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Meta muss 18 Milliarden Dollar zahlen: Warum mir das als Mutter Hoffnung macht

Meta muss 18 Milliarden Dollar zahlen: Warum mir das als Mutter Hoffnung macht

Meta soll bis zu 18 Milliarden Dollar zahlen, weil Instagram und Co. Kinder süchtig machen sollen. Ein Schlag gegen die Social-Media-Drogenmafia? Unsere Autorin über den Meta-Vergleich, Hoffnung für ihre Kinder und die Frage, wer hier eigentlich süchtig ist.

Das grosse «Hooray» war überall zu hören: Endlich ist es den US-Amerikaner: innen gelungen, das Tech-Unternehmen Meta für seine süchtigmachenden Plattformen zur Rechenschaft zu ziehen. Fertig mit den irren Mengen Dopamin für die noch unvollständig entwickelten Kinderhirne! Fertig nächtelanges Scrollen, fertig mit den Filtern, die bizarre Dinge mit minderjährigen Körpern und Gesichtern anstellen!

Die aussergerichtliche Einigung über 18 Milliarden Dollar, die Mark Zuckerbergs Firma kürzlich mit 48 Staaten abschliessen musste, löst im ersten Moment ein Gefühl des Triumphs aus. Bei genauem Hinsehen stellt sich aber schnell Ernüchterung ein. Das Unternehmen hat allein im letzten Quartal sechzig Milliarden Dollar Umsatz gemacht, die 18 Milliarden liegen also weit unter der Schmerzgrenze.

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"Auch wenn Meta kein Schuldeingeständnis liefert, ist die Symbolkraft dieser Einigung immens"

Zudem fliessen dreissig Prozent dieses Betrags nur, wenn auch Plattformen wie Youtube oder Tiktok nachziehen. Und bisher hat noch niemand herausgefunden, wie sich Altersschranken in Apps so bauen lassen, dass Jugendliche sie nicht umgehen können. Diese schlauen Füchse mit ihren unvollständig entwickelten Hirnen.

«Dump Big Tech»

Als Mutter verspüre ich dennoch Erleichterung. Auch wenn Meta kein Schuldeingeständnis liefert, ist die Symbolkraft dieser Einigung immens. Die Botschaft ist klar: Diese Apps, allen voran Instagram, machen süchtig, und Sanktionen sind der erste Schritt zu einem bewussteren Umgang damit.

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"Nachdem in den USA lange Zeit eine schwerfällige Resignation dominierte, scheint nun der Widerstand zurück"

Noch glücklicher stimmt mich jedoch die Tatsache, dass die Klagen nicht vom US-Kongress kamen – der debattiert seit Jahren ohne nennenswerte Resultate über bundesweite Gesetze –, sondern von Einzelpersonen und gemeinnützigen Organisationen. Nachdem in den USA lange Zeit eine schwerfällige Resignation dominierte, scheint nun der Widerstand zurück: Die Öffentlichkeit protestiert zunehmend gegen die Herrschaft der Techgiganten, immer häufiger auch gegen deren expansive KI-Pläne und ressourcenverschlingende Rechenzentren.

«Dump Big Tech» schreiben die Protestierenden auf ihre Plakate, auch in der Schweiz. In all der Ohnmacht, die ich in den letzten Jahren gegenüber diesen Goliath-Themen verspürt habe, geben mir diese neuen sozialen Bewegungen durchaus Hoffnung.

Angemessen abgestraft

Insbesondere im Hinblick auf die Zukunft meiner Kinder. Die nutzen mein Handy bis jetzt nur für verschwommene Aufnahmen ihrer Füsse und Kuscheltiere. Wir haben ein iPad, auf dem der bald Siebenjährige manchmal einem Gamer dabei zuschaut, wie er eine Figur durch stümperhaft verpixelte Welten laufen lässt.

Ein Zeitvertreib, dessen Sinn mir schleierhaft ist, dem ich aber in Anbetracht meiner eigenen Vorliebe für Youtube-Musikvideos und Werbespots aus den Neunzigerjahren (etwa die Werbespots des Kult-Regisseurs David Lynch für Adidas und Barilla. Eine Wonne!) gnädig gegenüberstehe. Ich kann nur sagen: Alle nach ihrer Façon.

Das Social-Media-Thema lauert zuhause also noch ausschliesslich in den Gewohnheiten von uns Erwachsenen. Bezüglich meines eigenen Konsums wären definitiv auch ein paar Sanktionen angebracht.

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