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Vollmond in der Waage: Loslassen, jetzt aber richtig

Mondkolumne 

Vollmond in der Waage: Loslassen, jetzt aber richtig

Beim Vollmond in der Waage geht es darum, stagnierte Energien wieder ins Fliessen zu bringen. Auf welchem Weg auch immer.

Keine Sorge, dies ist keine Einladung zur Darmspülung. Es gibt zum guten Glück genug andere Wege, um das, was man nicht mehr braucht, elegant loszulassen. Du könntest einen Pop-up-Shop mit den Inhalten deiner verflossenen Sommergarderobe füllen (Highheels braucht jetzt wirklich niemand mehr, ausser die Manolos!!), dein Badezimmerschränklein detoxen oder dich einfach mit der Tatsache anfreunden, dass es Dinge gibt, die man eben nicht loslassen will, weil man schlicht so sehr dran hängt. Dazu gehören Absurditäten, die das Leben so mit sich bringt, diese kleinen, lästigen Alltagsangewohnheiten, die nur du selber und dein direktes Umfeld kennen, die aber weder deiner guten Laune noch deiner Gesundheit dienen.

Eben diese kleinen Dinge, mit denen man sich selbst am meisten nervt. In meinem Fall, die Tatsache, IMMER alles so lang vor mir herzuschieben. So zum Beispiel diesen Text, für den ich wirklich genug Zeit hatte, die ich aber, statt brav zu tippen, damit verbracht habe, auf der Strasse grosse Reden zu halten. Eigentlich wollte ich nur schnell Take-away holen, bis ich die hippsten Girls, die man sich vorstellen kann, dabei entdeckte, wie sie sich gegenseitig Horoskope aus der annabelle vorlasen.

Alles fürs Kollektiv

Horoskope zu schreiben ist das eine – zu erleben, wie sie in der Welt landen, noch mal etwas ganz anderes. Meine Unart jedenfalls: Ich prokrastiniere und lenke mich selber so lang ab, bis ich fast schreien möchte, weil es so unbequem ist und nicht nur mich selber nervt, sondern auch mein Umfeld. Und genau das ist der Punkt: Wir befinden uns in einer neuen Epoche UND in einem neuen Jahr – das neue Jahr hat nämlich astrologisch mit dem Eintritt der Sonne aus den heilsamen Fischen in das feurig-explosive Zeichen Widder begonnen, also am 20. März.

An dieser Stelle Happy New EVERYTHING. Und so langsam, aber sicher wird deutlich, das wirklich alles, was wir tun, nicht mehr nur für uns allein gilt, sondern eben auch für das Kollektiv. Und das wiederum ist es, was uns dieser Vollmond klarmachen möchte. Beim Vollmond in der Waage geht es immer um die Balance, den Ausgleich. Die Sonne, die leidenschaftliche Venus und Chiron, unser himmlischer Heilpraktiker, stehen gegenüber im Widder und fordern uns sehr direkt dazu auf, darauf zu achten, wie wir unsere Energie mit anderen teilen.

Der Vollmond wird noch einmal so richtig den Finger in die Wunde legen und auf die Punkte drücken, die mit grosser Sicherheit wehtun. Und AUA. Das sind so einige. Die menschliche Natur scheint so angelegt zu sein, dass es manchmal eben wehtun muss. Apropos. Der liebe Gott meinte es unlängst wirklich gut mit mir und schickte mich auf eine Art kosmische Weiterbildung, an einen Ort, der tatsächlich wie eine Fototapete aussah. Und vielleicht auch eine Fototapete war – bis heute erzählen nur die zarten, blauen Flecken an meiner Hüfte, meinen Knie und Schultern davon, dass es wirklich passiert ist.

Zarte Wutausbrüche

Wir erinnern uns, in der eben gerade zu Ende gegangenen Fische-Zeit waren die Illusion, der nebulöse Tagtraum und die Vision unsere Begleiter und es war eher unklar, was wahr ist und was nicht. Damit ist jetzt Schluss. Mit dem Widder sind wir definitiv in einem anderen Vibe und das merkt man nicht nur an den Blumen, denen man quasi beim Wachsen zusehen kann. Auch an den latenten Ungeduldsanfällen und zarten Wutausbrüchen. Widder-Energie ist die Energie des Durchbruchs, der Kopf, der durch die Wand möchte. Der radikale Anfang von etwas Neuem.

Das wurde mir schlagartig klar, als ich im wahrsten Sinne des Wortes in den Seilen hing. Mit verhangenem Blick über eine tropische Insel zwar, aber kopfüber. Es fing alles ganz harmlos mit eine paar Down Dogs an. Nach einem Tag zwischen Tagträumen und Mermaiden beschloss ich, ins Yoga zu gehen. Das Meer rauschte, die Sonne war im Begriff, als roter Feuerball zu versinken, nicht ohne den Himmel in den schönsten Farben zu bemalen. Ich war die einzige Schülerin, der indonesische Lehrer hiess Ray und war tatsächlich ein Strahl – freundlich, aber bestimmt. Er versprach eine entspannte Stunde, die allerdings erst die Vorbereitung sein sollte, für das, was dann kam. Es knarzte und krachte, von «fit» kann hier wirklich keine Rede sein.

Aus unerfindlichen Gründen dachte ich, vielleicht sollte ich gleich noch eine Stunde buchen. Er schlug vor, in sein Studio, das einzige Pilates- und Bodywork-Studio der Malediven, zu wechseln. Es sah aus wie eine Folterkammer. Was dann passierte, war auf allen Ebenen erstaunlich. Es drehte und wendete. Meine Arme wurden länger, meine Beine gerade und alles in und an mir zog sich wieder gerade und in Form. Eine Out-of-Body-into-Body-Experience der dritten Art. Ich konnte meinen Knochen und meiner kompletten Statik quasi dabei zu schauen, wie sie sich wieder gerade bog und, Fun Fact, ich merkte zum ersten Mal in meinem fast 43-jährigen Leben, dass auch ich einen Beckenboden besitze. Eine erstaunliche Erfahrung.

Was gehört zusammen, was nicht?

Ich ging über Wolken auf Wolken. Balance. Richtung Super-Magic-Super-Vollmond, der dieses Mal wesentlich näher zur Erde steht und der entsprechend auch wesentlich stärker wirkt. Am Sonntagabend um 20.48 Uhr ist es so weit. Der Vollmond hat immer eine besondere Aufgabe. Dieses Mal trägt er die absolute Kraft der Reinigung, der Läuterung und der Heilung in sich – es wird noch einmal ganz, ganz klar, was zusammengehört und was eben nicht.

Auf der Widder-Waage-Achse begegnen sich das Ich und das Du – es geht darum, zu erkennen, was wir in der Begegnung mit dem anderen brauchen, wie viel Eigenständigkeit wir bewahren möchten und wo unsere Grenzen sind. Was gibt es noch zu regeln, auf welchen Knopf kann ich (noch) drücken, was kann ich in Bewegung bringen? Wo fehlt mir der Mut, ins Ungewisse zu springen? Wer kann mich inspirieren, wie komme ich weiter? Was möchte ich in meinen persönlichen Beziehungen verändern? Es geht darum, von jemandem wahrhaftig gesehen und berührt zu werden – und stagnierte Energien wieder ins Fliessen zu bringen. Wenn es sein muss, in einem Pilatesstudio, im Paradies. #mybodyisawonderland #whateverworks

 

Der Song zur Mondphase:

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