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5 Momente der US-Inauguration, die wir nie vergessen werden

Politik

5 Momente der US-Inauguration, die wir nie vergessen werden

  • Text: Vanja Kadic
  • Bild: Alamy

Für die USA begann gestern ein neues Kapitel: Joe Biden wurde offiziell zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt. Die Inauguration von Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris in Washington, D. C. wurde von einem Millionenpublikum aus der ganzen Welt verfolgt. Eindrücklich, berührend, stark: Diese Momente der Vereidigung werden wir so schnell nicht vergessen.

Eugene Goodman wurde für seinen Einsatz geehrt

Der Polizist Eugene Goodman verhinderte beim Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 womöglich Schlimmeres, indem er den aggressiven Mob von der offenen Senatskammer weglockte und die Trump-Anhänger in eine andere Richtung führte. Goodman wird für seinen Einsatz und seinen bewiesenen Mut als Held gefeiert. Er durfte gestern in seiner neuen Rolle als Deputy House Sergeant at Arms Vizepräsidentin Kamala Harris und den Second Gentleman der Vereinigten Staaten Douglas Emhoff eskortieren.

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Lady Gagas gefühlvoller Auftritt

Lady Gaga begeisterte mit ihrem kraftvollen Auftritt. Sie sang, begleitet von der Band der US-Marine, die US-Nationalhymne und setzte mit ihrem Look ein Zeichen des Friedens: Ihre Robe von Schiaparelli zierte eine goldene Friedenstaube, die einen Olivenzweig im Schnabel hält. Der Popstar, der sich im Wahlkampf bereits stark für Joe Biden eingesetzt hatte, schrieb bei Twitter: «Mögen wir alle miteinander Frieden schliessen. (…) Es ist mir eine Ehre, unsere Nationalhymne für das amerikanische Volk zu singen. Ich werde während einer Zeremonie singen, eines Übergangs, eines Moments der Veränderung – zwischen POTUS 45 und 46. Für mich hat das eine grosse Bedeutung. Meine Absicht ist es, unsere Vergangenheit anzuerkennen, heilend für unsere Gegenwart zu sein und leidenschaftlich für eine Zukunft, in der wir liebevoll zusammenarbeiten.»

 

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Starker Auftritt von Amanda Gorman

Die 22-jährige Poetin und Lyrikerin Amanda Gorman sorgte für den Gänsehaut-Auftritt der Zeremonie. Gorman, die als jüngste Dichterin aller Zeiten bei einer Vereidigung eines US-Präsidenten auftrat, trug ihr Gedicht «The Hill We Climb» vor. Für ihre Rezitation des Stücks bekam sie unter anderem Lob von Hillary Clinton, Oprah Winfrey und Barack Obama. «War Amanda Gormans Gedicht nicht umwerfend? Sie versprach mir, 2036 als Präsidentin zu kandidieren, und ich kann es kaum erwarten», schrieb Clinton bei Twitter.

«Ein Tag für die Geschichtsbücher. Amanda Gorman trug ein Gedicht vor, das dem Moment mehr als gerecht wurde. Junge Menschen wie sie sind der Beweis, dass ‹es immer Licht gibt, wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen; wenn wir nur mutig genug sind, es zu sein›», twitterte Obama.

Das Gedicht «The Hill We Climb» stellte Gorman nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 fertig. Gorman studierte Soziologie an der Harvard University und setzt sich als Aktivistin gegen Unterdrückung und Rassismus und für Feminismus ein.

Bernie Sanders fror und war grumpy

Der ehemalige Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders sorgte für die Lacher des Events. Der Senator aus Vermont besuchte die Zeremonie in einem für den Anlass überraschend gemütlichen Casual-Outfit und wurde damit im Netz zum Meme. Mürrisch verfolgte Sanders in dicken Woll-Fäustlingen und Burton-Snowboardjacke die Zeremonie. Bilder des Demokraten verbreiteten sich wie ein Lauffeuer auf Social Media.

