Fix die Bohne

Fingerfood vom Grill: Favebohnen

Redaktion: Anna Pearson; Foto: Daniel Valance

Fingerfood vom Grill: Favebohnen

Einfach isst am besten: Unser Grillsnack mit Favebohnen hat das Zeug zum Sommerhit.

Sie gehören zu den ersten Bohnen, die auf dem Markt erhältlich sind: Fave, auch Puff-, Acker- oder Saubohnen genannt. Wer an ihre zarten und doch knackigen, leicht grasig schmeckenden Kerne kommen will, muss zweimal schälen: Erst müssen sie aus der grossen Schote gepult, danach von ihrer zähen Haut befreit werden. Dafür blanchiert man sie kurz und schreckt sie in kaltem Wasser ab. Nun werden die Häutchen an einem Ende leicht eingeschnitten und die grasgrünen Kerne durch diese Öffnung herausgedrückt. Das Verhältnis von Aufwand und Ertrag ist bei Fave etwas grenzwertig, von 1 Kilo Bohnen bleiben gerade mal 200 Gramm Kerne.

Deswegen sind Fave vom Grill die ideale Zubereitungsart. Jeder schält die Kerne selbst aus ihren Hüllen und der Geschmack ist unvergleichlich: Rauch, Gewürze, gutes Olivenöl, Zitrone – der perfekte Sommersnack!

Ist die Saison vorbei, werden Fave getrocknet angeboten: Sie werden lange gekocht und zum Beispiel in Apulien als Fave e cicoria serviert, ein Favepüree mit bitteren wilden Zichorien und Olivenöl. Frische Fave aus der Schweiz findet man im Juni und Juli auf dem Markt.

Gut zu wissen

– Obwohl man sie Bohne nennt, ist sie botanisch keine, sondern gehört zur Familie der Wicken. Deshalb kann die Favebohne auch roh gegessen werden, ganz im Gegensatz zu grünen Bohnen, die roh giftig sind.
– Im Mittelalter waren Favebohnen eines der wichtigsten Nahrungsmittel, die die Menschen mit Protein versorgten. Heute werden Fave hauptsächlich als Tierfutter angebaut.

Das passt

– La vignarola ist ein köstlicher römischer Eintopf mit den ersten Frühlingsgemüsen wie Spargeln, Erbsen, Fave, Artischocken, Frühlingszwiebeln und Guanciale, italienischem Speck aus der Schweinsbacke. La fritedda heisst die sizilianische, vegetarische Version.
– In orientalischen Rezepten können Kichererbsen durch getrocknete Favebohnen ersetzt werden, etwa für Hummus, Falafel oder Foul.

Favedamame – Fave vom Grill

Ein sommerlicher Fingerfood-Apéro-Snack vom Grill. Oder aus der gusseisernen Grillpfanne. Der Clou: Die Gewürze haften an den Fingern, mit denen man die aus der Haut gelösten Fave in den Mund befördert – eine ölige, aber sinnliche und sehr feine Angelegenheit. Frische Favebohnen, beliebige Menge; Olivenöl; Zitrone; Fleur de sel; grob gemahlener schwarzer Pfeffer Die Bohnen mit etwas Olivenöl beträufeln und auf den heissen Grill oder in die stark erhitzte Grillpfanne legen. Falls sie wegen ihrer gekrümmten Form nicht flach auf dem Grill liegen, 1 bis 2 Minuten eine Pfanne auf die Bohnen stellen. Ca. 4 Minuten grillieren, wenden und auf der zweiten Seite ebenfalls kurz grillieren. Schwarze Streifen sind erwünscht. Fave etwas abkühlen lassen, mit Olivenöl und etwas Zitronensaft beträufelt und mit Salz, Pfeffer und etwas abgeriebener Zitronenschale bestreut servieren. Grosszügig würzen – ein Teil davon bleibt an den Schoten haften, die man nicht isst.

Anna Pearson

Unsere Gourmet-Autorin liebt authentische Produkte aus der Region und kocht ohne Schnickschnack. Dabei scheut sie keinen Aufwand, denn für sie gibt es nichts Schöneres, als stundenlang in der Küche zu stehen. Und selber gut zu essen.

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