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Stadt & Stil – mit Séverine Saas

Stil

Stadt & Stil – mit Séverine Saas

  • Text: Leandra Nef
  • Bilder: ZVG, Shutterstock; Collage: Leandra Nef

In unserer Rubrik «Stadt & Stil» stellen wir Frauen vor, deren Look und Lebensart wir feiern. Heute: Séverine Saas (37), Modechefin «Le Temps» und stellvertretende Chefredaktorin «T Magazine», aus Lausanne.

annabelle: Wo leben Sie?
Séverine Saas: Im Lausanner Viertel Montchoisi.

Ihr Lieblingscafé zum Brunchen?
Ich liebe das kleine Restaurant «Le Fraisier». Die Zutaten werden lokal eingekauft, das Essen ist vegetarisch (ich bin es nicht), die Speisekarte wechselt regelmässig – sie wird laut vorgelesen –, und man wird jedes Mal überrascht.

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Ihr Lieblingsrestaurant?
Ich bin Halbvietnamesin und kann nicht ohne vietnamesisches Essen leben. Ich esse es bei meiner Mutter oder im «Le Dalat», wo ich Pho-Suppe oder Bo Bun bestelle, allerdings nicht mit Rindfleisch, sondern mit Tofu, der von Mönchen aus der Region hergestellt wird. Für italienisches Essen (ohne das ich auch nicht leben kann) gehe ich ins Ristorante Amici, bestelle Pasta und zum Dessert ein hausgemachtes Cannolo. Ausserdem liebe ich das «Grotto 2» in Pully für seinen schönen Garten und die Ravioloni di bufala mit Salbei. Und das «Grappe d’Or» für die Agnolotti alla piemontese. Für ein anspruchsvolles Mittag- oder Abendessen empfehle ich das «Myō», ein japanisches Restaurant inmitten eines Parks, mit raffinierter Speisekarte und vorzüglichem Service. Für das Mochi-Glace könnte ich sterben!

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«Ich bin kein Freund von Spa-Besuchen, ich langweile mich schnell»

Ihre Lieblingsbar für Dates?
Ich schlürfe Hugos im «Café des Artisans» und Ginger Paloma im «Café des Philosophes – Bottle Brothers».

Das beste Spa?
Ich bin kein Freund von Spas, ich langweile mich schnell. Nichtsdestotrotz habe ich im Spa des Hotel Beau-Rivage Palace eine Hot-Stone-Massage ausprobiert, und ich muss sagen: Sie war himmlisch!

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Ihr Nummer-eins-Coiffeur?
Cocoon Coiffure in Pully. Der Besitzer, Djem, ist unglaublich talentiert.

Das Gym Ihrer Wahl?
Ich hatte jahrelang Rückenprobleme, Pilates & Moi hat mir geholfen. Im schönen Studio stehen nur acht Reformer. Inhaberin Shannon fordert ihre Kund:innen heraus, ist cool und lustig. Ich gehe genauso wegen ihr zum Pilates wie wegen des Sports. Ausserdem schwimme ich.

Wo kaufen Sie Mode?
Ich liebe die Boutique Topox. Die Besitzerin hat ein grosses Modewissen, sie führt Marken wie Maison Margiela, Ann Demeulemeester und Jil Sander – und ihren eigenen Brand. Ausserdem mag ich den neu eröffneten Concept Store La Coloc, der nur unabhängige Schweizer Designer:innen wie Grax, Vanessa Schindler, Manuel Manufactures und Forbidden Denimeries führt. Ein solches Geschäft hat in der Romandie bisher wirklich gefehlt. Die Besitzerin, Dunja, ist erst 24 Jahre alt, was ich erstaunlich und inspirierend finde. In Paris shoppe ich bei Lemaire, in Mailand bei Prada und online bei Mytheresa.

«Das Leben ist zu kurz, um auf einem beigen Sofa zu sitzen»

Und Schmuck?
Ich bin seit Jahren besessen von Charlotte Chesnais’ Kreationen, von den poetischen Formen und damit, wie die Stücke am Körper zu schweben scheinen. Ausserdem liebe ich die ausserirdisch anmutenden Ohrringe von Vanessa Schindler und die Arbeit von Pierre Hardy bei Hermès.

Ein Möbelstück, auf das Sie lang gespart haben?
Das Leben ist zu kurz, um auf einem beigen Sofa zu sitzen, also habe ich in ein blaues Samtsofa des dänischen Brands &Tradition investiert. Eines Tages möchte ich mir einen LC2-Sessel von Le Corbusier kaufen. Und ich hätte gern sehr hohe Decken und eine extragrosse Hängelampe von Isamu Noguchi.

Wo kaufen Sie Wohnaccessoires?
Viele meiner Möbel und Wohnaccessoires kaufe ich bei Chic Cham, das sowohl Vintage-Funde als auch Zeitgenössisches verkauft. Annabelle, die Inhaberin, hat ein wirklich gutes Auge.

Ein Hotel, in das Sie unbedingt mal (wieder) einchecken möchten?
Mein Traum ist es, im «Benesse House» auf der Insel Naoshima in Japan zu übernachten, einem Hotel und Museum aus Beton, das vom japanischen Architekten Tadao Andō entworfen und auf einer Anhöhe mit Blick auf das Seto-Binnenmeer gebaut wurde.

Was unternehmen Sie an einem perfekten Samstag in Lausanne?
Im Sommer stehe ich früh auf, gehe im Olympiabecken in der Nähe meines Zuhauses schwimmen und geniesse anschliessend einen Kaffee auf der Sonnenterrasse. Zu Mittag esse ich mit meinem Freund am See, vielleicht ein Picknick. Dort bleibe ich dann den ganzen Nachmittag und lese und höre Podcasts. Am Ende des Tages gehe ich mit Freunden zum Apéro ins «Café des Artisans», anschliessend zum vietnamesischen Dinner und in eine Karaoke-Bar.

Eine Freizeitaktivität in Lausanne, die nichts kostet?
Schwimmen im Genfersee.

Ihr Nachhaltigkeitstipp?
Ich habe immer eine wiederverwendbare Trinkflasche dabei, damit ich keine Plastikflasche kaufe.

«Erwecke deinen Geist und geh reisen!»

Ihr aktuelles Projekt?
Darüber darf ich noch nicht reden. (grinst)

Ein Karrieretipp?
Baue ein starkes Netzwerk auf. Gehe an Orte, an denen du niemanden kennst, versuche, Menschen ausserhalb deiner Branche zu treffen, andere Denkweisen zu verstehen. Überwinde die Angst vor dem Unbekannten. Lese Zeitungen und Bücher, gehe ins Kino, höre Podcasts, erwecke deinen Geist. Und wenn du es dir leisten kannst: Reise. Und ich meine nicht nach Paris oder London, sondern an Orte, an denen du deine Gewohnheiten vergessen kannst.

Wer inspiriert Sie auf Instagram?
Mich inspirieren Modearchive wie @thewestwoodarchives, @prada.archive, @diorinthe2000s und alle Accounts, die sich mit der Geschichte und Soziologie der Mode befassen. Wir vergessen oft, dass Instagram ein grossartiger Ort ist, um unsere Kultur zu bereichern. Und ich liebe Accounts, die Tiere in dummen Situationen zeigen. Mein All-time-Favorit: @notmyanimal.

Und wer abseits von Social Media?
Jede Person, die innere Konflikte überwindet. Und die verstorbene deutsche Tänzerin und Choreografin Pina Bausch mit ihrer intuitiven Art zu tanzen.

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