Tipps und Tricks von Nina Binkert

Wie man erfolgreich und stilvoll sammelt

Text: Line Numme; Fotos: Rita Palanikumar

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Schätze von der Strasse:

«Was ich auch ganz toll finde: wenn Leute Möbel an die Strasse stellen und mit «Gratis, zum Mitnehmen» beschriften. Da habe ich immer wieder Tolles gefunden und es mit neuer Farbe passend in unsere Welt einfügen können.»

Überraschend verpackt:

«Zum Aufbewahren von kleinen Dingen im Atelier und in der Küche bieten sich viele schöne alte Büchsen und Dosen an. Meine Kinder lieben es zudem, in die Dosen immer wieder mal reinzugucken und Neues, Altes zu entdecken. Oft fragen sie mich dann, was dies oder das ist, und meistens gibt es eine Geschichte dazu.»

Mit Mut mixen:

«Ich empfehle, mit verschiedenen Fundstücken zu experimentieren, mutig zu sein und auch komische Arrangements auszuprobieren. Ich mag Wechselspiele von Farben und Materialien, Grosses und Kleines zusammen.»

Weisse Wände:

«Ich finde es am schönsten, wenn Gesammeltes in viel Weiss steht. Und gern kombiniere ich die Fundstücke so, dass sie dem Betrachter eine Geschichte erzählen – auf Regalen, auf einer schönen Kommode oder auf dem Cheminée. In unserem Haus gibt es nur weisse Wände, und wir haben fast keine Bilder aufgehängt. Lieber habe ich weisse, feine Regale, welche als Setzkästen dienen, die ich immer wieder verändern kann, je nach Lust und Laune.»

Denn das Gute liegt so nah:

«Schön sind auch Zweige aus dem Garten und einzelne getrocknete Blumen aus Sträussen. Sie zieren zum Beispiel wunderbar die Vasensammlung.»

Die Familie dekoriert mit:

«Besonders die Adventszeit lädt richtiggehend ein zum Schmücken, und um stimmungsvolle Ecken zu schaffen. Dann holen wir die grosse Kiste aus dem Keller mit all den festlichen, glitzernden und glänzenden Dingen drin. Die Kinder freuen sich dann immer sehr, wenn ich erst mal eine Auslegeordnung auf dem grossen Esstisch mache und wir zusammen das Haus festlich schmücken. Es ist ein schönes Ritual geworden, so wie auch das an jedem Geburtstag der Kinder, wenn die extraschönen Tässchen auf den Tisch kommen.» 

Nina Binkert lebt mit ihrer sechsköpfigen Familie in ihrem ehemaligen Grosselternhaus am Hügel von Eglisau. Ihr Zuhause ist voll von liebevoll zusammengestellten Deko-Objekten, die sie auf Flohmärkten, Brockenhäusern oder auch auf der Strasse entdeckte. Uns verrät die Grafikdesignerin, wie man erfolgreich und stilvoll sammelt. 

Egal ob Vasen, Boxen aus Blech oder Karton, Kinderbücher, Geschirr, Halstücher, Postkarten, Kinderspielsachen, Kerzenständer, Stempel, Möbel, Kissen, Bettüberwürfe oder Bilderrahmen – Nina Binkert ist eine leidenschaftliche Sammlerin. Die Grafikdesignerin lebt in ihrem Haus in Eglisau einen Wohntraum, der gerade durch die viellen liebevoll arrangierten Sammelstücke einen ganz persönlichen Charme hat. «Wenn ich Streifzüge durch meine Lieblingsbrockenstuben mache, oder wenn wir in Vevey auf dem Flohmarkt sind, kommt immer vieles zusammen. Als Mädchen liebte ich es, mein Puppenhaus einzurichten, und kaum war es eingerichtet, kam alles wieder raus und wurde von Neuem arrangiert. Es ist eine Leidenschaft von mir kleine Welten, in grossen zu schaffen.» Das Entdecken, ohne etwas zu wollen, fasziniert Binkert besonders: «Ich kaufe auch keine besonders teuren Sachen – eher die witzigen und billigen Dinge finde ich wertvoll. Das sind die wahren Trouvaillen.»

Binkert mag alles, was sich immer wieder bewegen und neu kombinieren lässt. «Einmal stehen die gesammelten Krüge in der Küche, dann finde ich sie wieder passender im weissen alten Holzregal.» So zügelt alles immer wieder, und die Winkel und Ecken des Hauses erscheinen in einem neuen Licht. «Sammeln hat etwas Langsames. Wer gern sammelt, weiss, wie wunderschön das Gefühl ist, genau das Passende für sich zu entdecken und zu Hause bei seinem Anblick immer wieder diese Freude zu spüren.» Uns hat Binkert ihre Sammeltipps verraten. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, und planen Sie schon mal den nächsten Stöberrundgang durch das nächste Brockenhaus.

Hier lesen Sie mehr über Nina Binkert und ihre liebevoll gestaltete Villa Kunterbunt. 

Line Numme

Die Wohnredaktorin interessiert, was gutes Design ausmacht und wer dahintersteckt. Privat ist sie seit kurzem auch B&B-Gastgeberin in zwei gemütlichen Holzwagen in Zürich.

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