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Looks der Met Gala 2021: Die Tops und Flops der Redaktion

Fashion

Looks der Met Gala 2021: Die Tops und Flops der Redaktion

Die Met Gala feierte am Montag in New York Comeback: Das Fashion-Äquivalent zu den Oscars fand – nach Corona-bedingter Pause – unter dem Titel «American Independence» statt. Welche Celebrity-Looks begeisterten uns, welche Stars leisteten sich einen Fashion-Fail? Wir verraten euch unsere Tops und Flops.

Stv. Chefredaktorin Kerstin Hasse

Top: Okay, ich gebe zu, super American war der Look von Jennifer Hudson nicht. Da war das Rot, das, nun ja, in der amerikanischen Flagge vorkommt, aber in erster Linie war Hudsons Look wohl einfach eine Hommage an good old Hollywood, was nicht superinnovativ ist. Was mich gerührt hat: Der Look stammt von AZ Factory, das Label, das Alber Elbaz kurz vor seinem Tod noch lancierte. Und natürlich ist das ein Elbaz-Design! Schaut euch an, wie schön Hudsons Kurven betont sind. Sie sieht schlicht fantastisch, classy und superweiblich aus. Ich suche noch ein Kleid für das Opening des Zurich Film Festivals, just sayin, liebe Jennifer.

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Flop: TikTok-Star Addison Rae trug ebenfalls ein rotes Kleid, doch was ihr – im Gegensatz zu Hudson – fehlte, war einmal mehr die nötige Klasse. Sie trage «Vintage» Tom Ford für Gucci, flötete sie ins Mikrofon auf dem roten Teppich und ergänzte, dass sie mit «Vintage» das Jahr 2003 meint. Ich versuche das als Millennial jetzt mal nicht zu persönlich zu nehmen. Aber alle Befindlichkeiten beiseite, dieser Look war einfach nur unglaublich Basic und unglaublich langweilig. Ein klares Nay for Addison Rae.

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Chefredaktorin Jacqueline Krause-Blouin

Top: Ich hatte mich ja schon vor dem ganzen blau, rot, weiss-gestreiften Sternchen-Tüll-Horror gefürchtet. Aber da musste erst eine Britin her, namentlich Sienna Miller, eine der wenigen verlässlichen Stilikonen unserer Zeit, die verstanden hat: Es gibt bei dem Motto auch andere Referenzen als Cheerleader, Cowboys oder ET-telefonieren-nachhause. Amerika ist eben auch Old Hollywood, die Wiege des Glamours. In ihrer Gucci-Robe mit Fake (!) Fur-Schleppe, gestylt von Kate Young, erinnerte die Schauspielerin an die goldenen Zeiten Hollywoods und vielleicht auch des Landes an sich. Eine Mischung zwischen Stummfilm-Ikone und Bombshell à la Jean Harlow, der leicht nostalgische Updo und Gucci-Diamanten – bravo. Mich berührt ihre Referenz an eine Zeit, in der Glamour und Eleganz nicht nur die eigene Eitelkeit bedienten, sondern Filmstars auch da waren, um ihrem Publikum Hoffnung zu geben. Und brauchen wir die nicht alle gerade?

Flop: Stylist 1: «Alsooooo ihr Süssen, was habt ihr euch vorgestellt?»
Cabello und Shawn Mendes: «Wir wollen das heisseste Paar des Abends sein, wir wollen aussehen, als hätten wir richtig viel Sex.»
Stylist 2: «Okay, okay, okaaay. Wie wäre es mit ein bisschen Britney & Justin bei den American Music Awards 2001. Aber mit einem Latino-Twist?»
Alle: «Oh my god, that’s so American!»

Ungefähr so stelle ich mir die Konversation beim Fitting dieser Michael Kors Outfits vor. Anna Wintour hatte am Tag, an dem normalerweise alle Outfits approved werden offenbar frei. Hätte dem Teenie-Traumpaar aber ja auch mal jemand sagen können, dass das Motto nicht «American Horror Story» hiess.

Fashion Director Nathalie De Geyter

Top: Wunderbar umgesetzt, Cindy! Äh, Kaia. Diese Robe von Oscar de la Renta, inspiriert vom Halston Look der Met Gala 1981, unvergessen getragen von Bianca Jagger. Kaia Gerber hat verstanden: bei diesem Motto ist old Hollywood Glam ein Garant für Eleganz. Aber warum hat eigentlich kaum jemand ein Vintage-Kleid getragen oder zumindest umgecycelt? Das wäre dann nicht nur Vintage, sondern auch zeitgemäss gewesen.

Flop: Brooklyn Beckham und Nicola Peltz in Valentino. Paar-Looks waren in diesem Jahr (oder eigentlich immer schon) schwierig, aber dieses Quarterback-Cheerleader-Prom-Desaster der Beckhams 2.0 hat den Vogel abgeschossen. Ein Symbol für das White-Privilege-Upperclass-Amerika, das keiner mehr sehen will.

Redaktorin Vanja Kadic

Top: Look! at! Me! Billie Eilish kam in einer üppigen Tüll-Robe von Oscar de la Renta – inspiriert von der «Holiday Barbie», wie sie sagt. Mich erinnerte der Look eher an Marilyn oder Jayne Mansfield, nicht zuletzt wegen Billies blondem Bob. Das Kleid mit der Mega-Schleppe war sicher nicht das ausgefallenste des Abends, aber ich liebe den klassischen Hollywood-Glamour. Kombiniert hat Billie den Peach-Tüllberg mit zartem Cartier-Schmuck. Very retro, very elegant, von mir gibts zehn Punkte.

