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Leandra Medine zeigt ihr Mens-Blut auf Insta – bringt uns das weiter?

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Leandra Medine zeigt ihr Mens-Blut auf Insta – bringt uns das weiter?

Am Donnerstag hat «Man Repeller»-Gründerin Leandra Medine Cohen auf Instagram ein Foto von sich gepostet – im weissen Rock, mit sehr grossem Mens-Fleck. Redaktorin Marie Hettich fragt sich, ob so ein Anblick tatsächlich zur Entstigmatisierung beiträgt.

Eigentlich ist es der perfekt normale Insta-Post: ein toller Raum, ein lässiger Blick über die Schulter, ein schönes Outfit – wenn da nicht der riesengrosse Blutfleck (ist es ein Po-Abdruck?) auf dem weissen Rock wäre. «Ganz ohne Sarkasmus», schreibt «Man Repeller»-Gründerin Leandra Medine Cohen zum Pic, «ich liebe es, eine Frau zu sein.»

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Mit mulmigem Gefühl scrollt man durch die vielen Kommentare – um dann überrascht festzustellen, dass die Stimmung fast durchgehend positiv, ja sogar richtig euphorisch ist. Kein Shitstorm in Sicht für die 32-jährige New Yorkerin.

«I fucking love you» schreibt eine Userin. Eine andere: «Menstruation but make it fashion», eine weitere: «Bleeding beauty». Viele Frauen bedanken sich bei Medine dafür, so offen mit dem Tabuthema Mens umzugehen. Gelikt wurde der Post bisher knapp 90’000 Mal – ein durchschnittlicher Medine-Post gefällt etwa 20’000 Leuten.

Ein Marathon ohne Tampon oder Binden

Leandra Medine Cohen ist nicht die erste Frau, die ihr Periodenblut zeigt: Im März 2015 veröffentlichte beispielsweise die indisch-kanadische Schriftstellerin Rupi Kaur ebenfalls ein Bild von sich, auf dem sie mit Blutfleck auf der Hose im Bett liegt. Im selben Jahr nahm die Musikerin und Aktivistin Kiran Gandhi ohne Tampon oder Binden an einem Marathon teil – und lenkte damit weltweit die Aufmerksamkeit auf die sogenannte Freebleeding-Bewegung, deren Anhängerinnen das Mensblut, nun ja, frei laufen lassen.

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Trotz der vielen positiven Reaktionen aus der Insta-Bubble drängt sich die Frage auf: Trägt der Anblick von Blut wirklich zur Entstigmatisierung der Mens bei? Oder ist Mensblut einfach instagrammable geworden?

Fakt ist: Bis heute ist in Werbespots für Menstruationsartikel keine Spur von der Menstruation zu sehen. Die Periode wird oftmals als blaue Flüssigkeit aus einem Reagenzglas dargestellt – oder sie ist so wenig Thema, dass man sich bis zum Ende fragt, was all die gutgelaunten Frauen da eigentlich bewerben. Dort, wo der enttabuisierte Umgang tatsächlich einen Unterschied machen würde, lässt der Fortschritt auf sich warten.

Vielleicht wäre ein grösserer persönlicher Beitrag zur Entstigmatisierung also nicht das Blutfleck-Pic auf Insta – sondern zum Beispiel bei der nächsten Periode eine Mail an den Chef: «Ich habe leider starke Menskrämpfe und bleibe heute im Bett.»

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