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Autorin Susanne Kaiser: «Häufig sind Akademikerinnen von häuslicher Gewalt betroffen»

Politik

Autorin Susanne Kaiser: «Häufig sind Akademikerinnen von häuslicher Gewalt betroffen»

Die Journalistin und Autorin Susanne Kaiser beschäftigt sich mit dem «feministischen Paradox»: Je stärker Frauen werden, desto grösser wird der Hass gegen sie. Warum ist das so, und was muss passieren, damit sich das ändert?

annabelle: Die Gewalt gegen Frauen nimmt weltweit zu, schreiben Sie in Ihrem Buch «Backlash». Allein in der Schweiz haben mehr als 40 Prozent der Frauen Gewalt in der Partnerschaft erlebt, rund alle zwei Wochen stirbt eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. Statistiken zeigen, dass diese Form der Gewalt seit Jahren kontinuierlich zunimmt. Wie weit haben Sie ausserhalb der Zahlen und Statistiken recherchiert?
Susanne Kaiser: Ich habe mir sehr genau das Dunkelfeld angeschaut, das nicht in den Statistiken auftaucht. Ich habe in Frauenhäusern mit betroffenen Frauen gesprochen, mit Beratungs-Hotlines Kontakt aufgenommen, Psycholog:innen und Anwält:innen interviewt, die mit häuslicher Gewalt zu tun haben. Sie alle bestätigen die Zunahme, auch was die sexualisierte Gewalt zu Hause angeht.

Warum wird nicht mehr darüber gesprochen, sind wir nicht alarmierter?
Es wird schon darüber gesprochen, aber auf eine Art und Weise, als sei das eine Naturkatastrophe: tragisch, aber nicht wirklich zu ändern. Dass die Gewalt von Männern ausgeht, wird oft nicht deutlich gesagt. In der Berichterstattung ist dann von einer «Familientragödie» die Rede, es überwiegen Passivkonstruktionen wie «Frau mit Messer umgebracht» oder «Frau vom Balkon geschubst». Dass der Täter ein Mann ist, wird erst mal ausgespart. Man sollte viel mehr darüber reden, warum Männer das tun und warum wir eine Zunahme der Gewalt beobachten können.

Was ist Ihre Antwort?
Frauen sind heute deutlich emanzipierter und in der Politik sichtbarer als früher. Viele Männer fürchten um ihre Macht, ihre Privilegien, auch zu Hause in der Familie. Sie sind verunsichert, in ihrer Männlichkeit gekränkt und erleben einen Kontrollverlust. Manche werden dann aggressiv oder sogar gewalttätig. Auch die MeToo-Bewegung hat viele Männer provoziert und Aggressionen geschürt.

Feministischer Fortschritt und männliche Gewalt gehen also Hand in Hand?
Genau, ich nenne das auch «feministisches Paradox». Je selbstbewusster und sichtbarer Frauen werden, desto eher werden sie zum Ziel von Gewalt.

Was genau meinen Sie mit dem «Backlash», den Sie in Ihrem Buch beschreiben?
Damit meine ich, dass reaktionäre Männer versuchen, die mühsam erkämpfte Gleichberechtigung der Frauen mit Gewalt rückgängig zu machen, ihre Rechte zu beschneiden. Das hat auch mit dem Erstarken rechter Ideologien zu tun. In den USA hat der Oberste Gerichtshof das Recht auf Abtreibung stark eingeschränkt. Auf TikTok sieht man häufiger junge Männer, die ihre Tötungsfantasien an Frauen öffentlich machen und dafür viele Likes bekommen. Aber eben auch im häuslichen Umfeld werden Männer zunehmend gewalttätig.

Sind Frauen aus allen Schichten gleichermassen betroffen?
Prinzipiell kann es jede Frau treffen. Besonders häufig sind zwei Gruppen: Geringverdienerinnen, die meist nicht die finanziellen Ressourcen haben, sich aus einer gewalttätigen Beziehung zu befreien. Sie sind abhängiger, könnten sich zum Beispiel keine eigene Wohnung leisten. Und Akademikerinnen, die beruflich erfolgreich sind, unter Umständen sogar mehr Geld verdienen als ihre Partner.

Werden auch Männer mit einem hohen Bildungsniveau häufig handgreiflich?
Leider ja. Selbst manche Männer, die sich als feministisch bezeichnen und Kolleginnen in ihrem Arbeitskontext fördern, unterdrücken zu Hause ihre Frauen, machen sie klein, werden handgreiflich. Die Grenzen von psychischer zu körperlicher Gewalt sind oft fliessend. Der Lockdown, als während der Corona-Pandemie viele Menschen zu Hause geblieben sind, hat das Problem noch einmal verschärft.

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«Der Hass bleibt nicht bei bestimmten frauenfeindlichen Gruppierungen wie etwa den Incels stehen»

Sprechen Frauen, die häusliche Gewalt erleben, mehrheitlich mit anderen Menschen darüber, mit Freundinnen, jemandem aus der Familie? Oder ist das Thema nach Ihren Recherchen tabu?
Meist sprechen sie nicht darüber. Zur häuslichen Gewalt gehört auch, dass Männer ihre Partnerinnen aus ihrem sozialen Umfeld isolieren. Die Freundinnen werden schlecht gemacht, die Frau darf das Haus oft nicht mehr verlassen.

Es gibt den Mythos, dass Frauen selbst schuld daran seien, wenn sie Opfer von sexualisierter Gewalt werden ­­– zum Beispiel, weil sie sich angeblich aufreizend anziehen.
Stimmt, wir haben es hier mit einer Täter-Opfer-Umkehr zu tun: Viele Männern meinen, ihre Partnerin habe sie provoziert. Oft fühlen sich die Frauen tatsächlich schuldig. Immerhin sind einige durch die MeToo-Bewegung ermutigt worden, mit dem, was ihnen passiert ist, in die Öffentlichkeit zu gehen, ihre Männer anzuzeigen. Sie haben gesehen, dass sie nicht allein sind.

Im Internet hat die Gewalt gegen Frauen ebenfalls zugenommen. Wird der Hass nur innerhalb bestimmter Gruppen verbreitet, oder sickert davon auch etwas in die breite Öffentlichkeit durch?
Der Hass bleibt nicht bei bestimmten frauenfeindlichen Gruppierungen wie etwa den Incels stehen, die keine sexuelle Beziehung haben und den emanzipierten Frauen dafür die Schuld geben. Es gibt häufig Hass-Kampagnen im Netz, etwa gegen Politikerinnen oder Sportmoderatorinnen, bei denen dann immer mehr Männer aufspringen.

Was muss passieren, damit die Gewalt gegen Frauen weniger wird?
Es muss sich auf verschiedenen Ebenen mehr tun. Hate Speech im Internet muss stärker sanktioniert werden, das Netz ist kein rechtsfreier Raum. Polizist:innen und Familienrichter:innen müssen mehr für das Thema sensibilisiert und fortgebildet werden. Frauenhäuser und die zuständigen staatlichen Stellen sollten finanziell besser unterstützt werden. Wichtig finde ich auch, dass es mehr Hilfsangebote für Männer gibt, die aus ihrer Gewaltbereitschaft herauskommen wollen.

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«Das Ziel sollte sein, dass wir irgendwann das alte binäre System von Mann und Frau überwinden»

Was muss passieren, damit Männer anders sozialisiert werden?
Das muss schon in den Kitas und Schulen anfangen. Erzieher:innen und Lehrer:innen müssen über klassische Rollenbilder sprechen und sie in Frage stellen. Gewalt ist bereits an Schulen oft geschlechtsspezifisch, Jungs sind gewaltbereiter als Mädchen. Deshalb müssen Kinder und Jugendliche präventiv für das Thema männliche Gewalt sensibilisiert werden.

