku-Serie geht der Frage nach, ob er tatsächlich an einer dissoziativen Identitätsstörung leidet oder alles nur spielt.

Deshalb ist die Serie so gut: «Monsters Inside» erinnert ein wenig an Serien wie «Breaking Bad» oder «Dexter», denn man möchte mit Billy Milligan Mitleid haben, muss sich aber immer wieder daran erinnern, dass er mehrere Frauen brutal vergewaltigt hat und zudem vielleicht ein Mörder ist. Es stellt sich auch die Frage: Wer ist schuldig, wenn ein Mensch mit multiplen Persönlichkeiten vor einem sitzt? Wir Zuschauer:innen werden mit in eine Welt genommen, die von egozentrischen Psychiater:innen, gewalttätigen Familienmitgliedern und Geldgier geprägt ist. Ein spannender Fall, der mehr Fragen aufwirft, als beantwortet werden können.

Für Fans von: «Split», «Night Stalker: The Hunt For a Serial Killer» (auch auf Netflix) und andere True Crime-Dokus.

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