Wishlist: Diese Dinge wollen wir jetzt
Einmal pro Woche verrät jemand aus unserem Team, was gerade auf der Wunschliste steht. Heute mit Redaktorin Sarah Lau.
- Von: Sarah Lau
Friendsgiving
Ui, da höre ich schon wieder all jene wettern, die sich gegen die stete Amerikanisierung verwehren. Ich aber finde, dass es sich durchaus lohnt, sich von der Welt ein paar schöne Rituale und Feste abzuschauen und sich freudvoll international durchs Leben zu bewegen. In diesem Sinne zelebriere ich nebst Halloween dieses Jahr auch ein Friendsgiving, also Thanksgiving mit Freund:innen. Irgendwann im November decke ich bei uns ein, und statt um den Truthahn sammeln wir uns zum Potluck-Dinner: Alle schmeissen Köstlichkeiten zusammen und wir leiten die Festtagssaison ein. Knallbonbons und Charade inklusive.
Reste und Feste
Durch die Rezepte auf New York Times Cooking zu schauen, beruhigt mich ähnlich wie andere Katzenvideos auf Instagram. Entsprechend gefreut habe ich mich, dass Alison Romans Kochbuch «Something from Nothing» nun erstmals auf Deutsch erscheint und ich mich nicht mehr mit dem Umrechnen von Masseinheiten plagen muss. Die New Yorker Autorin zeigt darin, wie sich aus Vorräten, Resten und recht unspektakulären Basics grossartige Gerichte auf den Tisch bringen lassen – perfekt also für spontane Gelage.
Tischlein, ich deck dich
Für eine lange Tafel braucht es ein langes Tuch. Am besten an die drei Meter lang und von der Pariser Brand The Socialite Family. Schon sehe ich an diesem sonnigen Exemplar mit den beiden Tigern in der Mitte meine liebsten Partylöw:innen zusammenkommen, dazu die alten Gläser und Teller vom französischen Flohmarkt zusammen mit viel Grünzeug aus dem Wald und Kerzen ohne Ende.
Oldschool unterwegs
Ich habe dieses Jahr anlässlich eines Italientrips mit meiner 82-jährigen Mutter erstmals über ein Reisebüro gebucht. Was soll ich sagen – es war der Knaller. Erst gab es persönliche Vorgespräche, in denen abgefragt wurde, wovon wir träumen, und simsalabim wurde ein Programm ausgearbeitet. Egal, ob es um Zugtickets, personalisierte Eintrittskarten für Galerien oder Restaurantreservationen ging, das zauberhafte Team von «Voyageurs du Monde» kümmerte sich um wirklich alles. Dazu gab es bei Bedarf einen Concierge-Dienst, Reiseführer und ein eigens zusammengestelltes Tagebuch in Leinentuch. Nun habe ich gesehen, dass neu «Englische Universitätsstädte mit dem Zug» im Angebot der Voyageurs auftaucht, und ich bin entzückt. Allein der Gedanke, den Botanischen Garten von Oxford zu besuchen und mir in Cambridge einen High Tea einzuschenken, weckt meine innere Lady Bridgerton. Natürlich alles nach meinen individuellen Wünschen, aber eben ohne den lästigen Orgakram.
Bild: Rafael Palacio Illingworth
Karo-Dame
Bodenhaftung behalten
Ich bewundere alle, die es schaffen, ihre Taschen unbefleckt über die Jahre hinweg zu halten, sie auf Hocker neben dem Restauranttisch zu stellen und abends in Staubbeuteln zu Bett zu bringen. Bei mir fliegt grundsätzlich alles in meinen Bags herum, Laptops und Bücher, lose Kulis und Cracker. Super, dass das brandneue italienische Label «La Mama» für Chaotinnen ein Herz hat und Taschen macht, die nicht so schnell schlappmachen sollen. Ihre erste überdimensionierte LM1 wird in Florenz gefertigt und besteht aus krokogeprägtem veganem Leder. Motto: «Made for the floor, dressed for the room.»
Selbst. Bewusst. Sein.
Auf den Bildern der amerikanischen Künstlerin Danielle Mckinney sitzen, liegen, rauchen, lesen und träumen Frauen ganz für und bei sich. Schon deshalb mag ich sie. Ihr erstes Buch «Beyond the Brushstroke» verbindet fünfzig Gemälde mit fünfzig Fragen zur Selbstreflexion, geschrieben von Danielles Mutter Barbara Mckinney. Obendrauf gibt es ein 44-seitiges Journal für die eigenen Gedanken.
Klare Ansage
Heidi Abel war die First Lady des Schweizer Fernsehens, eine der ersten Frauen vor der Kamera, Moderatorin, Stilfigur und engagierte Tier- und Umweltschützerin. Für die neue visuelle Biografie «Heidi Abel – Ansage und Engagement» durfte ich tief in die Archive steigen und über Abels Stil schreiben. Darüber, wie Kleidung für sie erst Anpassung und Schutz bedeutete, später dann immer mehr zum Ausdruck von Selbstbestimmung wurde. Jetzt erscheint der Band mit vielen spannenden Essays und bislang unveröffentlichten Bildern. Passend dazu widmet das Stadtmuseum Aarau Heidi Abel ab 20. November die Ausstellung «Heidi Abel – TV-Star der ersten Stunde».