Wishlist: Diese Dinge wollen wir jetzt
Einmal pro Woche verrät eine unserer Mitarbeiterinnen, was sie sich gerade wünscht. Heute mit Social Media Editor Vanessa Vodermayer.
- Von: Vanessa Vodermayer
- Bilder: Sara Merz, zvg; Collage: annabelle
Unstimmigkeiten
Auf dem Couchtisch unseres Wohnzimmers herrscht ein stiller Kampf um das Arrangement der darauf liegenden Dinge. Wer aus der WG zuletzt die Bücher, Blumen und Deko-Objekte herumgeschoben hat, lässt sich mit hoher Treffsicherheit erahnen: Während mein Mitbewohner nach Symmetrien strebt, besteht für mich die Stimmigkeit aus Unstimmigkeiten. Und weil diese Präferenz ebenso für meinen Modestil gilt, warte ich sehnlichst auf den Moment, in dem man dieses Kleid mit schiefem Kragen der belgischen Designerin Marie Adam-Leenaerdt online bestellen kann.
Das Schöne im Blick
Was man sieht, hängt stark davon ab, wie viel man darin erkennt. Im Fall von Fotografin Sarah van Rij: Visuell beachtliche Detailausschnitte in gängigen Alltagssituationen. Wie gut, dass sie ihren Blick auf 116 Seiten (ca. 215 Fr.) mit uns teilt.
What The Cool Girls Are Wearing
In einer vorherigen Wishlist jammerte ich über die inexistente Kompatibilität zwischen meinem Gesicht und der XL-Aviator-Brille von Tom Ford. Die Vorstellung von mir als Cool-Girl-Brillen-Person wurde deshalb vor einem Jahr ad acta gelegt. Unerwartet nahm die Tragödie allerdings eine Wendung, als man mir die Viu x Art Basel Brille (235 Fr.) mit orangen Gläsern auf die Nase setzte und ich wusste: Das ist eine Cool-Girl-Brille UND SIE STEHT MIR.
Schatzkammer
Eigentlich wollte ich mir auf Ricardo bloss ein neues Stadtvelo ersteigern. Aber dann stiess ich auf zwei Ecktische von USM, eine Tizio Table Lamp von Artemide und den optisch passenden Stuhl von Francesco Soro. Meiner von Impulsivität getriebenen Logik zufolge musste daraus gleich eine ganze Büro-Situation entstehen. Für die Abholung des Stuhls wurde ich zu Levelart (Baslerstrasse 30, Mediacampus 5, 8048 Zürich) gebeten, einer Second-Hand-Schatzkammer für Vintage-Interior, Antiquitäten und Kuriositäten. Dort angekommen, erweiterte ich das Home-Office-Upgrade um einen Mid-Century-Magazinhalter – bevor ich mir verbat, andere Stücke genauer anzuschauen.
Höfliche Bemerkung
Treffe ich im Tram auf Männer mit aufgeschlagenem Roman in der Hand, verspüre ich den Drang, ihnen laut die damit einhergehende Attraktivität mitzuteilen. Diese subtile Alternative (51 Fr.) für den Kopf gefällt mir fürs Erste allerdings besser.
Check, check, check!
Die Action Bag (ca. 670 Fr.) von Johanna Parv erfüllt alle Kriterien, die auf dem Anforderungsprofil an eine Tasche für den kommenden Lorde-Auftritt am Gurten-Festival unerlässlich sind: fester Sitz (eine zusätzliche Schnalle macht die Tasche tanztauglich), mir gefallendes Design (Schnittstelle zwischen cool und elegant) und genügend Platz für die Essentials (Handy, Bankkarte, Lippenpomade, Lippenstift, Wasserflasche, Desinfektionstücher und Elektrolyte).
Jetzt ist gleich vorbei
Dass schrecklich Schönes und schön Schreckliches koexistieren, hinterlässt bei mir jedes Mal aufs Neue eine diffuse Überforderung. So plump es klingen mag: Meistens ist es eben dieses absurde Konzept von Gleichzeitigkeit, das mich daran erinnert, den glücklichen Momenten ihren angemessenen Wert zuzuschreiben. Vielleicht hilft mir ja ein Ring der Schmuckdesignerin Julika Hartz mit dem Reminder «THIS VERY PRESENT» (ca. 215 Fr.) bewusster, im Moment zu leben.