Was können die Frauen tun?
Es ist wichtig, dass Frauen in der Öffentlichkeit sichtbar sind, dass sie – durch MeToo bestärkt – auf Gewalt und Diskriminierung, die sie erlebt haben, aufmerksam machen. Das alles gehört zu einer feministischen Identitätspolitik. Andererseits besteht die Gefahr, dass Frauen, die ihr Geschlecht betonen, anders wahrgenommen werden, als sie selbst es sich wünschen: nämlich als schutzbedürftig und von Natur aus schwach. Die guten, völlig legitimen Argumente einer feministischen Identitätspolitik können also nach hinten losgehen. Deshalb sollten Frauen sich gut überlegen, ob sie ihr Frausein immer wieder betonen …

… weil sie sonst womöglich die alten Rollenbilder und Hierarchien zementieren?
Genau. Das Ziel sollte letztlich sein, dass wir irgendwann das alte binäre System von Mann und Frau überwinden – zumindest, um von den herkömmlichen Rollenbildern loszukommen. Es gibt heute so viele unterschiedliche, queere Identitäten.

Eine persönliche Frage zum Schluss: Haben Sie selbst die Erfahrung machen müssen, Opfer von männlicher Gewalt zu werden?
Ja, ich selbst habe auch schon männliche Gewalt erlebt – wie leider fast jede zweite Frau.

Susanne Kaiser, geboren 1980, ist Autorin und Journalistin. Ihr Buch «Backlash. Die neue Gewalt gegen Frauen» (224 Seiten, ca. 35 Fr.) ist im Tropen Verlag erschienen.

Du bist Opfer häuslicher Gewalt oder hast Angst, dass es bald soweit kommen könnte? Hier findest du Hilfe.

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Daniel

Guten Morgen,

den Artikel habe ich mit Sorge wahrgenommen.
Selbst lebe ich mit meiner Partnerin in einer guten Beziehung miteinander seit 23 Jahren.
Immer auf Augenhöhe in Liebe und Respekt füreinander.
Ich denke es gibt sehr viel Unverständnis und Missverständisse zwischen Mann und Frau ja auch Machtgefälle was mit Gleichberechtigung nichts gemein hat.
Ein Buch schneidet, denke ich diese Theamtik in etwa an.
Vielleicht ist es ein Versuch für mehr Akzeptanz zwischen Mann und Frau

Katharina

“Deshalb sollten Frauen sich gut überlegen, ob sie ihr Frausein immer wieder betonen ……weil sie sonst womöglich die alten Rollenbilder und Hierarchien zementieren?
Genau. Das Ziel sollte letztlich sein, dass wir irgendwann das alte binäre System von Mann und Frau überwinden – zumindest, um von den herkömmlichen Rollenbildern loszukommen.”

Ahja, wir sollten uns das also guuut überlegen? Die Aussage klingt irgendwie auch wieder nach Täter-Opfer-Umkehr: Wenn ich ernst genommen werden will, darf ich also keinen Rock, keine Schminke und kein zu eng geschnittenes Oberteil tragen? Das ist, was dort im grunde steht. Den fast schon “Schmollmund” auf dem Bild zum Artikel, liebe Frau Kaiser, würde ich mir dann an ihrer Stelle auch gut überlegen!

marie ella

Ich sehe in der beruflichen Betreuung anderes: Frauen kleiden und formen sich aktiv, fast schon aggressiv sexualisiert (kurze Röcke, hautenge Kleidung, außerdem Botox, aufgespritzte Lippen, usw). Im Wissen, dass sie männliche Aufmerksamkeit so auf jeden Fall bekommen. Frauen, die als Konkurrenz wahrgenommen werden, die sich nur auf Können und Wissen verlassen möchten, werden so als Konkurrentinnen ausgeschaltet. Diese Frauen richten in der jungen Generation so viel Schaden an. Weil der Druck, ständig optisch zwischen Model und Pornodarstellerin zu rangieren nun von Frauen ausgeht. Nicht mehr von Männern. Letztere brauchen sich nur noch zurückzulehnen und laut lachend das “Angebot zu genießen”. Ja! So werden alte Rollenbilder und Hierarchien zementiert.

Katharina von Siena

Werte Namenskollegin,
ich kann nirgendwo lesen, dass die Autorin Leserinnen einen Dresscode vorgeschlagen hätte. Eher habe ich gelesen, dass eine differenzfeministisch verbalisierte “Betonung des Frausein(s)”, also eine Argumentation, wie “Ich als Frau…”, Rollenbilder und Hierarchien festschreiben könnte.

Ihre Attacke gegen das Aussehen der Autorin finde ich unpassend!

Das Foto ist seitens des Fotografen feinsinnig arrangiert, sensibel von der Redaktion ausgewählt und zeigt die Persönlichkeit der Autorin angenehm unverstellt.
Die in dem sensibel getroffenen Portrait dargestellten Nuancen, der von der Autorin performten Fluidität der Ausprägung von männlich und weiblich zusammen mit der Entscheidung, kein “Fotogesicht” aufzusetzen, empfinde ich als ein sehr gelungenes bildliches Statement zur menschlichen Verletzbarkeit und vielleicht auch zur Verletzbarkeit Intellektueller Persönlichkeiten…

Und es ist Teil des feministischen Paradox, dass Sie, Katharina, zuerst die Autorin und ihr Aussehen attackieren, bevor Ihnen ein inhaltlicher Beitrag oder eine unterstützende Argumentation entfährt. Männer machen untereinander soetwas in der Regel nicht! Die bilden Seilschaften und bestärken einander.

Keine Gruppierung lässt sich so leicht splitten, wie die der Frauen, sogar der feministischen Frauen! Wo bleibt die Solidarität?
Auch darin liegt die Verletzbarkeit derer, die in der Öffentlichkeit stehen. Sie können sich auf niemanden sicher verlassen, nichtmal auf diejenigen, für die sie sich stark machen.

Das ist traurig.
Ich hoffe, das ändert sich bald.
Ich hoffe, dass Frauen und solche die dies in Zukunft werden wollen, mehr von sich zu verteidigen haben, als ihren Lippenstift.

Stella

Die Autorin “performed” auf dem Foto Ihrer Meinung nach die “Fluidität der Ausprägung von männlich und weiblich”? Abgesehen davon, dass ich das auf dem Foto nicht entdekcen kann, es ist einfach ein – mit Verlaub – stinknormales Portrait, finde ich, dass Sie genau mit so einer Aussage Geschlechterklischees erst zementieren. Eine Frau guckt z.B. entschlossen und machtbewusst in die Welt und “perfomred” damit also ihre fluide geschlechtliche Identität? Klingt für mich nach 50er Jahre.

Andrea Zahner

Da haben Sie etwas grundsätzlich falsch verstanden. Hier geht es darum, dass die Betonung des Frauseins Rollen zementiert, da eine Betonung immer auch wieder deutlich macht, das zwei Geschlechter existieren. Stellt man dies in Frage und redet einfach von Menschen, dann kann jeder enge Röcke und was auch immer tragen, es ist eben nicht mehr abhängig vom Geschlecht.

Stella

Damit Männer weniger Gewalt gegen Frauen ausüben, sollte man also darauf verzichten, sprachlich die Existenz von Männern und Frauen deutlich zu machen. Diese Logik überzeugt mich leider überhaupt nicht.
Man könnte auch einfach dafür eintreten, dass jeder und jede machen und anziehen kann, was er oder sie will. Das wäre auch tatsächlich progressiv! Dafür muss ich nicht die Tatsache verschleiern, dass es nunmal zwei Geschlechter gibt.

Judith

Nein, eben gerade nicht, liebe Katharina! Frau Kaiser, auch Sie und ich und alle anderen Frauen sollen genau so in die Welt blicken und sich angstfrei präsentieren dürfen wie es ihnen drum ist. Das Ziel muss doch sein, dass wir alle – und damit meine ich alle Menschen, unabhängig von Geschlecht – lernen, einander mit Respekt und Wohlwollen zu begegnen. Und unbedingt muss dieser Geist ab frühestem Kindesalter von Familie und Erziehenden als Lebensgrundlage vermittelt werden.

