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Nachhaltigkeit: Wir essen mehr Fisch, als die Gewässer vertragen können

Zeitgeist

Nachhaltigkeit: Wir essen mehr Fisch, als die Gewässer vertragen können

Der Fischkonsum in der Schweiz steigt, während die Anzahl Fische in den Weltmeeren sinkt. Unsere Autorin Stephanie Hess erklärt, wie wir ökologischer Fisch geniessen können.

Wie gut Menschen verdrängen können, wenn es um umweltbewusste Ernährung geht, zeigt sich beim Thema Fisch besonders deutlich. Greenpeace und WWF pflastern seit Jahren Plakatwände voll und warnen vor den Folgen des industriellen Fischfangs. Sie veröffentlichen Ratgeber, geben Studien in Auftrag, kämpfen für Verbote, verhandeln mit Politik und Industrie. Und was tun wir? Wir essen immer mehr Meerestiere.

In der Schweiz stieg der Konsum seit 2000 um sechzig Prozent. Dazu beigetragen haben unsere horrende Lust auf Sushi und Poke Bowls, aber auch Ernährungsfachleute, die in den vergangen Jahren wegen der guten Säuren, der guten Fette und des geringen Kaloriengehalts mindestens eine Fischmahlzeit pro Woche empfahlen.

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Wenn Menschen den Fischen das Essen wegnehmen

Das grosse Problem dabei ist: Das geben die Gewässer gar nicht her. Hierzulande verspeisen wir heute drei Mal so viel, wie gemäss Schätzungen der Schweizer Tierschutzorganisation Fair-fish verträglich wäre: gerade mal 1.5 Fischmahlzeiten pro Person und Monat – Zuchtfisch inbegriffen. Denn die beliebtesten Speisefische wie Lachse und Thunfische ernähren sich nun mal auch in der Zucht nicht von Pflanzen, sondern von anderen Fischen, die wiederum meist aus den Weltmeeren gezogen werden.

Um ein Kilogramm Lachs zu produzieren, sind beispielsweise ungefähr drei Kilogramm Fischmehl und Fischöl nötig. Und fast das Siebenfache davon für ein Kilo Thunfisch.

Lokal oder bio einkaufen

Aus ökologischer Sicht kommt also am besten auschliesslich Fisch aus heimischen Gewässern auf unsere Teller, gekauft beim lokalen Fischereibetrieb. Oder Fische aus Biozuchten, bei denen das Futter aus Abfällen aus der Biofisch-Verarbeitung oder aus nachhaltiger Fischerei stammt.

Im Zweifelsfall und für weitere Infos: Online-Ratgeber von WWF oder Greenpeace beachten. Und übrigens: Inzwischen beurteilen auch Ernährungsfachleute die Lage anders. Bei einer ausgewogenen Ernährung, so ist man sich heute einig, sind wir auch dann gut versorgt, wenn wir nur einmal pro Monat Fisch essen.

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