Unsere Schmuckexpertin gibt Auskunft

Die Magie der Edelsteine

Redaktion: Monique Henrich; Mitarbeit und Fotos: Bucherer Luzern

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Edelsteine gehören zu den seltenen Mineralien aus dem Erdinnern. Mit ihren irisierenden Farben und Reflexionen verzaubern sie uns. Wir stellen Ihnen unsere Lieblinge vor. 

Amethyst

Aquamarin

Beryll

Chrisoberyll

Citrin

Granat

Spinell

Peridot

Tansanit

Topas

Paraiba-Turmalin

Aquamarin, Granat oder doch lieber einen Topas? Unsere Schmuckexpertin Monique Henrich stellt das Who’s Who der Edelsteine vor. 

Funkelnde Edelsteine haben eine eigene Magie. Die Big Four, der weisse Diamant, der rote Rubin, der blaue Saphir und der grüne Smaragd, sind die bekanntesten. Doch das Farbenspiel der Glitzersteine ist schier unendlich. Und die Nachfrage ist gross: Die sogenannten Schmucksteine, von Aquamarin bis Peridot und Spinell, sind je länger, desto begehrter. Sie werden nach Farbe, Gewicht, Transparenz, Schliff und Vorkommnissen bewertet. Das Erhitzen und Ölen der Steine ist ein gängiges Vorgehen, um Farben zu intensivieren und Einschlüsse zu verfeinern. Seriöse Juweliere deklarieren diese Art der Veredelungen. Das sind unsere Favoriten:

Amethyst

Stein der Göttin Fortuna und Glücksbringer der Liebenden. Der dunkelviolette bis fliederfarbige Stein ist der rarste Stein der Quarze. Er wird roh oft auch im Kunstgewerbe verarbeitet.

Aquamarin

Spiegelt das Wasser des Meers. Seepferdchen sollen mit ihm gespielt und ihn ans Ufer getragen haben. Kostbarst ist sein reines Hellblau, das unter der Bezeichnung Santa Maria klassifiziert ist und aus der heute stillgelegten gleichnamigen Mine in Brasilien stammt.

Beryll

Zauberstein der Farben. Sein Name stammt vom lateinischen beryllus, dem Oberbegriff für klare Kristalle, zu denen auch Smaragde oder Morganite und Aquamarine zählen. Sie schimmern in Goldgelb, Grün, Rosa oder Rot.

Chrisoberyll

Ist den Quarzen zugehörig und nicht mit dem kristallinen Beryll verwandt. Seine Farben wandeln sich von Honiggelb bis zu Grünbraun. Von ihm gibt es zwei faszinierende Varianten: das opale Katzenauge, genannt Chatoyance, das nur dank kunstvollem Schliff zustande kommt, und den Alexandrit, das Chamäleon unter den Edelsteinen, der je nach Licht in die Farben Hellrot bis Hellblau changiert und deshalb sehr gesucht und teuer ist.

Citrin

Ein Quarz, dessen zitronengelbes Leuchten sehr beliebt ist, auch weil er die Farben wechselt: Wird der Stein erhitzt, glitzert er in Gold- oder Rotbraun. Die dunkle Nuance heisst Madeiracitrin, so wie der süsse Inselwein.

Granat

Er gehört zu einer vielfältigen Mineralgrupppe. Seit je bekannt ist der rote Granat und gilt eher als oldfashioned. Neuentdeckter (1991 in Namibia) und trendiger Liebling ist der Spessartin, der auch Mandaringranat heisst, weil er so charmant orange rot leuchtet.

Spinell

Der Powerstein wird oft mit dem Rubin verwechselt, wohl mit ein Grund, weshalb in den letzten Jahren seine Popularität, vor allem in der tiefroten Farbe, rasant gestiegen ist und er mit der Härteskala von 8.0 auch preislich in der Liga der Big Four mitmischt.

Peridot

August-Geborene sollen das frische Frühlingsgrün ganz besonders mögen, doch nicht nur Löwinnen lieben den fashionablen Kultstein. Er ist einer der wenigen Edelsteine, die nur in einer einzigen Farbe zu finden sind. Attraktiv ist vor allem der Kashmir-Peridot aus der Himalayagegend. Tipp: den Stein in der Morgensonne für tiefe Strahlkraft aufladen. Achtung: Gefärbtes Glas wird oft missbräuchlich als Peridot verkauft.

Tansanit

Der Tansanit stammt aus Tansania, der weltweit einzigen Mine am Fuss des Kilimandscharo. Gilt als der heilige Stein der Massai und steht für Wohlergehen. Die wunderbare blaue Farbe ist leicht verwechselbar mit dem Blau des Saphirs. Ein Tansanit ist jedoch härtemässig fragiler und verträgt keine Kälteschocks. Es gibt ihn auch als sehr seltene grüne Variante. Achtung: Selbst mit der Lupe sind die Einschlüsse als Erkennungsmerkmale kaum sichtbar, das verführt dazu, Glasimitationen als Preziosen zu verkaufen. Tansanite sind teuer. Nur mit anerkanntem Zertifikat kaufen!

Topas

Sein Name bedeutet in Sanskrit Feuer, und so blitzt er glasklar in der ganzen Farbenvielfalt: zartrosa, gelbgoldig, azurblau und violett. Topas ist ein schöner und wertiger Schmuckstein, wenn auch weniger exklusiv. Ein Topas auf dem Körper soll Nervenstärke verleihen und Feinde abwehren.

Turmalin

Der Edelstein des Regenbogens. Der Stein sei, so die Legende, vom dunklen Erdinnern über einen Regenbogen gewandert und habe alle Farben mit aufgenommen. Die farbenprächtigste Ikone, gibt es in vielen Nuancen von rot über grün und gelb bis schwarz und soll Freundschaften stiften und Geisteskräfte schenken. Unbestrittener Star ist der Paraiba-Turmalin: Sein sattes Türkisblau oder Neongrün und seine Brillanz sind mit keinem anderen Farbstein vergleichbar. Seine Ressourcen in Brasilien und Afrika sind ausgeschöpft, was ihn rar und sehr kostbar macht.

Monique Henrich,
annabelle-Schmuckspezialistin
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