Andreas

Mir ist das gleiche aufgefallen. Zumal das binäre System ja nicht nur gesellschaftliche Wurzeln hat. DIese pauschalverurteilung von Menschen die sich mit den klassischen Rollenbildern identifizieren können finde ich höchst problematisch. Solch eine Einstellung spiegelt genau die Kritik wieder die vom rechten Rand kommt.
Es gilt nicht da binäre System zu überwinden, es sollte das Ziel sein eine Gesellschaft zu schaffen in der es jedem frei steht ob und in welchen Ramen er an diese binären System teilnehmen möchte. Und das muss explizit auch vollständige Konformität mit einschließen.

Gerhard Ochsenfeld

Ein “Schmollmund” sieht anders aus, liebe Katharina. Einmal abgesehen davon, dass ich diese Form, sich über das Aussehen/Erscheinungsbild der Autorin zu äußern, sehr unangemssen finde. – Aber zur Sache, denn es geht Frau Kaiser um etwas anderes, das ich hier einmal so veranschaulichen möchte (real life!):
Ich hatte einer Frau, die in Schulungen tätig war/ist, geraten, sich in einer gewissen Weise nicht so “aufreizend” zu kleiden. Problematik: Sie hatte überwiegend männliche Kurzteilnehmer. Da fand ich es unangemessen, dass sie gern seehr tief ausgeschnitten trug (was ihre häufige Klage zur Folge hatte, dass die “Kerle” ihr merklich viel in den Ausschnitt schauten).
Irgendwann hat sie verstanden, was ich meinte, sich weiterhin sehr weiblich gekleidet (überwiegend Röcke/Kleider), aber ohne tiefe Dekolletees (mit Einblicken zwischen ihre Brüste) – so räumte sie mir später ein – gab es auch keine anzüglichen Blicke mehr.
DAS ist, was Frau Kaiser meint: Respektvoll auf Augenhöhe, ohne geschlechtsspezifische Stereotype, vor alllem ohne mit Schlüsselreizen zu spielen. Oder im Hinblick auf die Vokal “Frau” meint sie, daraus keine Sonderstellung abzuleiten – sondern eben: auf Augenhöhe.
Frau Kaiser möchte gerade NICHT in die Opferrolle. Was Frauen aber tun, die aus ihrem Frausein heraus eine Sonderstellung, besondere Beachtung, besondere Rücksichtnahme einfordern – mit dem Fingerzeig auf “Gleichberechtigung”!

Bee

Eine Frau kann Rock tragen und sich politisch engagieren.
Sich kann sich schminken und dreckig fluchen.
Sie kann ein eng geschnittenes Oberteil tragen und Elektrotechnikerin sein.

Punkte der letztgenannten Art helfen, auf eine erträgliche Art Frau sein zu können und über Ideen von Vorvorgestern endlich hinwegzukommen.

Julia

Was für ein herabwürdigender Kommentar! Es geht beim Frausein um viel mehr als Kleidung. Es geht z.B. darum, die “schwache Frau” darzustellen, die den “starken Mann” als Beschützer braucht. Es geht z.B. darum, Rollenklischees zu zementieren “typisch Frau”, “typisch Mann” oder schon viel früher “typisch Mädchen und “typisch Junge”. Auch mit Rock, Schminke und engem Oberteil kann frau diesen Stereotypen entgegenwirken: von Äußerlichkeiten zu innerer Haltung sozusagen. Kopfschüttel…..

Kniese

Leider wird bei diesem Artikel, wie bei den allermeisten dieser Art und auch in öffentlichen Diskussionen, etwas unterschlagen: “Frauen” – das ist keine Pauschalisierung, sondern eine bewusst in Kauf genommene Verkürzung – sind nicht “Schuld” wenn sie sexuell belästigt oder gewalttätig angegangen werden. Aber sie sind “beteiligt” in Form von psychischer Gewalt, der sich manche Männer nicht anders zu erwehren wissen, als durch die sichtbaren Formen, die sie dann benutzen. Das ist keine “Entschuldigung” des Verhaltens von “Männern”, einzig eine “Erweiterung des Blickfeldes”. Mich wundert das bereits seit Jahrzehnten, dass das nie thematisiert wird. Aus meiner Erfahrung in beruflichen und privaten Kontexten ist eine pauschale Zuordnung von Männern als “Täter” und Frauen als “Opfer” im Sinne einer Lösung des Problems nicht wirklich zielführend.

Elly

Die Frage ist doch, was die tiefliegende Ursache dieses Hasses ist. In meinen Augen ist es weit komplexer und auch die Lösung ist weit komplexer.
Wir haben gerade in den letzten Jahren gesehen, dass wir auch diskriminierung einzelner Gruppen nicht überwunden haben. Der Mensch findet immer neue Klassifizierungen, nach denen er Minderheiten diskriminieren kann. Wir müssen lernen mit Meinungsvielfalt zu leben und nicht allen das gleiche überstülpen zu wollen, nach einem herrschenden Bild. Auch in medizinischen Fragen. Das sollten wir aus der Nazizeit gelernt haben.

Ich bin der Meinung, die Ursache von Hass ist Hierarchie und Macht bzw der damit einhergehenden Ohnmacht und Selbstunwirksamkeit. Das Ziel ist keine Anarchie. Aber so wie wir arbeiten und Leben entsteht sehr viel Druck. Und der erzeugt Wut und Hass.
Und der Hass bricht sich unterschiedlich bahn. Auch die wirtschaftliche Ungleichheit, die massive Schere zwischen Arm und Reich bewirkt in meinen Augen hass. Da viel sich wünschen Reich zu werden, können sie die Reichen nicht hassen. Also muss der hass auf das eigene für unzureichend gehaltene Leben auf etwas anderes projiziert werden.
Und natürlich noch weitere Ursachen. Aber ich denke in puncto Arm und Reich ist ein großes, sehr unbewusstes Wutpotential unserer Gesellschaft.

F. Ziegler

bitte nehmt den Schreibfehler raus, das ist im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt kaum zu ertragen:

Was genau meinen Sie mit dem «Backlash», den Sie in Ihrem Buch beschreiben?
Damit meine ich, dass reaktionäre Männer versuchen, die mühsam erkämpfte Gleichberechtigung der Frauen mit Gewalt rückgängig zu machen, ihre Rechte zu beschneiden. Das hat auch mit dem Erstarken rechter Ideologien zu tun. In den USA hat der Oberste Gerichtshof das Recht auf Abreibung stark eingeschränkt.

Vanja Kadic

Danke für den Kommentar und den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.

N.Z.

Sehr guter Artikel (hat mir eine Klientin zukommen lassen)! Und deckt sich mit meinen jüngsten Erfahrungen hilfesuchender Frauen. Der Anteil aus hohen Bildungsschichten und anspruchsvollen Berufen liegt unterdessen bei über 80%. Neu ist auch der sehr hohe Anteil von Frauen ab 40, die nach einer Trennung danach mit dem neuem Mann insbesondere von emotionaler/psychischer Gewalt betroffen sind. Diese Männer kommen meist aus gescheiterten, aber nicht aufgearbeiteten Ehen. In den neuen Beziehungen ertragen sie weibliche Stärke und Intelligenz noch weniger und üben Gewalt ohne Körpereinsatz aus. Oberflächlich betrachtet leise, aber mit erheblichem Schaden bei den Frauen.