Flop: Cowboy-Vibes find ich eigentlich toll, aber Jennifer Lopez im sexy Ranch-Look von Ralph Lauren traf meinen Geschmack überhaupt nicht. Die Federn, die fransige Textur des Kleides, die silbernen Schuhe, der Schmuck – irgendwie erinnerte mich der Auftritt an einen Pimp. Oder Zorro. Von J.Lo hätte ich was anderes erwartet.

Redaktorin Sandra Huwiler

Top: «I feel like a Queen», sagt die amerikanische Sängerin Normani über ihren Look. Ihr Valentino-Kleid sei eine Ode an «Black Girl Magic». Die strukturierten Puffärmel, der moderne Ballkleid-Vibe, das leuchtende Senfgelb – absolut königlich. Dazu Bling, Glitzer-Makeup und ein chicer Bun. Ein Traum.

 

Flop: Ich war enttäuscht von den vielen vorhersehbaren Looks dieses Jahr. Wenn ihr schon zur Met Gala eingeladen seid, gebt euch Mühe, Leute! Dass Megan Fox im glitzernden, geschnürten roten Kleid mit riesigen Cutouts von Peter Dundas auftaucht: mässig überraschend. Ihre aktuelle Honeymoon-Phase mit Rocker Machine Gun Kelly trägt wohl dazu bei, dass ich mich gerade sattgesehen habe an ihr. Natürlich hat sie recht, wenn sie sagt: «I’m happy to embrace it and go for the sexy.» Aber das Ganze ist mir irgendwie zu offensichtlich. Das einzige Highlight ihres Looks für mich: Die Pin-up-Bangs.

Praktikantin Lifestyle Irina Eftimie

Top: Normalerweise sorgen Lady Gaga und Billy Porter für grosses Aufsehen auf der Met Gala-Treppe. In diesem Jahr war es aber auf jeden Fall der Musiker Lil Nas X. Deshalb ist das für mich auch der Top-Look: Für seinen allerersten Auftritt bei der Met-Gala trug er nämlich nicht nur ein Outfit von Versace, sondern gleich drei. Ich habe das als eine Hommage an Lady Gaga gesehen, die zum Thema «Camp» an der Met Gala 2019 auch mehrere Schichten trug und sich auf der Treppe auszog. Auf ein königliches Cape aus goldfarbenem Stoff folgte eine goldene Ritterrüstung, die dann einen Bodysuit mit goldenem Strass enthüllte. Für mich auf jeden Fall ein Highlight, das ich von ihm schon fast erwartet habe.

Flop: «Ich war inspiriert von JFK Junior» – das war die Antwort von Channing Tatum, als er vor seinem Gang über die Met-Treppe im Interview mit Ilana Glazer nach seiner Inspiration für die diesjährige Met Gala gefragt wurde. Während er das sagte, stand er in einem hundsgewöhnlichen Versace-Anzug mit schwarzer Fliege da. Für mich ist das ein Flop, denn die Zeit für Männer, die auf dem roten Teppich nur klassische Anzüge tragen, ist schon lange vorbei. Eine langweiligere Wahl hätte man wohl kaum treffen können.

Praktikantin Reportagen Jana Schibli

Top: Mir ging das Herz auf, als Leon Bridges über den beigen Teppich schlenderte: Ganz in Blau, mit Wildleder-Fransen und glitzernder Brosche. Der Soul-Sänger aus Fort Worth, Texas schaffte es, in seinem Cowboy-Ensemble der New Yorkerin Emily Bode das Thema des Abends zu verkörpern, ohne darin zu verschwinden. Das war Americana aber aktuell, Opulenz im Kleinen. Wenn bei der Met Gala schon Männer anwesend sein müssen (denn seien wir ehrlich, die ganzen schwarzen Anzüge können wir uns sparen, lieber Channing Tatum), dann bitte so.

Flop: Es hätte so gut sein können. Die Show des Jahrzehnts, sagte man über das Couture-Comeback von Balenciaga. Und Schauspielerin Isabelle Huppert zeigte in Cannes schon mal, wie toll die Designs von Demna Gvasalia auf dem roten Teppich wirken können. Aber Mann. Kim Kardashian möchte mir also sagen, dass ihre letzten öffentlichen Auftritte, die allesamt in Gvasalia und mit verhülltem Kopf stattfanden, eine Einstimmung waren auf… Nochmals dasselbe? Ihr schattenhafter Couture-Look von Balenciaga an der Met Gala war weder eine Überraschung noch wirklich subversiv. Klar kann man ihn als Statement sehen: Ihr Körper als Projektions- (oder Absorptions-)fläche, ein Kommentar über Ruhm im 21. Jahrhundert. Die Verhüllung einer Frau, die für ihre Entblössung mehr bekannt ist als für fast alles andere. Aber auf dem Teppich der Met Gala erschien das alles etwas flach. Wenigstens die Memes machen Spass.

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Zihlmann

Kritisiert doch die männliche Kleidung und nörgelt nicht ständig an den Frauen herum! Weisser Anzug an Frau aus guter Qualität ist doch toll!