Die Marke Burton etwa lieferte bei Twitter gleich eine Anleitung, wie man Sanders’ Look «nachstylen» kann, während andere User den 79-Jährigen liebevoll in die New Yorker Subway oder in Filmszenen photoshoppten. Mit seinen Handschuhen, die er bereits im Januar 2020 bei einem Women’s March in New Hampshire trug, und seinem pragmatischen Look prägte Sanders gar die Stilrichtung «Grumpy Chic». Sanders und seine Handschuhe (übrigens aus recycelten Pullovern und Fleece aus alten Plastikflaschen hergestellt) haben von einem Fan den eigenen Twitter-Account «BerniesMittens» bekommen.

Zu CBS News sagte Sanders, auf sein Outfit angesprochen, nach der Amtseinführung: «Wissen Sie, in Vermont ziehen wir uns warm an. Wir wissen etwas über die Kälte, und wir kümmern uns nicht so sehr um gute Mode, wir wollen uns warm halten, und das ist es, was ich heute getan habe.»

Fashion, Fashion, Fashion!

Die Mode ist nach Washington, D. C. zurückgekehrt: Zahlreiche Looks mit Elementen von symbolischer Bedeutung sorgten für Gesprächsstoff. Vizepräsidentin Kamala Harris trug bei ihrer Vereidigung ein Kleid und einen Mantel in Violett, designt wurde der Look von den beiden afroamerikanischen Jungdesignern Christopher John Rogers und Sergio Hudson.

Dass Harris ausgerechnet Violett trug, ist kein Zufall. Fashion Consultant Lauren Rothman sagt zur BBC: «Symbolisch gesehen ist es eine Zwei-Parteien-Farbe, weil sie (republikanisches) Rot und (demokratisches) Blau vereint.» Violett sei für amerikanische Frauen in der Politik ausserdem eine spezielle Farbe, weil es eine Hommage an die Frauenrechtsbewegung sei: Die Suffragetten trugen die Farbe in den 1900er-Jahren oft, während sie sich für das Frauenwahlrecht einsetzten.

Die ehemalige First Lady Michelle Obama trug einen monochromatischen, eleganten Look, der ebenfalls von Jungdesigner Sergio Hudson entworfen wurde. Den pflaumenfarbenen Mantel kombinierte sie mit einer Hose mit weitem Bein, Rollkragenpullover und einem XL-Taillengürtel.

First Lady Dr. Jill Biden trug mit Blau die Farbe der Demokraten: Sie zeigte sich in einem massgeschneiderten Tweed-Mantel, der mit Swarovksi-Kristallen und Perlen bestickt war, und passendem Kleid. Entworfen hat den Look die US-Designerin Alexandra O’Neill vom New Yorker Label Markarian.

Poetin Amanda Gorman begeisterte nicht nur mit ihren Worten, sondern auch mit einem Outfit von Prada. Sie trug zu ihrem sonnengelben Mantel ein weisses Hemd, dazu einen schwarzen Leder-Bleistiftrock, schwarze Lederstiefel und einen roten Satin-Haarreif. Die Ohrringe, die Gorman trug, waren ein Geschenk von Moderatorin und Unternehmerin Oprah Winfrey.

Gorman trug ausserdem einen Ring in Form eines Vogels in einem Käfig, dies im Gedenken an die amerikanische Autorin und Bürgerrechtlerin Maya Angelou. Der gelbe Mantel sei eine Hommage an Dr. Jill Biden, so Gorman zur «Vogue». «Sie war diejenige, die mich überhaupt erst empfohlen hat, und das ehrt mich sehr», sagte Gorman. «(…) Ich bin froh, dass wir über die Mode sprechen können, denn sie hat so viel Bedeutung für mich, und es ist meine Art, mich an die Geschichte anzulehnen, die vor mir war, und an all die Menschen, die mich unterstützen.»

Kamala Harris’ Stieftochter Ella Emhoff besuchte die Zeremonie in einem bestickten Mantel mit weissem Kragen von Miu Miu und einem dezenten Haarreif. Die 22-jährige Künstlerin wird nach ihrem Auftritt im Netz als neue Stil-Inspiration gefeiert.

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