Leider ändert sich hier die Rechtslage nicht schnell genug. Oft stehen diese Frauen vor der Situation, sich gegen Lügen und Manipulation seitens des Partners innerhalb und außerhalb der Beziehung wehren zu müssen. Den Nachweis dieser Art von nicht durch blaue Flecken sichtbarer Gewalt kommunizieren diese Männer den Frauen gegenüber erschreckenderweise immer als illegal, was nicht korrekt ist. Dokumentation psychischer Gewalt (Drohung, Lügen, verbale Manipulation, Gaslighting. Tone policing, Falschaussagen im Umfeld usw) ist nicht illegal! Auch die Manipulation, die Reaktionen der Frauen auf psychische Gewalt als Gewalt zu bezeichnen (z.B. lautstarkes Diskutieren), ist immer wiederkehrendes Muster all dieser Männer. Der Gesetzgeber MUSS hier nachziehen und das schnell! In England gibt es dazu erste Schritte, alles zu langsam. Den Hilfestellen und uns Therapeuten in Deutschland bleibt derzeit nur die Möglichkeit, diese Frauen zu stärken, aufzuklären und über die Möglichkeiten des Nachweises zu instruieren.

Unbekannt

Ich persönlich kenne keinen Mann der eine Frau schlagen würde, allerdings haben es diese Männer auch schwer Frauen zu begeistern. Einer ist quasi schon ewig Single, die anderen haben es lediglich geschafft über Internet-Bezahldatingportale fündig zu werden.
Alle normal aussehend und selbst Akademiker mit festem Beruf und echt korrekte Männer.

Dann sieht man die Frauen mit den “Bad Boys” die ständig andere abschleppen/fremdgehen und auch mal ruppig mit den Frauen werden. Sorry da fällt mir nichts zu ein. Wenn man solche Männer wählt, dann bekommt man eben auch entsprechende Ergebnisse.Da kann man sich doch nicht allen ernstes hinstellen und sich beschweren.Zudem warum bleibt man bei so einem Mann? Einmal gewalttätig immer gewalttätig, d.h. beim ersten Vorfall sollte man die Sachen packen.

Außerdem ist es manchmal auch nicht unbedingt schlau wie Frauen mit Männern umgehen. Meine Ex hat ständig mit dem Ende der Beziehung gedroht wenn ihr was nicht passte, das ging genau so lange bis ich dem zugestimmt habe. Dann hat sie mir gedroht, dass sie dafür sorgt dass ich meine Tochter nicht mehr wieder sehe, mir alle meine Kohle, Wohnung usw. streitig machen wird. Dafür sorgen wird, dass ich meinen Job verliere usw. Sorry, ich bin da einfach gegangen, aber einige Typen könnten auf derartige Ankündigungen durchaus gewalttätig reagieren…

Man muss alles ein wenig differenziert betrachten!

Ullricke

Was für eine interessante Teilung in Akademiker und keine. Kann es sein das Akademiker das eher als Problem sehen und sich offenbaren. Und Nichtakademiker das aus ihrem Umfeld kennen und niemandem erzählen.
2 Tote pro Woche müsste mal in Relation zu anderer Gewalt zu sehen, zumindest sollte man die männlichen Toten danebenstellen.

Bae

Also meines Erachtens sollte das Ziel in einem Artikel über männliche Gewalt gegen Frauen sein, dass weniger Gewalt gegen Frauen ausgeübt wird. Der Passus darüber, dass das binäre System Frau Mann verschwinden sollte, weil es genug queere Identitäten gibt, ergibt überhaupt keinen Sinn. Das impliziert, dass Gewalt nur von Männern an Frauen ausgeübt wird. Dies ist aber keineswegs so. Auch Frauen sind Täter und beide Geschlechter üben Gewalt gegenüber ihren jeweiligen Partnern aus, unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität und ihrer sexuellen Orientierung.
Man sollte beides nicht mischen.

R.D.

….ich kann das Gesagte nur bestätigen…als Akademikerin wird mal als Gefahr seitens der Männerwelt wahr genommen, was mit Minderwertigkeitskomplexen der Herren einher geht.
Obdiese berechtigt sind oder nicht sei mal dahin gestellt, aber viele von ihnen wissen, dass sie nur aufgrund männlicher Strukturen/ Hierachien/Phalanxen ihren beruflichen Platz erlangt haben und nicht aufgrund von Können. Beruflich ausgesprochen gute Frauen werden in 98% aller Fälle nur als Notlösung oder unter dem Zwang einer gewissen Parität auf Führungsposten berufen.
Im Umkehrschluß führt das im häuslichenBereich häufig zu Überlegenheitsverhalten der Männer,in Form von physischer oder noch viel häufiger zu psychischer Gewalt… übrigens auch von Vätern, die eigentlich stolz auf ihre Töchter sein sollten.

Der Mann, das schwache Geschlecht.

mia

Finde es serh schade, dass die einzige Lösung hier ist, dass ich mein Frausein lieber nicht merh betonen soll. Ich beobachte immer mehr wie Weiblichkeit verloren geht und damit auch die Kraft dieser (wenn Frauen in der Politik nur noch androgyn oder sogar gänzlich männlich auftreten, wie sollen wir unsere Stärken dann einbringen und ausleben?) – ich wünsche mir ein Erwachen und Aufblühen der Weiblichkeit- keine Verdrängung oder Beschneidung.

Niko

Hallo,

ich musste leider schmunzeln als ich den Artikel gelesen habe. Ich sage hierbei nur: willkommen in der Männerwelt. Das ist kein Hass, der Ihnen entgegenkommt, das ist Dominanzkampf. Das ist Gang und Gäbe, wenn man ein Mann ist und sich beruflich durchsetzen muss. Dies “Hass” zu nennen ist leider aus meiner Sicht fehlgeleitete “Frauschafts”ideologie.

Aber bitte.

Grüße

Melina

Relativ gesehen, erfahren Frauen die meiste häusliche Gewalt übrigens in lesbischen Beziehungen. Entsprechend würde ich zumindest der Hypothese, dass es sich hier um fragile Männlichkeit handelt, widersprechen.
Dieser Artikel ist dann doch leider sehr einfach strukturiert und der “Feind” schnell gefunden. Es ist natürlich kein komplexes Thema, sondern eben einfach die Natur des anderen Geschlechts.
So verändert man nichts in einer Gesellschaft, sondern macht 50% zum Sündenbock und gibt den anderen 50% einen Freifahrtsschein.
Statt hier die Erziehung und moralische Ausrichtung aller zur Verantwortung zu ziehen.
Schade.

Eren

1.) Männer sind von Natur aus möglicherweise anfälliger für Gewalt als Frauen.
2.) Gewalt gegen Männer durch andere Männer ist häufiger als Gewalt gegen Frauen.
3.) Durch die Emanzipation werden Männer manchmal als die “Bösen” dargestellt, was durch Gesetze verstärkt wird. Es wird oft angenommen, dass “immer die Männer” schuld sind.
4.) Gewalt manifestiert sich nicht ausschließlich in physischer Form. Frauen können auch starke psychologische Gewalt gegen Männer ausüben. Diese Form von Gewalt muss als solche anerkannt werden. Gewalt gegen Männer ist genauso verwerflich wie gegen Frauen sowie Kinder, Tiere usw.
5.) Wenn Männer nicht mehr “Mann” sein dürfen und Frauen eher “männliche” Rollen einnehmen möchten, dann könnte eine solche Gesellschaft irgendwann aufhören zu existieren. In der modernen Gesellschaft entscheiden sich immer weniger Männer für die Ehe, was zur Schrumpfung der Bevölkerung beiträgt.

Last edited 3 months ago by Eren
Rene Hafenstein

Sehr geehrte Frau Wolffheim,
ein sehr schon geschriebenes Online Interview mit Frau Kaiser.
Frau Kaiser und ich sind faktisch gleichalt, Baujahr 1980 und ich finde es tatsächlich gar nicht so Paradox was Sie in Ihrem Buch und jetzt hier im Interview beschreiben wird. Ich denke er, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist als 40% je nach Frage an welcher Stelle setzt man mit häuslicher Gewalt gegen Frauen an.

