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Copenhagen Fashion Week: 6 Dinge, die uns aufgefallen sind

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Copenhagen Fashion Week: 6 Dinge, die uns aufgefallen sind

Nach einer Woche Kopenhagen wissen wir: Cottagecore bleibt, Caprileggins kommen wieder, Jupes tragen wir jetzt über Hosen – und die Welt hat ein neues It-Girl.

1. Caprileggins sind zurück

Wir können es leider nicht weiter leugnen: Die Caprileggins sind zurück (ja, manche schliessen sogar mit Spitzenborte ab). Und mit ihnen die Caprihose. Ganni, Saks Potts und sogar mein Kopenhagener Lieblingsstrickbrand A. Roege Hove zeigten sie. Und auch meine liebe Kollegin und Modeorakel Lola Fröbe, die unter anderem für die deutsche «Harper’s Bazaar» schreibt und schon dem Rosen-um-den-Hals-tragen-Trend Saisons voraus war, trägt und liebt sie. Yikes.

Wen es wie mich wegen des Kopenhagener Hudelwetters mit Caprileggins nur an die Waden frieren würde, beschäftigt sich lieber mit einem anderen Trend: dem der hohen (Mesh-)Socken. Kniesocken. Bei Kernemilk reichten sie gar bis zu den Oberschenkeln.

2. Den Jupe tragen wir jetzt wieder über der Hose

Und noch ein Trend, von dem wir uns einst wünschten, dass wir ihn an die Nullerjahre verloren hätten – und nun doch ganz angetan sind: Jupe über Hose. Dass diese Kombination richtig gut aussehen kann, beweist Lovechild 1979 mit zahlreichen Looks. Auch Saks Potts und die Masterstudierenden der Royal Danish Academy kombinierten Hosen zu Jupes und Kleidern.

Aufgefallen ist auch diese glitzernde Jupe-über-Jupe-Kombo bei Ganni:

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Ach, und wer noch ein wenig länger in Nullerjahre-Fashion-Fauxpas-Nostalgie schwelgen möchte, dem empfehle ich den Instagram-Account von Laura Simon.

3. Tschüss Barbie!

Abgesehen von einer Handvoll Looks bei Stine Goya und Baum und Pferdgarten – und auch wenn «Grazia» und die deutsche «Vogue» etwas anderes behaupten – gab es bei den Frühjahrsschauen für 2024 in Kopenhagen erfrischend wenig Rosa und Pink zu sehen; weder auf dem Laufsteg noch auf der Strasse. Im Gegenteil: Hin und wieder rollten Augen, wenn dann doch mal eine Gästin in einer rosa Robe in der Frontrow Platz nahm, und auch mir war es beinahe unangenehm, mit pinken Accessoires bei den Shows aufzukreuzen; die Farbe schien so last season.

Ist ja auch schon eineinhalb Jahre her, dass Valentino und Pantone mit der Fall/Winter-Kollektion 2022 das Valentino Pink lancierten und einige Monate später Barbie übernahm. Vanessa Friedman von der «New York Times» hat es treffend formuliert: «Hey Barbie, there is a fine line between reclaiming a color and ruining it.» Wann werden wir wieder Pink tragen können, ohne an Barbie zu denken? Die einzige Filmreferenz, ob der ich ehrlich schmunzeln musste, präsentierte eine Zuschauerin bei der Show von Nicklas Skovgaard: Sie trug ein Top, das aus Barbie-Beinen zusammengebastelt worden war.

4. Once again: Cottagecore

Das deutsche Überfliegermodel Maya Stepper eröffnete Sophia Roes und Charlotte Eskildsens The-Garment-Show mit einer Stoffserviette auf der Brust. Ihre Kolleginnen schritten mit Tops aus gehäkelten Tischuntersetzern durch die Flure des Thorvaldsens Museum, und mit BHs, die an Topflappen erinnerten.

Baum und Pferdgarten zeigte Hosen, Cardigans und Mäntel im Vichy-Karo-Tischdecken-Look – die uns selbstverständlich an die Kreationen des Labels Laricha erinnern, das die Kopenhagenerin Katrin Fieseler in ihrem Stadt & Stil von Anfang Woche vorstellte; Laricha fertigt Kleidungsstücke aus recycelter Bettwäsche. Andere Designer:innen präsentierten Kniesocken und Leggins, die aussahen, als hätten sie sie aus den Vorhängen ihrer Grossmütter gefertigt.

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Niemand aber demonstrierte so eindrücklich, dass Cottagecore zu Copenhagen gehört, wie Stine Goya, die ihre Modeschau in jener mit Apfelbäumen und Reihenhäuschen gesäumten Strasse veranstaltete, in der sie selbst wohnt. Die Nachbarskinder beobachteten das Spektakel von den Fenstern aus und am Schluss setzten sich die Models – inklusive der Glarnerin Barathy Akkan – an die lange und sehr hübsch gedeckte Tafel mitten auf der Strasse.

Und was gehört auf so einen Cottagecore-Tisch, neben Blumen und Broten? Genau, eine Porzellanschale voller Erdbeeren. Designerin Emilie Helmstedt bedruckte Jupes und Kleider mit den Beeren und liess von der New Yorkerin Susan Alexandra einen Erdbeer-BH aus Perlen für die Kollektion fertigen.

5. … und eine Prise Feenstaub

Mit Erdbeeren, Blümchen und Bienen war auch der Chrälleli-Kopfschmuck verziert, den Helmstedt einem Model über die ausgebürsteten Locken legte und die damit über den Laufsteg schritt wie eine Fee durch einen verwunschenen Wald.

Auch die Models bei Paolina Russo, dem Gewinnerbrand des Zalando Visionary Award, erinnerten mit ihren kunstvoll frisierten Strähnen an Fabelwesen. (Und dank der Ohrringe und Tribals auf ihren Outfits auch ein wenig an den Cast der Nullerjahre-Serie «The Tribe».)

6. Die Welt hat ein neues It-Girl

Bella und Gigi who? Everybody’s neuer Darling heisst Alana Hadid. Die 38-jährige Halbschwester der beiden war das Stadtgespräch in Kopenhagen. Sie eröffnete die Show von Saks Potts (in einem blauen Pailletten-Jupe über einer Bluejeans, told ya), sass bei Ganni in der Frontrow und mischte sich bei der Party von Levi’s und Highsnobiety unter die Partymeute – mit derselben Selbstverständlichkeit, mit der «Vogue»- und «The Cut»-Redaktor:innen ihr Namensschild und damit ihren Platz ausschliesslich in der Frontrow suchen. Allzu lang dürfte es allerdings nicht mehr dauern, bis sich Alana nicht mehr ganz so ungestört durch die Massen bewegen kann.

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