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Fashion

Fashion Weekly: Balenciaga zeigt Flagge und Dior erfüllt Luxusträume

Barbara Loop
Barbara Loop

Stellvertretende Chefredaktorin

In unserer Rubrik «Fashion Weekly» schaut dieses Mal Lifestyle-Chefin Barbara Loop zurück auf die Mode-Woche – und versorgt euch mit Gossip, News und den wichtigsten Highlights.

Grand Opening

Mehr als zwei Jahre lang war das Haus an der legendären Pariser Adresse – 30 Avenue Montaigne – verhüllt und verschlossen. Jetzt während der Fashion Week öffnete das umfassend renovierte Maison Dior seine Türen. Hier, wo Christian Dior 1946 seine erste Boutique eröffnete und den New Look erfand, wo Humphrey Bogart an der Seite von Lauren Bacall qualmend in der «Front Row» sass, wo seit 75 Jahren die Dior-Kollektionen entstehen, lädt jetzt das «Hôtel Particulier» ein, die Welt von Dior zu entdecken.

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Auf 10’000 Quadratmetern finden sich Boutiquen, die Haute Couture- und Haute Joaillerie-Ateliers, drei Gärten, das Restaurant «Monsieur Dior» und eine Patisserie sowie «La Galerie Dior», die Haute Couture-Schätze aus dem hauseigenen Archiv ausstellt. Und dann gibt es noch «La Suite Dior», wo die aller exklusivsten Träume geträumt werden können. Wer diese private Suite bucht, bekommt nämlich auch Zugang zum ganzen Haus: von Führungen durch die Ateliers, intimen Dinner Partys bis zu einer ganz privaten Shoppingnacht – Dior (und das nötige Kleingeld) macht es möglich. Dagegen verkommt der Traum von einer Nacht allein im Kaufhaus geradezu zum Träumchen.

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Das Finale

Während mit ein paar wenigen Ausnahmen Modehäuser und Designer:innen zuvor in Mailand und vergangene Woche auch in Paris in einer Art Schockstarre verharrten und die russische Invasion in der Ukraine an der Fashion Week zwar in aller Köpfe, aber nicht in aller Munde war, bezogen gegen Ende der Pariser Fashion Week immer mehr Models, Labels und Designer:innen Position und solidarisierten sich mit der Ukraine.

Allen voran Balenciaga-Designer Demna. Nicht nur fand jeder Gast auf seinem Platz ein T-Shirt in den Farben der Ukraine vor. Zu Beginn erfüllte Demnas Stimme das Auditorium, der Designer las ein Gedicht des ukrainischen Dichters Olksandr Oles vor, in Ukrainisch, ganz ohne Übersetzung. 1993 selbst vor russischen Aggressoren aus seiner Heimat Georgien geflüchtet, besuchte Demna in Odessa die Schule, bevor er mit seiner Familie nach Deutschland zog. Seine Worte waren berührend, die folgende Show war es auch: Einmal mehr kämpften sich die Models durch eine apokalyptische Szenerie, dieses Mal in der Form eines Schneesturms, in welcher der Klimawandel genauso anklang wie die soziale Kälte und – wenn wohl so nicht geplant – auch das Bild von Menschen auf der Flucht. Ob letztere Assoziation nicht problematisch ist angesichts der Tatsache, dass die «Flüchtenden» auf dem Runway wehende Seide und tausendfränkige Highheels trugen, steht zur Diskussion. Dass diese Diskussion nicht laut wurde, liegt entweder an Demnas Taktgefühl oder an der Tatsache, dass zu diesem Zeitpunkt alle einfach nur froh waren, dass überhaupt jemanden Flagge zeigte.

Der krönende Abschluss der Pariser Fashion Week war eine Chanel-Show, die sich ganz dem Tweed verschrieb und mit Oversize-Mänteln, Jagdjacken, luxuriösen Gummistiefeln und weit geschnittenen Hosen den Boyfriend-Look für den gepflegten Ausflug ins schottische Hochland feierte.

Doch bevor die Fashion Week zu Ende ging, erfüllte sich für einen Schweizer ein Traum: Der gebürtige Walliser Kévin Germanier war mit seinem in Paris ansässigen Labels Germanier erstmals mit einer Show Teil des offiziellen Fashion Week-Kalenders. Ein grosser Moment – auch für Germaniers Mutter und Grossmutter sowie die anderen Frauen, die zuhause im Rhonetal für Germanier stricken und nun in der Front Row Platz nehmen konnten.

Balmain x Jean Paul Gaultier

Nach Sacai-Designer Chitose Abe und Y/Project-Gründer Glenn Martens wird Oliver Rousteing als Gastdesigner die nächste Haute Couture-Kollektion von Jean Paul Gaultier entwerfen. Der Chefdesigner von Balmain wird seine Kollektion für Jean Paul Gaultier während der Couture Wochen im Juli enthüllen. Für Rousteing sei diese Einladung eine grosse Ehre gewesen, weil er Jean Paul Gaultier als Designer schätze, aber auch als jemanden, der die Mode als Instrument für einen sozialen Wandel genutzt und sich etwa für die Rechte von Homosexuellen stark gemacht habe. Das Konzept wechselnder Gastdesigner war eine Idee von Jean Paul Gaultier selbst, der 2020 in den Ruhestand getreten ist.

Loewe x On

Die Schweizer Schuhmarke On war bereits fashionable, jetzt wird sie dank einer Kooperation mit der spanischen Luxusmarke Loewe auch noch highly fashionable. Loewe-Designer Jonathan Anderson soll bekennender Fan der innovativen Turnschuhe sein, für die Kollaboration interpretierte er die Outdoor-Sneakers neu und nachhaltig. «Cloudventure» und «Cloudrock» gibt es in verschiedenen Farben für Frauen und für Männer. Ergänzt wird die limitierte Caspule Collection durch ultraleichte, atmungsaktive T-Shirts, Jogginghosen, Anoraks und einem Parka. Nach Roger Feder kommt also Mode-Liebling Jonathan Anderson. Da stellt sich nur die Frage, wer als Nächstes in seine Fussstapfen tritt.

In the Loop

Im vergangenen Jahr online gelauncht, manifestiert sich die Plattform «Slowed (Forever)» in diesen Tagen absolut analog als Pop-up Store in Zürich. Von Freitag bis Sonntag gibt es im Kreis 4 zu kaufen, was bei «Slowed (Forever)» sonst digital angeboten wird: Secondhand-, Vintage- und Deadstock-Mode, Merchandise von ikonischen Bands der 80er, 90er und 00er Jahre sowie eigens von lokalen Kreativschaffenden hergestellte Upcycling- und Bio-Produkte. Darunter sind etwa T-Shirts von Julia Seemann, Premium Salz und Drinks von Simeon Fine Schmecker sowie Alternativen zu den Sneakers der immer gleichen Sportriesen von Last Resort AB, der Marke des Kult-Skateboarders und Künstlers Pontus Alv. Ausserdem gibt es Drinks und Musik von Belia Winnewisser.
Der Pop-up startet am Freitag 11. März ab 17 Uhr an der Dienerstrasse 10, 8004 Zürich. Weitere Infos findet ihr hier.

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