Ich finde es schrecklich wenn Menschen Ihre Macht über andere Menschen ausnutzen und dazu gehört natürlich auch die Gewalt die Männer über Frau ausüben. Sein wir ehrlich andersherum kommt es wahrscheinlich doch er seltener vor. Somit kann ich Ihrem Artikel zu einem Großteil recht geben und würde auch fast alles unterschreiben was hier steht.
Aber halt nur fast.
Wir gehen aber in einem Punkt doch sehr auseinander und zwar in dem Punkt müssen Männer anders sozialisiert werden?
Man wird immer Unterschiede zwischen  Jungs und Mädchen haben und der Unterschied heißt Testosteron und Östrogen. Es werden in der Gesellschaft schon jetzt immer mehr Tendenzen wahrgenommen die in Richtung für Mädchen gegen Jungs gesehen werden. Ein Beispiel, ich bin sehr aktiv in einem Sportverein und auch Trainer dort. Die Abschaffung des Wettkampfprinzips in der Schule wird in meinem Umfeld als Schwäche gesehen und als Angriff auf die Jungs die den Wettkampf und das Kräftemessen lieben. Ja es wird immer einer Verlierer geben aber so ist das Leben. Und seien wir ehrlich queere Identitäten sind der Mehrheitsgesellschaft  völlig egal, die meisten machen sich doch darüber lustig solange nicht jemand in ihrem direktem Umfeld auftaucht.
Meine Meinung ist, je mehr Männer sich wie Frau und je mehr Frau sich wie Männer verhalten sollen, je mehr wird diese Prozentzahl steigen. Das zu ändern wird ein langer Kampf für die Gesellschaft, verstehen Sie mich nicht falsch den Männern den Kampf- und Verteidigungsreflex abzuerziehen halte ich für grundlegende Falsch, aber einem Mann beizubringen wo der Unterschied zwischen einem Mann und einem Arschloch liegt ist sehr wichtig. Ich denke es ist wichtiger das Väter Ihren Söhnen die richtigen Werte vorleben und mitgeben, weil das was ein Vater vorlebt kann durch keine Kita/ Schule oder Verein vermittelt werden. Ich weiß jetzt schreit die Feministin in Ihnen aber Mütter haben doch beim Thema Mann werden eine er untergeordnete Rolle.
Also wollen Sie was verändern müssen Sie in die Köpfe der Väter, Großväter und in die der Kinder.
Danke für dieses tolle Interview
René Hafenstein

Van

“Sein wir ehrlich andersherum kommt es wahrscheinlich doch er seltener vor.”

Unter Berücksichtigung des Dunkelfeldes, das bei männlichen Opfern, die Gewalt durch ihre Partnerin erleben, noch mal als deutlich größer eingeschätzt wird, als bereits bei weiblichen Opfern, geht man von einem Anteil an männlichen Opfern häuslicher Gewalt von bis zu 40% aus. Das ist nicht die Mehrheit, aber sicherlich auch keine kleine, unbedeutende Minderheit, die man sich immer wieder fleißig wegignorieren sollte.

Dieses ausgelutsche Narrativ von wegen “Andersherum kommt das superselten vor.” ist also nicht ehrlich, sondern geht an der Realität vorbei.

Van

Hier liegt offensichtlich ein Selektionsfehler vor und damit eine fragwürdige Aussagekraft.
Statt sich nur auf das gute, alte Klischee vom männlichen Täter und weiblichen Opfer zu versteifen, hätte man sich gleichzeitig auch angucken müssen, ob Gewaltbereitschaft in der Beziehung möglicherweise auch geschlechtsunabhängig zunimmt – also möglicherweise auch mehr Frauen zu Gewalt in der Partnerschaft neigen und somit auch mehr Männer Opfer werden. Das wurde aber – wie so oft in diesem Kontext – ignoriert und das veraltete Narrativ aufrechterhalten, dass es das so eigentlich gar nicht gibt. Gerade das Dunkelfeld, das sich Frau Kaiser nach eigener Aussage ja sehr intensiv angeguckt haben will (aber eben nur sehr selektiv), spricht da aber eine ganz andere Sprache…

Dann aber gleichzeitig noch davon zu sprechen, dass wir verfestigte Rollenbilder überwinden müssen, grenzt in der Konsequenz schon an Selbstironie.

Markus

Die größtemögliche Gewalt gegen einen Menschen ist doch ihn zu töten. In diesem Artikel wird viel über Gewalt von Männern gegen Frauen gesprochen und das ist zu verurteilen. Gleichzeitig wird bedauert, dass es einen Backlash gibt und Frauen keine ungeborenen Kinder mehr töten dürfen. “In den USA hat der Oberste Gerichtshof das Recht auf Abtreibung stark eingeschränkt.” Bedeutet das jetzt, dass Gewalt von Frauen progressiv und Gewalt von Männern regressiv ist? Ich wünsche mir einfach mehr konsistenz in der Verurteilung von Gewalt. Wenn die eigene Gewalt in Ordnung ist, dann kommen wir nicht weiter.

Anna

Ich erlebe zunehmend, dass Frauen Vätern den Zugang zu ihren Kindern erschweren, indem behaupten psychischer und körperlicher Gewalt ausgesetzt zu sein. Komtrolliert das auch mal jemand? Die Verleumdung gegenüber Männern nimmt auch zu.

Stella

Ah so, die “Binarität” von Mann und Frau muss also überwunden werden, “queere” Identitäten für alle! Dann gibt es weniger Gewalt gegen Frauen und Mädchen? Mit Verlaub, das ist Quatsch und gefährdet alles emanzipatorisch bereits Erreichte. Die allermeisten Menschen leben übrigens ohnehin nicht nach strengen, althergebrachten Geschlechter-Rollenklischees, ganz ohne “queere” Identität. Willkommen im Mainstream, liebe vermeintlich Progressiven!

Klischeeartige Rollenbilder und stereotype Geschlechterrollen (aka “Gender”) müssen überwunden werden, ja. Das passiert aber nicht, indem man die biologischen Kategorien Mann und Frau verwässert oder gar für unwichtig und überwindenswert erklärt. Geschlecht ist nunmal eine unveränderliche Tatsache, auch wenn manche das neuerdings umdefinieren möchten. Frau Kaiser sagt doch selbst, dass in der Berichterstattung meist nicht deutlich genug wird, dass die Gewalt von Männern ausgeht. Richtig. Und dass selbst viele der selbsterklärten “Feministen” bei Hass und Hetze gegen Frauen mitmachen. Auch richtig. Vor allem übrigens, wenn diese Frauen sich gegen die “Überwindung der Binarität” aussprechen und einfach dreisterweise weiter behaupten, dass es nunmal nur zwei Geschlechter gebe udn das durchaus für das Gewaltthema relevant sei – da werden die identitätsideologischen Queerfeministen ganz schnell sehr laut und (verbal) übergriffig. Eine feste identitäre Verwurzelung in der queer theory hilft offenbar doch gar nicht so gut gegen klischeeartiges Geschlechterverhalten.

