Kultur

6 Uhrenmuseen, die einen Besuch wert sind

Text: Monique Henrich; Bilder: ZVG

Sie sind nostalgisch, oft etwas versteckt, aber immer faszinierend: Die Museen der Schweizer Uhrenmacher. Sechs Tipps, um die Zeit stillstehen zu lassen.

Das spektakuläre: Musée Atelier Audemars Piguet
Darum einen Besuch wert: Die alteingesessene Manufaktur von Audemars Piguet, in der die legendäre Royal Oak entsteht, hat nach beinah sechsjähriger Bauzeit ihr Musée Atelier eingeweiht. Das hippe Büro BIG (Bjarke Ingels Group) aus Kopenhagen, das sich mit kühnen Ideen weltweit einen Namen gemacht hat, verwirklichte die Vision einer spiralförmigen Architektur. Sie sollte so filigran und tragend sein wie die Spirale, das Herzstück, einer Uhr. So halten dicke transparente Glasscheiben die beinahe 500 Tonnen schwere Stahldecke. Drinnen ist die historische Werksatt aus der Gründerzeit von 1875 aufgebaut und Vitrinen mit der Sammlung der rund 300 Uhren. On Top der Spirale sind zwei Uhrmacherwerksätten installiert, in denen Horlogers und Juwelenfasser tatsächlich arbeiten.
Adresse: 18, route de France, Le Brassus VD, Vallée de Joux
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (ab 2021 auch am Samstag) um 14 Uhr und 15 Uhr. Besuche nur mit Reservation über die Website.

Das renommierte: Patek-Pilippe-Museum
Darum einen Besuch wert: Die berühmteste Uhrenmanufaktur der Welt, Uhrmacher der Royals, hat seit ihrem Bestehen 1839 uhrmacherische Schätze ab dem 16. Jahrhundert gesammelt. Kein anderes Museum zeigt so eindrücklich alle Facetten der Uhrmacherkunst: von den zierlichsten Emaille-Miniaturen bis zur kompliziertesten Uhr, die jemals gefertigt wurde. Faszinierend auch zu erfahren, warum kostbare Meisterwerke spiegelgleich im Doppel angefertigt werden mussten. Und: Die Bibliolthek ist mit rund 8000 Publikationen zum Thema Zeit und Zeitmessung bestückt.
Adresse: 7, rue des Vieux Grenadiers, Genf
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 14 Uhr bis 18 Uhr, Samstag: 10 Uhr bis 18 Uhr. Jeden Samstag findet eine öffentliche Führung auf Englisch statt. Hier gehts zur Website.

Das urbane: Beyer-Uhrenmuseum
Darum einen Besuch wert: Mitten im Bankendistrikt von Zürich, nah dem Paradeplatz, ist das Beyer-Uhrenmuseum, nach einer umfassenden Renovation neu eröffnet worden. Im Soussol des Uhrengeschäfts präsentieren sich tickende Bijoux aus dem 14. Jahrhundert bis in die Moderne, übersichtlich aufgeteilt in Displays. Da präsentieren sich einmalige Kostbarkeiten von Abraham Louis Breguet (1808) oder die Rolex Oyster Perpetual, die Sir Edmund Hillary bei der Erstbesteigung des Mount Everest 1953 trug.
Adresse: Bahnhofstrasse 31, Zürich
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 14 Uhr bis 18 Uhr. Hier gehts zur Website.

Die futuristischen: Omega-Museum und Planet Swatch
Darum einen Besuch wert: Allein das Setting des neuen Gebäudes, das der japanische Star-Architekt Shigerun Ban für The Swatch Group realisiert hat und das sich wie grosser Drachen entlang des Flüsschens Schüss windet, ist grandios. Darin hat es grosszügig Platz für die Exponate der zwei weltbekannten Uhrenmarken: das Museum von Omega und das Planet Swatch. Bei Omega sticht sowohl der Mann auf dem Mond ins Auge als auch James Bond und sportliche Superevents mit Animation. Bei Planet Swatch wird die Plastikuhr, die Zeitgeschichte schrieb, von ihren Anfängen an verspielt und witzig dargestellt.
Adresse: Nicolas-G.-Hayek-Strasse 2, Biel
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 11 Uhr bis 18 Uhr, Samstag/ Sonntag: 10 Uhr bis 17 Uhr. Museum Planet Swatch: gleiche Öffnungszeiten wie das Omega-Museum. Hier gehts zur Website. 

Das romantische: Musée d’Horlogerie du Locle Château des Monts
Darum einen Besuch wert: Ein Schlösschen wie aus dem Märchen und ein Geheimtipp: In den thematisch aufgeteilten Salons gibt es nicht nur Uhrenraritäten, sondern auch spezielle Gemälde und feinste Antiquitäten zu entdecken – Interieurs ganz im Stil der damaligen vornehmen Familien. Zu den bekannten Namen gehört Maurice Sandoz, Spross der gleichnamigen Basler Pharma-Dynastie und Künstler, Dichter und passionierter Uhren- und Automatensammler. Er vermachte dem «Schlössli» einen Grossteil seiner Sammlung, die in die Stiftung Sandoz eingebracht wurde und die von Uhrmachermeister Michel Parmigiani sorgfältigst betreut wird.
Adresse: 65, route des Monts, Le Locle NE
Öffnungszeiten (bis 31. Oktober): Dienstag bis Sonntag: durchgehend von 10 Uhr bis 17 Uhr; ab November bis April: Dienstag bis Sonntag: 14 Uhr bis 17 Uhr. Hier gehts zur Website.

Das grösste: Musée International d’Horlogerie (MIH)
Darum einen Besuch wert: Zugegeben, einladend sieht der angegraute Betonbau aus den frühen Siebzigerjahren nicht aus. Aber gleich nach dem Eintritt folgt die Faszination : Unglaublich, was da aus den rund 4000 aussergewöhnlichen Exponaten alles tickt und klingelt und rasselt, und es wird klar, warum das MIH als grösstes Uhrenmuseum der Welt gilt. Hier, auf den 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, vergeht an einem Regennachmittag die Zeit wie im Flug. Und : Bei Schönwetter lädt hinter dem Museum ein Park zum Picknicken und Spielen ein.
Adresse: 29, rue des Musées, La Chaux-de-Fonds NE
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: von 10 Uhr bis 17 Uhr. Hier gehts zur Website.

Monique Henrich ,
annabelle-Schmuckspezialistin
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