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Women Without Men: Weiterträumen

Kultur

Women Without Men: Weiterträumen

Shirin Neshats Erstling «Women Without Men» ist ein politischer Film voller Poesie.

Das Jahr 1953 ist von zentraler Bedeutung für den Iran. Damals wurde mit Hilfe des Westens eine demokratisch gewählte Regierung gestürzt und durch die Militärdiktatur des Schahs ersetzt – der später die noch schlimmere Herrschaft der Mullahs folgte. Das Regiedebüt der iranischen Künstlerin Shirin Neshat, das in ebendiesem Jahr spielt, spricht also von Politik – auf atemberaubend poetische Weise. In einem dichten, hochsymbolischen Schwarzweiss erzählt Neshat von vier Frauen, die sich in einem Garten begegnen, einem Refugium, in dem ihre geheimen Sehnsüchte blühen können: Nach einer Gesellschaft ohne patriarchalischen Zwang. Nach Gleichberechtigung in einem freien Land. Es sind traumhafte Bilder, in denen sich Wunsch, Wahn und (grausame) Wirklichkeit immer wieder verwischen. Die Stossrichtung der elegant explosiven Arbeit jedoch bleibt klar: der Kampf um Freiheit und Demokratie.

Ab 24. 6.: «Women Without Men» von Shirin Neshat. Mit Navíd Akhavan und Mina Azarian

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