Wenn Frauen aber nun laut “queerer” Denke nur noch ein soziales Konstrukt sind, wenn Geschlecht frei wählbar und nur noch ein subjektives Identitätsmerkmal ist, wie soll dann jemals klar über geschlechtsspezifische Gewalt und Gewalterfahrungen von Frauen durch Männer geredet werden? Was soll dabei anderes herauskommen als eine sprachliche Verwirrung, die eindeutige geschlechtliche Täter-Opfer-Bezüge weiter verschleiert und damit insbesondere Frauen schadet. Es ist wirklich Zeit, sich wieder an materiell gegebenen Dingen abzuarbeiten und diesen identitätspolitischen Quatsch einzustellen. Rollenklischees kann man auch überwinden, ohne biologische Tatsachen zu leugnen. Machen die meisten ganz selbstverständlich, siehe oben.

man-kind

Offensichtlich wurde hier etwas verwechselt. Was hat Häusliche Gewalt oder Stalking oder Mobbing mit der Kleidung zu tun? Kleidung hat höchstens, falls überhaupt, falls man dieses Narrativ überhaupt akzeptieren würde, mit Vergewaltigung zu tun.
Eine weitere Frage: Warum befinden sich Frauen bei Gewalttätern und bleiben dort statt (nachhaltig) zu flüchten? Eine junge Frau erzählte, ihr Vater habe sie oft geschlagen, bloss, nun wo sie erwachsen ist, hat sie einen Freund, der sie ebenfalls schlägt. Zudem habe ich den Eindruck, dass Frauen tendenziell «harte Kerle» faszinieren im Sinne von Gewalt verschiedener Art, auch die Rambos in lauten Autos scheinen regen Zuspruch zu geniessen. Warum emanzipieren (distanzieren) sich die Frauen denn nicht von solchen Typen, die würden dann alleine dastehen mit ihrer Angeberei ohne dankbares Publikum. Boykott.
https://www.20min.ch/story/giulia-cecchettin-kaempfte-22-minuten-lang-gegen-filippo-135503410732

Furrer Franz

Darf man natürlich nicht für allgemein anschauen.
Der Feminismus hat auch zum teil zu stark zugenommen.
Das miteinander fehlt ganz sicher in der Gesellschaft.

Mann muss wieder reden und Akzeptiern können.
Dann kommt noch der druck. Kochen , bügeln, Arbeiten.

Es ist eine reine Organisation von Mann und Frau.
Nehmen und Geben.

Eigentlich ein pappenstiel

Selim

denkt ihr wirklich weil ihr frauen euch männlicher macht, das wir Männer euch noch attraktiv finden? Wir lieben eure weiblichkeit und nicht eure kurz geschnittenen Haare und ein benehmen ähnlich einem Mann. Ihr werdet nur erreichen das es mehr homosexuelle gibt und weniger Familien. Ohne attraktivität kann es keine langfristige beziehung/Familie geben. Ein Mann wird sich niemals unterordnen, vergisst das nie. Wir wollen immer der Stärkste sein.

Ulysses

ich glaube dieser Satz ist eher unpassend und führt zu erheblichen misverständnissen auf beiden seiten : ” Je stärker Frauen werden, desto grösser wird der Hass gegen sie. “

Mona

Ega ob Mann oder Frau, dass Wichtigste, was zu lernen und anzuwenden wäre ist, innerlich erwachsen zu werden. Sich von niemanden einlullen, blenden und manipulieren zu lassen. Zu lernen, welchen Charakter das Gegenüber hat, nicht von den Hormonen treiben lassen. Die Sex. Begegnung ist wie zu Uhrzeiten auf begehren, Begierde und Fortfplanzung ausgerichtet. Das reicht aber nicht für ein wertschätzendes Miteinander. Genau hinschauen und das Gesagte mit dem Tun abgleichen. Hinterfragen und rechtzeitig Grenzen setzen. Sich in innerer Souveränität und Eigenverantwortung schulen. Hormongesteuert sein, Gutgläubigkeit und Naivität ist bequem und am Anfang aufregend, führt jedoch meist ins Leid.

Sepp Forcher

Der Titel lautet “Häufig sind Akademikerinnen von häuslicher Gewalt betroffen” jedoch sieht man nirgends Zahlen und Statistiken. Ob die Gewalt tatsächlich zugenommen hat oder ob sich einfach jetzt mehr Frauen dazu melden sei dahingestellt. Cyberkriminalität steigt auch im allgemeinen wodurch es niemanden verwundern sollte, dass sich das ganze in das Internet verlagert. Dieser Artikel wirkt wie aus einer Boulevardzeitung und Zielt darauf ab den Spalt zwischen Männern und Frauen zu vergrößern bzw. Hass zu schüren!

olido b. Kruemel

Bin besorgt über die Entwicklung. Habe so geheiratet, dass meine Frau seit ca. 15 Jahren in Deutschlannd unsere Sprache nicht spricht (oh, trotz mind 15 Jahren deutschunterricht). Somit äußert sie sich nicht zu Gewalt in unserer ehe – ich würde sagen: ich leide mehr …
Als externer Berater ist meine Erfahrung: je bedrohter unser Umfeld ist (wir dürfen nicht vergessen: Fachkräftemangel heißt: Mangel an billigen (meist studierten: Fachkräften)), desto gewaltvoller ist der Umgang im Betrieb … umso wichtiger ist die Sozialisation zur menschlichen Gemeinsamkeit.
Nur zusammen leben wir in unserer Welt.

Paula

Als Paradoxon würde ich das nicht sehen. Eher ist das erwartungsgemäß. Wenn sich jemand bereits vorauseilend unterwirft, braucht mann sie doch nicht zu zwingen.

Paul

Jahrelang wurde ich als Kind von meiner Akademikermutter geschlagen und erniedrigt, mein Vater ebf. Akademiker hat dann irgendwann mitgemacht…ich kann dieses Frauenopfernarrativ nicht mehr lesen, ich wünsche das GEWALT generell angesprochen wird, Täter und Opfer benannt werden, Menschen.die ihre eigenen Frustrationen ausagieren, in der Schweit gab es vor Corona eine Studie zu häuslicher Gewalt und sie war geschlechtertechnisch ausgeglichen….ich weiss es hört sich an wie Ketzerei, aber ja Frauen übern auch Gewalt aus, nicht nur an mir.
Solche Artikel spalten und verhärten die Fronten, sind ein Arschtritt für alle Männer die liebevoll sind…

Mona

Fakt ist, dass Gewalt egal ob körperlich oder pychisch die Grundlange unseres Zusammenlebens sind. Egoismus, Narzissmuss ist die Norm. Solange wir als Menschen nicht innerlich erwachsen werden, innere Prozesse bewusst machen und aus dem automaitschen Reiz- Reaktionsmustern aussteigen, sind das alles Symptome von Unreife, die benannt werden.

Syn78

Deshalb sollten Frauen sich gut überlegen, ob sie ihr Frausein immer wieder betonen ……weil sie sonst womöglich die alten Rollenbilder und Hierarchien zementieren?

Keine Sorge Frau Kaiser, Sie haben da NICHTS zu befürchten.
Wie wäre es mal wenn Frau Kaiser mal das gro0e Tabu-Thema der WEIBLICHEN SCHLÄGER in einer Beziehung anschneidet?
Oder passt das nicht so ganz in ihr Weltbild?

Last edited 3 months ago by Syn78
Stefan

Ich finde das etwas sehr einseitig betrachtet, als ob Gewalt immer nur in eine Richtung geht. Über Frauen als Opfer häusslicher Gewalt hört man oft, aber was ist das, über das nur sehr spärlich geredet wird – Männer als Opfer häusslicher Gewalt von Frauen. Wie kommts dass darüber nie jemand redet? Was ist mit weiblicher Gewalt? Wenn schon in Schulen über männliche Gewalt geredet werden soll, warum nicht auch über weibliche Gewalt? Lasst uns zugeben dass beide Geschlechter Potential für Gewalt haben und es dementsprechend angehen, nicht nur einseitig.

zurückschlagende

Auf Ebene der menschenrechte hilft eine Verurteilung häuslicher Gewalt, die in vielen Formen männlich gegen weiblich passiert, auch den männlichen Opfern weiblicher Schlägerinnen. Einfach indem körperliche Gewalt als Mittel verurteilt wird – psychische Gewalt muss ebenfalls geächtet werden – körperliche Gewalt ist aber meist auch ein ungeeignetes Mittel gegen psychische Grausamkeiten. Vermutlich wird deswegen so wenig über körperliche Gewalt “Frau gegen Mann” geredet, weil es von außen noch mehr und fataler als “selbst schuld” herabgespielt wird. Und weil die männlichen Opfer unter Geschlechtsgenossen weniger Mitgefühl, sondern eher “zeig der alten wo der Hammer hängt” Haltung erfahren… (ihnen wird Männlichkeit abgesprochen, wenn sie selber auf Gewalt verzichten, sich aufgrund von liebes-abhängigkeit psychisch unterdrücken lassen und dabei auch schläge einfangen, die sie nicht mit gleichem Mittel beantworten “dürfen”… also als wäre der schlag der Partnerin etwas “auszuhaltendes” während man einem Typen auf der Straße einen Kinnhaken zurückgeben “dürfte”… dass ein Mann körperlich wirklich mal der unterlegene sein kann, wird gar nicht “gedacht”…)
… vermutlich weil die Allgemeinheit (irrtümlich) davon ausgeht, dass ALLE Männer sich per se körperlich gegen jede Frau erwehren können müssten und es eher eine psychische Blockade wäre, wenn ein Kerl einen Faustschlag seiner Partnerin nicht gekonnt überlegen abwehrt und im Defensivmodus sich ihrer Angriffe leichter entziehen könnte als in umgekehrtem Fall.
also wenn man nicht die “gemeinheit” von SChläger-Absicht verurteilt, sondern die Schlagkraft und deren Verletzungswirkung. Es wird vermutlich gar nicht davon ausgegangen, dass eine Frau einem Mann, der sich gern wehren möchte, so überlegen effektiv körperlich wehtun kann – zumindest nicht im Modus “unbewaffnet Mensch gegen Mensch”, wenn man sich wie im Ring gegenübersteht und es kein “Hinterrücks” Angriff ist wie mit dem Nudelholz über den Kopf oder so, nach dem man im KH wieder aufwacht.
oft ist es vermutlich so, dass weibliche Körpergewalt gegen körperlich kräftiger gebaute Männer nur in Verbindung mit Voraussetzungen psychischer Natur “einseitig längerfristig ertragen wird”, aber eben nicht immer.
Dazu muss anerkannt werden: Frauen könnten hin und wieder die brutaleren oder auch kräftigeren sein, die ihre Kraft missbrauchen. männer können körperlich und nicht “nur” psychisch unter weiblicher Körpergewalt leiden – auch wenn das eben statistisch seltener vorkommt, kommt es eben vor.
männer, die sich Hilfe suchen, sind “keine Schlappschwänze” und ebensowenig wie weibliche Gewaltopfer “selber schuld”!
Männer, die offen auf solche Probleme hinweisen, sollten mehr Unterstützung kriegen, sich zu schützen, ggf. sich zu trennen, die toxische Beziehung loszulassen usw. oder auf ein Maß zu reduzieren, wo es sie nicht kaputtmacht – und dafür Unterstützung von Männern und Frauen erhalten – auch wenn es statistisch weniger Männer betrifft als Frauen, die in einem Zweikampf von der gegengeschlechtlichen Person knallhart runtergemacht werden.
Ich denke, auch Frauen, die Beziehungs-Gewaltopfer sind, hilft es, wenn der umgekehrte Fall genauso hart geahndet wird, wo eine Frau ihren Mann letztlich anlasslos oder nur aus eigener psychischer Unzulänglichkeit körperlich zurichtet.

Sebastian

Frauen sind Meister der Psychischen Gewalt (passive Aggression) Männer der körperlichen (aktive Aggression) wenn ich mir die Meisten Fälle ansehe ist das ein Nachspielchen welche Gewaltart wir nun Schlimmer finden. Sollange die Aktionen der Psychsichen Gewalt nicht endlich mit der Gleichen Härte verurteilt und bekämpft werden sollange wird es Männer geben die durchdrehen! Ebenfalls ist die angebliche Frauen benachteiligung schon längst passè wer in der heutigen Zeit noch von Ungleichberechtigung redet der sollte schauen welche Menschen hier betroffen sind und welche Charakterlichen Eigenschaften hier vorhanden sind es gibt genug Verhaltens und Arbeitsstudien aufgeteit in Mann und Frau die eindeutig zeigen wer was und wie bei der Arbiet und Lebenswandel wie den Fokus udn die Ansprüche setzt und diese auch aktiv durchsetzt! Alle anderen Mutwilligen chauvinistischen Arbeitgeber sind mitterweile Recht gut verklagbar und abstrafbar mit ihrem Frauenverachtenden Verhalten 🙂 Es ist eine Frage des Recht in Anspruchnehmens und dieses wird viel zu selten Kommuniziert und das in allen Lebensbereichen(Wohnung, Arbeit, Gesundheit etc.)
Aber zurück zur Häuslichen Gewalt: Es gibt bei uns eine Rethorische Frage “Wie lange kann ich einen Hund schlagen bis er beisst, und wer ist dann Schuld der Hund? oder der Halter)”.
Und das schreibe ich mit absoluter Unverständnis für die stetige einseitigkeit der betrahctungsweisen, da ich zeit meines Lebens vom weiblichen Geschlecht in Beziehungen wie ein Fussabtreter benutzt wurde mit einer Selbstverständlichkeit wurden Erwartungshaltungen gestellt die man selbst nie erfüllen würde und entsprechend toxischen Verhaltensmustern eingefordert. Ebenfalls sehe ich das Weibliche Geschlecht leider aus meiner Lebenserfahrung als Verzogenes Prinzessinengesockse das durch ihre ganze Kindheit und Umgebung immer wieder eingetrichtert bekommen hat das es nur Rechte hat aber keine Pflichten das sie ein Recht haben alle Erwartungen zu stellen und ein Recht das sie alle pronto erfüllt werden müssen und zwar nicht durch ihr zutun sondern durch einen Mann! Ebenfalls das abwertende Sichtweise das der Mann als Hülle gesehen wird den Sie Erziehen oder erschaffe/ändern muss. Sollange so ein Verhalten vorherrscht verstehe ich die Meisten Männer die bei Penetranten weiblichen Artgenossen die Hand ausrutscht genauso wie ich verstehe wenn eine Frau ihren Macker durch endgültige Mittel los wird der wie ein Tier ständig die Kontrolle verliert.

Anke

Für mich ist “Frau sein” in der heutigen Zeit das Paradoxon an sich: gerade die sexuelle und häusliche Gewalt, die wir erleben, MÜSSEN wir öffentlich machen und uns dagegen wehren! Allerdings gibt es von männlicher Seite wenig Interesse daran, etwas zu ändern. D. h. wir Frauen selbst müssen Strukturen und Systeme schaffen, um das Bewußtsein, dass Frauen selbst – durch ihr Verhalten und Auftreten – schuld sind, zu verändern. Mehr als schwierig, da selbst viele Geschlechtsgenossinnen die Schuld bei den Frauen sehen, denen Gewalt passiert.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man mit dem Thema erlebte Gewalt durch einen Partner wenig Sympathien und Unterstützung erntet. Vielmehr wird man als Opfer oder Provokantin gesehen.
Als “Tochter” von Alice Schwarzer gilt es für mich jeden Tag weiter zu informieren, zu aktivieren und zu streiten, damit sich das Bewußtsein ändert. Also lassen Sie uns weiter daran arbeiten, das binäre System von Mann und Frau zu überwinden.

victoria müller

Was für ein blödes Argument, das mit dem wenigen Geld. Heutzutage kann jede Frau, sei sie auch noch so arm, eine eigene Wohnung haben. Wozu gibt es Anteilig Bürgergeld in Deutschland. Wohnt diese Frau auf dem Mars?!

zurückschlagende

so einfach ist das eben nicht mit dem Bürgergeld – denn die Ämter möchten “ihre Leistung als letztes” zahlen – nicht im Sinne eines “Grundrechtsanspruchs”, sondern eines “nachrangigen Almosens” nach allen anderen Quellen – auch privaten – die zuvorderst ausgeshcöpft werden müssen, verteilen sie ihr Bürgergeld. Also Unterhalt, Krankenkasse, ggf. die “billige Miete”, die man “in Bedarfsgemeinschaft” noch hatte, mal so eben sich trennen ist eben nicht vor jedem Sachbearbeiter so einfach zu rechtfertigen und es wird schlichtweg in einigen Fällen “nicht geglaubt” und man braucht dann privat von Dritten “Vertrauensvorschuss” oder “Gönnerhaftigkeit” etwa als Couchgast, bis man eine eigene Wohnung (mit Hürden) erstritten hat…
Die vorrangige Vermittlung in Arbeit ist nur ein Weg der ämter, kosten zu senken. Denn Arbeit haben sie ja gar nicht für alle. Der Verbleib in einer ungünstigen Wohn-Beziehung (egal ob noch beidseitig einvernehmliche sexual- und freundschaftsBindung besteht oder nicht), wird amtsseitig angestrebt – zumal der Wohnungsmarkt an vielen Orten nicht offen für arme Schlucker ist, die zuvorderst “eine Wohnung” brauchen, die Marktpreise aber nicht (allein) stemmen können.
meist sind Wohnungen sehr teuer und rar – erst wenn der Leidensdruck sehr groß ist und ggf. Frauenhäuser, Freundinnen, Obdachloseneinrichtungen etc. in Kauf genommen wurden, findet man jahre später eine Wohnung. Selbst mit Arbeitsvertrag ist das in Großstädten wie etwa Berlin oder Düsseldorf sehr schwer. Wer nicht über Vitamin B eine Wohnung dort findet, steht eben sehr weit hinten auf den Wartelisten offizieller Großvermieter… in verlassenen ländlichen Kommunen kann das anders aussehen – aber auch da “hingehen” ist ggf. eine enorme Hürde, wenn familiäres oder auch berufliches Umfeld in einer Gegend mit prekärer Neuvermietungslage angesiedelt sind…

Da es aber so IST, wie es ist, rate ich jedem Menschen, der das nicht muss, nicht (staatsverbindlich) zu heiraten, keine Bedarfsgemeinschaft zu gründen, so dass jeder mit eigenem Wohnsitz oder Besitzrecht leben kann. Einen Bereich zu haben, wo man gegenüber Dritten (egal wie nett man die in Friedenszeiten findet) “das alleinige Hausrecht” aussprechen kann – wo man nicht staatliche Hilfe nur nachrangig nach dem Belasten einer vorbelasteten Beziehung bekommt… inoffiziell kann man jeden Tag der gleichen Person sagen, wie lieb man sie hat, sich solidarisch an deren Seite stellen, wenn die beruflich oder amtlich Probleme bekommt – aber man ist nie in dieser bürgerlichen Ehe- und Unterhaltspflicht und auch nicht staatlich in der “Stallpflicht”, sondern fordert sein Recht ein, in jedem Moment ein Individuum mit eigener Menschenwürde zu sein, der sein Herz ohne äußerliche Verpflichtung anderen erwachsenen Mitmenschen auf privater Ebene jeden Tag uneinklagbar öffnen oder verschließen kann.
Für alles, was verbindlichkeit braucht außerhalb der Vertrauensebene, gibt es Verträge und schriftliche Vereinbarungen. Beruflich oder privat, auch für z.B. häusliche Pflege durch Angehörige oder Dienstleistungen im Haushalt. sich damit konkret auseinanderzusetzen bevor man “zusammenrückt”, kann allein zur Bewusstmachung besser sein, als hinterher im Vorwurfsmodus auseinanderzugehen und sich vor den zuerst versteckten Vereinnahmungen anderer in einem Befreiungsschlag loslösen zu müssen – nicht alle schaffen solche Befreiungsschläge gegen den Druck äußerer Erwartungen – zu denen eben auch Gepflogenheiten und Blockaden in der Bürgergeldthematik gehören – oder eben die Nachfragen und Zahlungsmoral auf dem Arbeitsmarkt… auch die vielbesagte Gender Pay Gap…

zurückschlagende

ich gebe mal zwei weitere Nachdenkimpuls in die Runde: Wenn Polizei und andere Organsiationen “Gewaltmeldungen” im “Beziehungskontext” anders bewerten als normale “Hausfriedensbrüche oder Schlägereien mit Fremden”, dann benachteiligen sie die bedrängten Frauen. Sprich, sie machen sie zusätzlich zu “Opfern”, wenn sie nicht deren Hausrecht durchsetzen und die Frauen ggf. aus der Wohnung ins Frauenhaus bringen. geben ggf. sogar “unaufgefordert Trennungsvorschläge” zum Besten. Da ruft dann manche Frau nicht wieder an… Dabei will ggf. die eine oder andere nur ” Hausrecht durchsetzen” oder (weitere) Gewalteskalationen verhindern (kann auch mal umgekehrt vorkommen).

Bei mir lief es aber insofern gut: schon als ich 110 eintippte und jemand ranging, rannte mein zuvor beharrlich gegen mich opponierender “Freund” zur Tür hinaus, der zuvor behauptet hatte, selbst die Bullen würde er “kurz und klein schlagen”, wenn sie sich einmischen würden).
Diese Typen, die einen erniedrigen möchten, haben oft vor nichts mehr Angst als: ÖFFENTLICHKEIT. Freunde, Bekannte, Kollegen und Polizei – da flitzen die meisten von ihnen, mögen sich nicht mehr sehen lassen – klar, die Beziehung – sofern man daran noch aus welchen Gründen auch immer hängt (und das kann man wirklich eben nur selber wissen und in sich fühlen, Druck von außen macht es nur schlimmer!) leidet und man wird diese Leute auf diesem Wege irgendwann los. Sie sind das Gerede der Nachbarschaft oder der Clique. Das gilt auch für Frauen, die ihre Männer erniedrigen. nur dass es da für den Mann schwieriger ist, er wird meist noch mehr ausgelacht, wenn er mal wieder verkloppt wurde und sich vielleicht noch nichtmal traut, sich zu wehren, selbst wenn er ggf. rein körperlich kräftiger ist.

Für eine Akademikerin, die offen mit ihrem problematischen Freund umgeht, ist es in manchem Umfeld auch eher “peinlich”, so einen “unzivilisierten Vogel” im Freundeskreis zu präsentieren. Da heißt es dann direkt oder hinter dem Rücken: “trenn Dich doch und mach deine Karriere weiter”… oder “hat sie sich von dem auch noch ein Kind machen zu lassen – toll – jetzt hat se für Hartz IV studiert”. Statt echter Solidarität werden oft Vorwürfe erhoben, sich mit so einer “Ablenkung” zu befassen, statt die Karriere flott zu betreiben…

Der zweite Nachdenkimpuls: die schlimmste Gewalt ist aber die systemische, die dann dazu führt, dass Menschen sich wie im Artikel genannt nicht trennen (können) und in der Gewaltsituation verbleiben, selber gewalttätig werden müssen oder zumindest “rabiat”, um sich zu behaupten. Fies ist die “Zwangsehekonstrution von deutschen Ämtern”, indem eine sog. Bedarfsgemeinschaft unterstellt wird, dass über Kindesunterhalt und die amtlichen vorgaben, diesen zuvorderst einzuholen, längst nicht mehr intakte Beziehungen zur Qual werden – denn man hat toxische Bindungen auf Schuldbasis- nicht nur aufgrund der eigenen psychischen Schwachstellen, an etwas unrealistischem festzuhalten, sondern aufgrund handfester materieller Existenznöte.
Es ist wichtig, dass man wirtschaftlich besehen jederzeit oder auch immer mal wieder räumlich auseinandergehen kann – egal wie gut oder schlecht eine Beziehung läuft.